Hilfemöglichkeiten

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

Moderator: Elfa

NinaO
Inventar
Inventar
Beiträge: 143
Registriert: 28.02.2015, 15:36

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon NinaO » 28.07.2015, 07:29

Hallo,

kaum jemand möchte unter Zwang etwas durchführen müssen. Kinder v.a. in der Therapie sind vom Therapeuten zu motivieren und wenn es als Vorbild ist, so dass Kinder nicht merken, dass sie zum Ausprobieren gelockt werden.
Man kann es durch nette Sprüche ja erstmal versuchen, aber mit körperlicher Handgreiflichkeit schon gar nicht. Habe solch einen Umgang mit Kindern von Erziehern und Lehrern leider schon öfter erlebt. Betroffen sind stets Außenseiterkinder, die sich verweigern oder stören oder nerven. Meist entsteht ein Teufelskreislauf. Der Erwachsene ist beleidigt und will sich unbedingt durchsetzen und geht über Grenzen, um letztendlich die Kontrolle zu behalten.
Es ist traurig, aber leider Alltag.
Nur, wenn dies kontraproduktiv in die Diagnose wirkt und es dadurch letztendlich zu keiner Verbesserung kommt, kann man auf freiwillig gewählte Angebote verzichten.


Als Mutistin rede ich nicht viel und wiederhole mich ungern. Daher meine obigen kurzen Worte kurz nochmal. Zwinge nicht deine Tochter etwas zu tun, was du intuitiv als hoch falsch hältst, sonst hättest du andere Worte gewählt, um die Situation zu beschreiben. Denn darauf hast du den Blick gerichtet. Die Wahrheit wird womöglich umfangreicher sein, ist dir aber nicht bekannt. Du schreibst auch, dass es bisher keinerlei Erfolg hab. Auch kein kleinster? So könnte ich als Therapeutin nie 1 Jahr therapieren. Spätestens nach 1/2 Jahr sollten Veränderungen erkennbar sein, die leider auch negativ aus der Sicht anderer sein könnten und gut begründbar für einen neuen Weg der Geduld sein sollten. Dafür sind sich kleinste Alltagsziele zu setzen, sonst versucht jeder nur herum.

LG
Nina Onawa

Benutzeravatar
Schlusi
Urgestein
Beiträge: 2284
Registriert: 17.03.2005, 16:56
Wohnort: Niedersachsen

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Schlusi » 28.07.2015, 08:09

Hallo Samtpfote,

ich bin auch der Meinung, dass Du Dich nicht gegen Deinen inneren Willen, Deine Meinung, Deine Intuition, stellen kannst.
Das Verhältnis zu der Therapeutin ist nun zerrüttet. Da ist wohl nichts mehr zu retten.
Ich würde das abbrechen und aber noch freundliche Worte finden.
Das kann dann in etwa so sein, dass Du sagst, dass Du die ganze Sache noch einmal sacken lassen möchtest und über die dringenden Ratschläge der Therapeutin nachdenken willst und wirst. Und dass Du dann evtl. auch in Erwägung ziehst, Deine Tochter in Meisenheim vorzustellen und anzumelden, so wie es die Therapeutin dringend vorschlägt. Aber dass Du das eben jetzt in der gerade aktuellen hitzigen Situation noch nicht entscheiden kannst und willst.

Und Du hast auch Recht damit, dass Deine Tochter in der Pubertät ist. Und es ist wirklich nicht angebracht, alles auf den Mutismus zu schieben.
Damit vergrößert man nur das Problem, statt es zu verkleinern. ... So auch oft hier die Worte von Herrn Neffe, die ich einfach auch teile.

Und ich finde das Verhalten von der Therapeutin auch unmöglich. Als unsere Tochter in der Tagesklinik war, haben wir Eltern auch mal eine DVD gezeigt bekommen. Aber wir wurden darauf vorbereitet. Alles, was es so beim nächsten Mal zu machen oder zu besprechen gab, oder eben eine DVD zu schauen, wurde vorher angekündigt und besprochen. Es ist einfach auch ein Ausdruck von Respekt und Toleranz, dass man nicht unvorbereitet in etwas hineingestoßen wird. Eure Therapeutin hat sich vorher genau überlegen können, was sie alles auf Dich einprasseln lassen wird und es musste ihr ganz klar sein, dass sie Dich damit als Mutter überfordern und einschüchtern wird. Genau das hat sie ja mit Deiner Tochter auch getan. So eine Vorgehensweise kann keine vertrauensvolle Basis für eine Therapie sein. Wie gesagt, wir und auch unsere Tochter haben es in einer Tagesklinik anders erlebt, sonst hätte unsere Tochter da nicht ein Dreivierteljahr bleiben können und wollen. Das kann und darf nicht gängige Praxis sein, wie eure Therapeutin vorgegangen ist. Es ist schade, dass dadurch wertvolles Potential bei dieser Therapeutin verloren geht. Sie müsste dringen "nachgeschult" werden, damit sie das Erlernte auch umsetzen kann.

