Hilfemöglichkeiten

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

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Schlusi
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Beitragvon Schlusi » 01.09.2014, 19:19

Er aber die Meinung vertritt, es ist ein psychisches/seelisches Problem und bei der Problematik, wie sei meiner Tochter besteht, würde NUR eine komplexe systhematische Familien/Psychotherapie helfen. Weil meine Tochter wohl noch emotional am ende des 1. Lebensjahres hängen würde!?!

Wir hatten ja mal so einen leichten Einstieg in eine Familientherapie und unsere Tochter hatte dort auch eine Psychotherapie. Das hat eher das Gegenteil bewirkt. Es hieß immer, dass wir Eltern uns ändern müssen. Und wir haben hier auch diverse Änderungen reingebracht, die wir anhand der Therapie herausgearbeitet hatten. Das hat aber genau das Gegenteil bewirkt. Unsere Tochter hat dann auch noch ihre Sicherheit hier zuhause verloren, weil sie ständig mit neuen Änderungen aufgrund der Therapiesitzungen mit uns Eltern rechnen musste. Das hat bei uns damals dazu geführt, dass sie sich auf ihrem Hochbett verkrochen hatte und auch schon gar nicht mehr an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen wollte. Unser Sohn als älterer Bruder war auch mit in die Therapie involviert und war der erste, der sich geweigert hat, weil sich der Zustand seiner Schwester nur noch weiter verschlechterte. Danach ist auch mein Mann 'gekippt' und wollte nicht mehr. Das hat uns damals alles nichts gebracht und war eher kontraproduktiv. Da die Therapeutin aber uns davon überzeugen wollte, dass wir mit strenger Härte dem Verhalten unserer Tochter begegnen sollen, bin ich dann als letzter Fels auch noch gekippt, weil ich gegen meine innere Überzeugung handeln sollte und psychsomatisch/allergisch darauf reagiert habe. Letztendlich hätte ich mich dann gegen unseren Sohn und meinen Mann stellen müssen und auch noch einen härteren Umgang mit unserer Tochter fahren müssen. Ich denke, dass unsere Familie dann auseinandergefallen wäre. Darauf muss man innerlich vorbereitet sein, denn einige Therapien zielen darauf ab, dass man die Familie auflöst, sich von seinem Mann trennt, usw. Das sind so Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann.

Im übrigen würde ich meinen, dass Mutismus so nebenbei auch eine Störung der Entwicklung mit sich bringt. Wenn nun euer Arzt meint, dass eure Tochter emotional noch am Ende des 1. Lebensjahres hängt, dann ist sie emotional und kognitiv erst recht nicht für eine Psychotherapie geeignet, ist so meine Einschätzung. Selbst z. B. erwachsene Autisten, die ja, was die Entwicklung in der Kindheit betrifft, auch entwicklungsverzögert sind, können eher von einer Verhaltenstherapie profitieren und finden eher kaum einen Zugang zu einer Psychotherapie.

Ich würde Dir auch empfehlen, dass Du Dir einen anderen Arzt suchst, der sich mit Mutismus auskennt und weiß, dass die speziellen Mutismus-Therapien der richtige Weg sind. Außerdem ist die Überwindung des Mutismus eine langwierige Sache.

Schlusi :)
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Samtpfote
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Beitragvon Samtpfote » 02.09.2014, 07:23

Morgen ihr Lieben,

danke für eure Worte.
@Schlusi: Genau DAS ist auch bei mir der Punkt wo ich so ner Familientherapie sehr skeptisch gegenüber stehe.

Der Psychologe wiederholte auch andauerd, das die Therapie und die Behandlung des Kindes eigentlich im Rahmen des Alltages in der Familie stattfindet und das gerade ICH als Mutter, wegen der Bindung, das Schlüsselglied sei. :roll: .
Allerdings ist die große ein totales Papa-Kind. Wenn es ihr schlecht geht oder sie Schmerzen hat, dann muss immer nur der Papa da sein und kommen. Das war schon immer so.
Und ich hab da auch wirklich keine Nerven noch auf igendentwas davon zu achten was dann so ein Familientherapeut einem versucht einzubleuen :roll: . Abgesehen davon ist sie eh kaum daheim. Die Zeit mit der man so wirklich mit ihr zu tun hat (beim Abendessen z.B.) wie soll man dann da irgendetwas bewerkstelligen?
Mal ganz davon abgesehen das ich echt keine Nerven mit dem Thema mehr hab. Mein Mann ist ja selber schon in einer Psycho/Verhaltenstherapie wegen dem Ganzen Thema und weil er als Kind auch so war. Ich hatte ja auch so meine Schwierigkeiten und hatte auch leicht SM, welcher sich dann im Rahmen meiner Erzieherausbildung und einem Kommunikationsseminars, von jetzt auf nacher in Luft aufgelöst hat.

Dabei finde ich das das Sprechen nicht wirklich das Hauptproblem ist, sondern ihre Lern- und Leistungsblockade, die ihr und uns tatsächlich das Leben bedrohen mit den Schulleistungen.

Paar seiner Ansätze sind ja schon wirklich nachvollziehbar, aber das sie nur mit so ner Familientherapie gelöst werden können? Na ich weiß nicht so Recht.
Die Mutter-Kind-Bindung ist bei meiner großen auch wirklich nicht so wie sie hätte sein sollen, aber ob DAS nun der Grund und die Lösung ist?

Und wenn hier in der Familie Änderungen vorgenommen werden sollen, warum haben dann die 2 anderen Töchter nicht auch die Problematik??? Und meine Kleinste bewegte sich ja auch in diese Richtung...aber bei ihr besteht eine unheimlich gute Bindung....ob es tatsächlich so eine gewichtige Rolle spielt????

Hmmmmmmmm......

LG Samtpfote

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Das hat bei uns geholfen: Energiemedizin - Healing Codes

Beitragvon mutismusmama » 14.11.2014, 11:13

Meine heute 21jährige Tochter litt auch von Kindheit an am Selektiven Mutismus. Wir haben den kompletten Leidensweg durch mit Trennungsangst, Panik, Mutter für alles brauchen, Hölle Schule, Depression, Psychiatrie und und und.
Kein Psychologe, Lehrer, Sozialpädagoge, Arzt kam auf die Idee, in Richtung Selektiver Mutsmus zu hinterfragen. Letztlich kam der entscheidende Tip von einem Coach, mit dem ich beruflich Kontakt bekam.

Lange Rede, kurzer Sinn: geholfen haben uns die Healing Codes. Literaturempfehlung Alex Loyd, Buchtitel "Healing Codes".
Es wird auführlich erklärt, dass alle gesundheitlichen Störungen letztlich Energiemuster sind. Und die kann man ganz einfach selbst heilen! 3-4mal am Tag rund 6 Minuten lang die energetischen Übungen, genannt Healing Codes, machen. Keine Hexerei, alles physikalisch erklärbar. Man kann es für das Kind tun oder mit dem Kind!
Es funktioniert wirklich und zwar in relatv kurzer Zeit! Bei meiner Tochter war nach ca. 6 Wochen die Angst, das Wertlosigkeitsgefühl, die Panik, das Schweigen usw. gebrochen. Es ist wunderbar!

Wer mehr wissen will und Hilfe braucht, darf mich gerne kontaktieren!

Liebe Grüße von einer sehr erleichterten Mama mit 20 Jahren Mutismuserfahrung. :D

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Samtpfote » 14.07.2015, 07:44

Hey ihr Lieben,

hab schon länger nichts von uns hören lassen, da es im großen und ganzen auch ganz gut lief. Töchterchen ist zum Halbjahr in die 5te Klasse gewechselt. Dieser verlief eigentich ganz gut. Sie hat sich mit paar Mädchen in der Klasse und der Parallelklasse angefreundet, nur mit den Jungs gibts Stress. Bis vor kurzem hat sie uns erfahren lassen das sie anscheinend von einem Jungen ganz stark köperlich attakiert wurde und zeigte ihr blauen Flecke die sie zu Hauf hatte. Gleich am nächsten Tag ist mein Mann morgends mit zur Schule und hat das der Klassenlehrerin erzählt und nun geht es anscheinend wieder.
Die Noten sind eigentlich zum Verlgeich zur 6ten Klasse unverändert, Mathe, weswegen ein Wechsel geraten wurde, hat sich nicht wirklich verbessert, da schreibt sie weiter 5en...und das auf dem Förderschulnevau, aufm Gymi war sie auch nicht viel schlechter :roll: . Dafür klappt es in Deutsch super und in den anderen Fächern hält sie sich bei 3en und 2ern.

Aber zu unserem erneuten Problem....
Seit gut 1 Jahr macht sie ja wöchentlich eine Therapie bei einer Ergotherapeutin die nach Komut arbeitet. Ist jedenfalls die einzige Therapeutin für SM die bei uns in der erreichbaren Nähe ist. Sie ist auch in der Mutismusseite als Therapeutin eingetragen.