Deshalb ist es wichtig, dass Du erst einmal dieses Schockerlebnis sacken lässt, Dich zu diesem Vorfall innerlich distanzierst. Und dann kannst Du im nächsten Schritt versuchen herauszufiltern, was es an brauchbaren und verwertbaren Dingen von dieser Therapeutin gibt, denn die gibt es sicherlich trotzdem noch.

Und wenn Du etwas ruhiger geworden bist, dann wäre es wichtig, wenn Du mit Deiner Tochter über diese Dinge sprichst. Bleib dabei ganz bei Deinen Gefühlen und Einsichten, so dass Deine Tochter Gelegenheit bekommt zu sehen, wie das alles auf Dich gewirkt hat. Dann kannst Du abwarten, ob und inwieweit Deine Tochter sich Dir gegenüber öffnet. Und wenn Du da Infos und Eindrücke bekommst, dann wirst Du auch so nach und nach wissen, wie ihr weitermachen müsst. Denn leider ist es auch so, dass so eine Vorgehensweise nicht gerade förderlich dafür ist, dass Deine Tochter sich noch einmal wieder aufgeschlossen auf eine Therapie einlassen kann.

Schlusi :)
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

Sonnenblume
Inventar
Inventar
Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2005, 20:57
Wohnort: Leipziger Land

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Sonnenblume » 04.05.2017, 14:57

Eine weitere gute Hilfemöglichkeit :

Austausch von Betroffenen und/oder deren Angehörigen über moderne Medien wie Internet, Facebook , whatsapp...

Erübrigt sich vielleicht, darauf hinzuweisen, denn wer hier liest, befindet sich ja schon in so einer Hilfemöglichkeit.
Die letzten Jahre machten mir persönlich aber immer bewusster, welch hohen Stellenwert solch ein Austausch für Betroffene und auch deren Angehörige hat.
Sei es nur ein berichten von Erfahrungen, ein Hinweis auf eine gute Hilfe oder das gegenseitige Mut- zu-sprechen.
Das ist etwas, was es zu meiner Kinder-/Schulzeit überhaupt nicht gab und sicher auch manches erschwerte.
In der gesamten Schulzeit war mir kein einziger weiterer "Fall" wie ich bekannt. Kontakt zu den ersten Mutisten erhielt ich erst
während der erfolgreichen Therapie - und gerade das machte mir Mut, dass ich schon zumindest ein völlig "geheiltes" mutistisches Kind sah.

Ich möchte mit diesem Punkt aber auch Jedem Mut machen, sich solch eine geeignete Möglichkeit zu suchen. Sich einfach trauen,
etwas von der Seele zu schreiben, das kann ein guter Anfang sein!

Möglich ist das in diesem, nach Alters-, Interessen,- und Themengruppen geordneten Forum,
aber auch in speziellen Facebookgruppen, wo es auch spezialisierte gibt.
Wer es kleiner , überschaubar mag, tritt einer regionalen Gruppe bei, wovon es
für Norddeutschland, Sachsen, --und seit Jüngstem auch Bayern eine gibt.
Niemand muss mit diesem Problem (und alles was damit verbunden ist) leben!
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

....................................................................................

Sonnenblume
Inventar
Inventar
Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2005, 20:57
Wohnort: Leipziger Land

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Sonnenblume » 20.12.2017, 14:10

Hallo,
ich habe mal noch eine gute Hilfe :

"Training mit sozial unsicheren Kindern" von U. und F. Petermann
-Einzeltraining, Kindergruppen, Elternberatung
"Sozial unsicheres Verhalten bei Kindern ist ein allltägliches Problem:
Gehemmtheit, Schüchternheit, soziale Isolation, Hilflosigkeit,
Rückzugsverhalten,mangelnde Selbstwertgefühle, Unsicherheit,
fehlende Selbstbehauptung, Verweigerungsverhalten, soziale Angst.
Durch Intervention auf verschiedenen Ebenen, beim einzelnen Kind,
in der Kindergruppe, in der Arbeit mit Eltern, kann hier Abhilfe geschaffen werden."