Nun ja, Erfolge die nun der Therapie zuzuschreiben wären, können wir keine verbuchen. Und seit nem halben Jahr geht sie auch nur ungern hin und das auch nur wenn die kleine Schwester mitgeht.
Seit der letzen Therapiestunde, auf die sie sich eigentlich gefreut hatte, mag sie nun auf gar keinen Fall mehr zu DIESER Therapeutin. Es gab wohl einen Vorfall, der nun bei der Großen eine totale Verweigerung und Trotz-Verhalten als Resultat hatte.
Und zwar, hat die Therapeutin eine "Schaumrutsche" gebaut. So eine Plastikmatte auf eine wohl etwas höhere Rutsche gelegt. Eigentlich ein riesen fun. Aber nicht für sie. Sie hat es so oder so überhaupt nicht mit schnellen Sachen und fährt im Freizeitpark nicht mal die (!) Kleinkindachterbahn, die ihre Schwestern mit 2 1/2 Jahren gefahren sind. Sie hat sich anscheinend geweigert da runterzurutschen, dann hätte die Therapeutin wohl gesagt sie müsse aber rutschen, als sie sich immer noch geweigert hatte, hat die Therapeutin wohl nach drinnen in ein Zimmer "verfrachtet" (wie massiv genau sie ins Zimmer gebracht wurde, wissen wir nicht) und dort sollte sich dann wieder umziehen.
So und nun hasst sie die Therapeutin noch mehr und möchte auf gar keinen Fall mehr zu ihr.

Was sollen als Eltern denn nun tun? Wir versuchen sie zwar weiterhin zur Therapie zu bewegen, aber die blockt total und lässt keine andere Meinung zu. :( :( :(
Uns ist bewußt das man ihr nicht diese "Macht" gewehren lassen sollte und sie auch lernen muss, das man Sachen machen muss, die man nicht mag, aber in meinen Augen wäre das ihren Willen zu brechen :cry: :cry: :cry: .

Sind nun ratlos, denn gegen ihren Willen sie zur Therapie zu tragen(!!!) bringt doch erst recht nichts und würde ihre Abwehr sicher noch mehr verstärken.

LG Samtpfote

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon NinaO » 14.07.2015, 15:06

Hallo,

kaum jemand möchte unter Zwang etwas durchführen müssen. Kinder v.a. in der Therapie sind vom Therapeuten zu motivieren und wenn es als Vorbild ist, so dass Kinder nicht merken, dass sie zum Ausprobieren gelockt werden.
Man kann es durch nette Sprüche ja erstmal versuchen, aber mit körperlicher Handgreiflichkeit schon gar nicht. Habe solch einen Umgang mit Kindern von Erziehern und Lehrern leider schon öfter erlebt. Betroffen sind stets Außenseiterkinder, die sich verweigern oder stören oder nerven. Meist entsteht ein Teufelskreislauf. Der Erwachsene ist beleidigt und will sich unbedingt durchsetzen und geht über Grenzen, um letztendlich die Kontrolle zu behalten.
Es ist traurig, aber leider Alltag.
Nur, wenn dies kontraproduktiv in die Diagnose wirkt und es dadurch letztendlich zu keiner Verbesserung kommt, kann man auf freiwillig gewählte Angebote verzichten.
LG
NinaO

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Schlusi » 14.07.2015, 19:17

Meiner Meinung nach geht das gar nicht.
Die Therapeutin hätte ja schauen können, ob Deine Tochter rutschen mag, wenn sie nicht von ganz oben starten muss, sondern so auf halber Strecke und dann auch mit der Möglichkeit, dass die Therapeutin auch dann noch Deine Tochter stoppen wird, wenn sie "Halt!" ruft. Das wäre dann eine Möglichkeit das Vertrauen zu festigen und dann weitere höher gesteckte Ziele anzupeilen. Aber nicht so. Nicht so nach dem Motto "entweder oder". Dann auch noch mit Strafe und wegschicken in ein anderes Zimmer. Ich finde das geht gar nicht. Das ist ja im Grunde genommen Kontaktabbruch, womöglich dann noch mit Beleidigtsein der Therapeutin? Ich kann dazu nur sagen, dass unsere Tochter sich auf solch eine Ebene schon mal gar nicht begibt. So ein Verhalten würde jegliche weitere Zusammenarbeit mit unserer Tochter unmöglich machen. Und es geht dabei nicht darum, dass Deine Tochter ein Machtspiel spielt und gewinnt, wenn ihr jetzt nachgebt und die Therapie abbrecht. In meinen Augen ist das keine professionelle Therapie. So geht es nicht! Ich schätze das so ein, dass die Therapeutin selbst hilflos ist und nicht weiterkommt und jetzt eurer Tochter den schwarzen Peter zuschiebt. Sie will ja nicht, sie spielt Machtspiele und wenn ihr jetzt als Eltern eurer Tochter noch nachgebt, dann bekommt ihr damit dann auch noch die Schuld. Der eigentliche Grund für all das ist einfach eine nicht fruchtende Therapie aus welchen Gründen auch immer. Es wäre fairer, wenn die Therapeutin einfach zugeben würde, dass sie mit eurer Tochter nicht weiterkommt und gut ist. Aber so ist das ein fieser Weg, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken oder aber zu vertuschen, dass die Chemie zwischen ihr und eurer Tochter einfach nicht stimmt.

Schlusi :)
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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Samtpfote » 20.07.2015, 07:16

Moin :) .

Leider wissen wir auch nicht genau, WAS und WIE genau diese Therapiestunde verlaufen ist. Seit die Große spitz bekommen hat das das SM-Mädchen, welches noch weniger bis überhaupt nicht in der Klasse gesprochen hat (in der 6sten wo sie zuerst war), anscheinend gar keine Therapie macht, seit dem mag sie auch nicht mehr wirklich zur Therapie, denn in ihren Augen spricht sie ja viel mehr und hat in der 6ten auch zunehmend mündlich im Unterricht mitgemacht, warum soll SIE dann eine Therapie machen und das andere Mädchen nicht?.
Die mündliche Beteiligung ist mit dem Wechsel in die 5te Klasse allerdings auf Null gesunken, weil sie sich in der 5ten nicht SO wohlfühlt wie es in der 6. Klasse der Fall war. Dort hatte einfach alles gepasst, die Klasse, der Umgang in der Klasse, die Mädels und auch die Jungs waren ok und die Klassenlehrerin war spitze und mit dieser Lehrerin hat sie auch zu erst gesprochen.
In dem Gepräch wo die Schule uns erläutert hat, das es besser wäre das sie in die 5te runtergeht, haben wir dann auch schon gesagt, das diese Fortschritte in der Kommunikaion in der 5ten sehr wahrscheinlich wieder einbrechen werden, bis ganz zum stillstand kommen können. So ist es nun auch.
Für meine Tochter ist OK das sie in der 5ten ist. Sie versteht warum es so ist und in Mathe und Englisch ist auch froh wieder in der 5ten zu sein, wo es doch wieder etwas einfacher ist. Das ist aber das einzige. Die Chemie passt nicht so wirklich und sie wird sehr oft in der 5ten gärgert und wie erst kürzlich erfahren haben auch körperlich attakiert. Dies hat sich mit dem Gespräch nun gebessert, troztdem. Diese 6. Klasse war einfach optimal vom Umfeld und dort blühte sie richtig auf.
Mit ihrer neuen Klassenlehrerin der 5te. kommuniziert sie immer noch nicht verbal, obwohl diese sich wirklich sehr bemüht und auch zahlreiche Hilfestellungen gibt. Meine Tochter durfte für ihre Lesenote in Deutsch und Englisch einen Text auf ihrem Samrtphone aufnehmen und in der Schule soll sie ein I-Pad bekommen, damit sie damit kommunizieren kann und nicht immer die Lehrerin für sie das aufgeschrieben wiedergeben muss.
Nun ja, wie auch immer, bis dato ging es noch sie zur Therapie zu motivieren und eigentlich hat es auch die Therapeutin mit ihrem geplanten Programm oft geschafft. Aber auch NUR wenn die kleinste Schwester mitkommt. Doch jetzt, no way! Letzte Woche haben wir kurz mit der Therapeutin gesprochen als wir die Stunde abgesagt haben. In dem Telefonat meinte die Therapeutin das sie mind. noch 2 mal kommen solle und sie sich diese Abwehr nun auch gar nicht erklären kann und sie auch gerne von ihr wissen möchte was denn passiert ist, das sie sich nun so dagegen sträubt. Dies kann meine Tochter ja auch per SMS schreiben (so hatte mein Tochter im übrigen auch selber die Stunde abgesagt!). Doch meine Tochter weigert sich überhaupt mit ihr zu schreiben...
Dabei ist sie nicht mal strikt gegen die Therapie, sondern eher die Therapeutin. Sie findet es langweilig, es mache ihr keinen Spaß, dabei kann sie meistens selber wählen der vorschlagen was sie denn in der nächsten Stunde machen möchte. Naja und sie mag eben DIE Therapeutin nicht.
Auch sagt sie, das ihr die Therapie (die alledrings genauso wenig Erfolg hatte) viel mehr Spaß gemacht hat. Dahin ging sie auch immer ohne murren, aber auch ohne anstalten zu machen dort zu sprechen...
Nun hatte sie gefragt, ob sie denn hier im Ort zur Logopädin gehen können, wo auch die kleinste Schwester vor 1 Jahr eine kurze Therapie gemacht hat.

Aber ich denke, sobald es irgendwo in irgendeiner Art "Ungemütlich" für sie wird, dann bricht sie es ab und geht in die Vermeidungsstrategie.
Und DAS sollte man ihr sicherlich auch nicht so einfach durchgehen lassen. Ich denke schon sie sollte auch lernen mit unangenehmen Situationen zurecht zu kommen und sie denen auch stellen zu können, ohne immer gleich Aufzugeben.
Tja, heute soll sie zur Therapie, aber Madame weigert sich natürlich und verweigert auch zudem jegliche weitere Kumunikation mit der Therapeutin und lässt sich leider auch in keinster Weise vom Gegenteil überzeugen ......

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Schlusi » 20.07.2015, 08:06

Hallo Samtpfote,

ziemlich verfahrene Situation.

Seit die Große spitz bekommen hat das das SM-Mädchen, welches noch weniger bis überhaupt nicht in der Klasse gesprochen hat (in der 6sten wo sie zuerst war), anscheinend gar keine Therapie macht, seit dem mag sie auch nicht mehr wirklich zur Therapie, denn in ihren Augen spricht sie ja viel mehr und hat in der 6ten auch zunehmend mündlich im Unterricht mitgemacht, warum soll SIE dann eine Therapie machen und das andere Mädchen nicht?.

Ja, gaaaanz toll. Solche Sprüche kenne ich von unserer Tochter auch.
Das darfst Du nicht überbewerten.
Das sind und können empfundene Ungerechtigkeiten sein, die mehr oder weniger auch den Tatsachen entsprechen können.
Meistens gebe ich meiner Tochter Recht und finde das auch blöd. Dann ist das schnell für's erste überwunden und wir können weiter schauen, uns wieder auf ihren Weg konzentrieren. In guten und ruhigen Momenten kommt da bei unserer Tochter auch mal die Einsicht, dass es gut ist, wie ihr Weg ist, auch wenn es Ungerechtigkeiten gibt. In starken Momenten hält sie sich damit auch nicht auf. Dafür muss man eben die anderen Momente mit (er-)tragen, wo das anders ist.

Aber ich denke, sobald es irgendwo in irgendeiner Art "Ungemütlich" für sie wird, dann bricht sie es ab und geht in die Vermeidungsstrategie.
Und DAS sollte man ihr sicherlich auch nicht so einfach durchgehen lassen. Ich denke schon sie sollte auch lernen mit unangenehmen Situationen zurecht zu kommen und sie denen auch stellen zu können, ohne immer gleich Aufzugeben.
Tja, heute soll sie zur Therapie, aber Madame weigert sich natürlich und verweigert auch zudem jegliche weitere Kumunikation mit der Therapeutin und lässt sich leider auch in keinster Weise vom Gegenteil überzeugen ......

Vielleicht sollte man nicht so sehr die vermeintlich dahintersteckende "Vermeidungsstrategie" in den Focus stellen.
Vielleicht sollte eine Sache auch beendet werden, weil sie für Deine Tochter innerlich schon beendet ist.
Und vielleicht kann man dem mehr Eigenverantwortung Deiner Tochter entgegensetzen.

Bei uns gab es ja auch schon oft solche Situationen. Ich habe versucht, dass dann nicht in irgendeine Schublade einzuordnen, sondern einfach anzuerkennen, dass es jetzt an dem Punkt so nicht weitergeht, wie vorher. Aber weitergehen muss es. Und zurück wollen wir nicht, soll sie nicht und will sie selbst ja auch nicht. Also sollte es mit der Beendigung der einen Sache auch einen Schritt nach vorne geben mit einem Fortschritt in ihrem Problemfeld. Ich weiß nicht, unsere war und ist immer dankbar, wenn ich sie in die Verantwortung nehme. Quasi so nach dem Motto "na, gut, ich erlöse Dich aus einer nicht mehr fruchtenden Sache und Du übernimmst dafür mehr Eigenverantwortung und gehst ganz klar nach vorne in Deiner Entwicklung. Und dann habe ich Vorschläge eingefordert und sie musste natürlich auch selbst die alte Sache beenden.

Ich empfinde es einfach auch als größere Chance, wenn man nicht von einer bloßen "Vermeidungsstrategie" ausgeht, sondern mit Zuversicht dem Kind mehr Eigenverantwortung gibt und dafür auch etwas einfordert. Einen Versuch ist es wert, denke ich. Bei uns klappt das, wenn auch in kleinen Schritten. Vielleicht kannst Du auch etwas finden, was ihr Spaß macht und nebenbei auf anderer Ebene ihre Entwicklung fördert (gib' ihr Recht, sie hat so lange hart gearbeitet, jetzt ist mal wieder etwas Spaß dran). Wie gesagt, man kann es als "Vermeidungsstrategie" einordnen, aber damit kommt man letztlich auch nicht weiter. Denn wir als Mütter, als Eltern, sind auch auch gefordert. Wir können und dürfen auch nicht immer stur auf diesen einen eingeschlagenen Weg verharren, dem Kind "Vermeidungsstrategie" unterschieben, während wir uns ausruhen, unflexibel sind, uns nicht mit Planänderungen anfreunden können. Es ist ja auch so, wenn das mutistische Kind erfährt und erlebt, dass auch wir uns diesem Mutismus stellen, neue Wege einschlagen, wenn ein alter Weg unerträglich geworden ist, dann verlieren wir nicht auf dem Weg den Mutismus zu bekämpfen, sondern beide Seiten lernen etwas dazu. Und wenn Deine Tochter sieht und erfährt, dass auch für die Eltern die Sache ein Lern- und Erfahrungsprozess ist, dem sie sich gleichermaßen stellen, dann wächst das Kind ganz anders in die Mutismusbewältigung hinein, hat eher Verbündete als Gegner.

Schlusi :)
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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Hyazinthe » 20.07.2015, 09:03

Hallo Schlusi und Samtpfote,

Schlusi, das hast Du wieder ganz toll formuliert, so finde ich das auch. Das Kind darin zu bestärken, es in die eigene Verantwortung zu nehmen für seine Entwicklung und so weiter. Als ehemals betroffenes Kind musste ich auch häufig feststellen, dass die Eltern mir pauschal (manchmal zu recht, an anderen Stellen wieder vollkommen zu unrecht) zu wenig zugetraut haben. Ja, das ist möglicherweise ein Bestandteil des SM an sich. Darum muss die Therapie auch Möglichkeiten bereit stellen, dem Kind mehr Verantwortung und 'Selbstwirksamkeitserfahrung' zuzumuten, damit es sich Stück für Stück aus dem selektiven Schweigen herausarbeitet. Selektiv mutistische Kinder sind 'Underachiever', sie können mehr leisten als sie zu zeigen bereit sind und geben als unbewusste Psycho-Strategie vorher schon auf. Dies sollte man nicht befördern, indem man zarte Autonomieanwandlungen zunichte macht, die eigentlich entwicklungsrelevant sind. Schön gesagt? :wink:
Viele Grüße!

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Samtpfote » 21.07.2015, 06:31

Ach..ihr seid echt klasse :D . Eure Meinungen und Tipps sind toll. Und ihr schafft es einem Mut zu machen.

Ja, das mit der Großen ist wirklich nicht immer einfach, wobei sich in den letzen 2 Jahren sehr viele Bereiche in denen das Sprechen nicht ging, wie z.B. beim Bäcker selber sagen was man möchte, auf einem Fest, alleine sich Essen holen, im Urlaub in einem fremdsprachigen Land alleine etwas zu fragen, im Schwimmbad sich alleine Essen bestellen, Im Restaurant dem Kellner/in sagen was man trinken möchte, in der 6te Klasse mit der neuen Klassenlehrerin sprechen, in der Klasse sprechen, in der Klasse etwas an die Tafel zu schreiben( wenn sie in der Klasse geblieben wäre, hätte sie mit Sicherheit es auch geschafft ein kleines Referat vor der