(Auszug aus diesem Buch)
In diesem Zuge mit erwähnen möchte ich auch folgendes Buch:
"Die Kapitän-Nemo-Geschichten-- Geschichten gegen Angst und Stress"
ebenfalls von U. Petermann

Viel Erfolg allen, die es damit probieren!
Mich jedenfalls hat sehr viel angesprochen und man hätte früher viel erreichen können damit,
dessen bin ich überzeugt.

Nun wünsche ich aber auch noch allen Forumsteilnehmern hier ein
frohes und gesundes Weihnachtsfest sowie ein gutes, neues Jahr!
Sonnenblume = Heike :)
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

....................................................................................

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1769
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 20.12.2017, 16:01

Hallo liebe Heike,

das wünsche ich Dir und Euch auch, danke!!!

Ich finde den Franz Petermann auch als Verhaltenstherapeut solide und keineswegs altbacken. Alt bedeutet noch nicht aldmodisch :wink: Auch Dir frohe Feiertage,

LG
'Hya'

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1769
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 20.12.2017, 16:06

P.S.: Verhaltenstherapie ist ein guter Ansatz, denn man muss nicht immer herausfinden, woher eine Angst kommt, um sie zu bändigen. Letzteres ist ein mehr psychoanalytisches Verfahren, mit dem manchmal noch mehr Probleme geschaffen werden, als vorher schon da sind. Ein echtes Trauma löst sich auch nicht einfach so auf, wenn darüber gesprochen wird. Ganz wichtig sind körperorientierte (Entspannungs-)Verfahren. Keinesfalls eine Kontakt-Therapie, in der das Kind gezwungen wird, Augenkontakt oder Körperkontakt zu halten oder herzustellen. Solche Methoden sind einfach nur pervers.

Sonnenblume
Inventar
Inventar
Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2005, 20:57
Wohnort: Leipziger Land

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Sonnenblume » 18.09.2018, 17:03

"Theraplay"-eine weitere Hilfemöglichkeit

-Ist eine in den 1960er Jahren in den USA entwickelte Kurzzeittherapiemethode um sozio-emotional
auffälligen Kindern im Rahmen eines Frühförderprogrammes schnell und wirksam zu helfen.
Es finden 12-16 Sitzungen einmal wöchentlich statt, in Form einer direktiven Spieltherapie.
-kein festgefügtes Therapieprogramm
-beziehungsorientiert
auf jedes einzelne Kind maßgeschneidert

Mehr darüber zu lesen in: Zeitschrift mutismus.de Heft7,2012

und: http://www.theraplay-institut.de/home
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

....................................................................................

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1769
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 19.09.2018, 18:10

Hallo Heike,

ja, finde ich auch gut. Hat nichts mit erzwungenem Kontakt oder einer 'Festhaltetherapie' zu tun, soviel ich weiß :)

Viele Grüße!

Sonnenblume
Inventar
Inventar
Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2005, 20:57
Wohnort: Leipziger Land

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Sonnenblume » 30.10.2018, 16:18

Eine Hilfemöglichkeit etwas anderer Art möchte ich hier mal verlinken:

http://www.youtube.com/channel/UClvMDJzClj8dwzuAHUouvXg

Eine ganze Reihe nützlicher kleiner Tipps ist in den Videos enthalten.
Der Ein-oder Andere wird sicher fündig ;-)
Ich selbst kann Vielem zustimmen, daher sicher auch anderen hilfreich.
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

....................................................................................

Sonnenblume
Inventar
Inventar
Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2005, 20:57
Wohnort: Leipziger Land

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Sonnenblume » 08.10.2019, 10:33

zu 5. Reittherapie

hier mal ein nützlicher Link:

https://www.dkthr.de/de/
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

....................................................................................

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1769
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 08.10.2019, 19:12

Hallo Heike,

den etwas älteren Beitrag zu einem Link zu einem Youtube-Video von Kamala Kiby finde ich alles andere als hilfreich, weil es den Quatsch wiederholt, der (übrigens nur in deutschen) Lehrbüchern oder Artikeln zum Thema auftaucht, nämlich dass Autismus und Mutismus nicht zusammengehören können. Sie gehören sogar sehr oft zusammen... Hier habe ich ein Buch eines britischen Autismus Experten, in dem es (zum Glück habe ich die englische Originialausgabe, wer weiß...) heißt: "Some professionals might have labeled Grace's behavior 'controlling' or 'withholding' - willfully and stubbornly refusing to speak. What I saw, though, was an alert, intelligent, and capable girl who was anxious about her new surroundings and did not yet know whom or what to trust. Not speaking was her way of coping, of exerting control and giving herself a chance to adjust. She was displayingn a variation of selective (or elective) mutism, which is also somtimes in children without autism. It is not primarily a speech and language problem but rather a reflection of significant anxiety" (S. 85f. in: Prizant, Barry M.: (Uniquely Human. A different way of seeing autism'. Es ist - falls jemand des Englischen nicht so mächtig ist - nämlich so, dass selektiver Mutismus oder elektiver Mutismus auch bei Menschen außerhalb des autistischen Spektrums vorkommt.
So und nicht anders herum. Viele Grüße!

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1769
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 09.10.2019, 05:40

P.S.: Schon die Übersetzung des Titels des Buchs ins Deutsche ist ein Ärgernis: Der Originaltitel 'Einzigartig menschlich - eine andere Sichtweise auf Autismus' wurde übersetzt mit 'Einzigartig anders - Und ganz normal'. Gee Vero, eine bekannte autistische Künstlerin und Buchautorin sagte einmal: Wenn Anders sein die Normalität ist - sind wir dann alle normal? Oder so ähnlich. Sie hat auch ein neues Buch herausgebracht: Das andere Kind in der Schule. Autismus im Klassenzimmer. LG!

Sonnenblume
Inventar
Inventar
Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2005, 20:57
Wohnort: Leipziger Land

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Sonnenblume » 09.10.2019, 10:55

Hallo Hyazinthe,
dies ist ein Tread ,wo alle Hilfemöglichkeiten aufgezählt werden können, die es bei Mutismus gibt,
dazu wenn möglich auch Erfahrungsberichte Einzelner zu der ein-oder anderen Methode.
Das nicht alles bei Jedem hilfreich ist, ist nur verständlich.

Über Autismus-Mutismus wurde hier (Forum) auch schon oft genug diskutiert.
Es muss doch nun mal klar sein, dass es 2 völlig verschiedene Sachen sind, zum Pech für Mutismus-Betroffene,
mit ähnlich klingendem Namen und einigen, nach außen hin ähnlich wirkenden Verhaltensmustern.
Dennoch ist der Autismus mit samt seinem Spektrum eine neurologische mehr oder weniger schwere Entwicklungsstörung.
Der Mutismus aber eine psychische Kommunikations-Störung, bei vielen auch-Angststörung.
Beides (Aut. u. Mut.) kann natürlich auch gleichzeitig auftreten, sowie auch ein Körperbehinderter eine Grippe bekommen kann.
Ich hatte -zum besseren Verständnis- hier auch schon mal angeregt eine Aufstellung - Gegenüberstellung zu machen von typischen autistischen Merkmalen/Verhaltensweisen und auch Mutistischen. Es kam dazu nichts, nur dass es wohl schwierig ist, weil der Autismus eben so vielfältig ist. Dennoch könnte man das doch mal zusammentragen, auch mit dem Hinweis, dass eben nicht alles bei Jedem gleich auftritt. Das ist hier längst überfällig, aber in einem gesonderten Tread.

Schöne Grüße ;-)
Zuletzt geändert von Sonnenblume am 10.10.2019, 18:28, insgesamt 2-mal geändert.
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

....................................................................................

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1769
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 09.10.2019, 16:28

Hallo Heike,

der Vergleich mit der Grippe hinkt ein wenig, da Autisten tatsächlich häufiger von der psychischen Störung (s)elektiver Mutismus betroffensein können als Nicht-Autisten, also 'Neurotypische'. Siehe auch den Buchbeitrag aus dem Englischen. Die Autoren aus dem Englischsprachigen Raum verdrängen diese Tatsache offenbar weniger, während sich das Vorurteil an deutschen Hochschulen hält (ich selbst habe zwei Hochschulabschlüsse, darunter einen in Sprachheilpädagogik), Mutismus und Autismus wären unvereinbar und die Leute wären zu doof, um zu erkennen, dass es sich dabei um unterschiedliche Bezeichnungen handelt (autos=selbst) und (mutus= stumm). Wie doof kann man sein, um dies anderen zu unterstellen? Viele Grüße!

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1769
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 09.10.2019, 16:50

P.S.: Mutismus ist anhand der Verhaltensauffälligkeit 'Schweigen' klar definiert. Autismus hingegen lässt sich nicht über das Verhalten allein definieren. Auffälliges Verhalten wie Echolalie, Stereotypien oder Sonderinteressen bei Autisten sind Versuche, mit den extremen Wahrnehmungen umzugehen, die sie haben. Sie sind Lösungs- und Copingversuche und keine Verhaltensstörungen. Aber ein Autist, dessen Not nicht verstanden wird, entwickelt leicht psychische Störungen wie Mutismus. Besonders, wenn mit Therapien versucht wird, ihnen das normale Verhalten anzutrainieren. Das ist der Unterschied.


Zurück zu „Mutismus-Forum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste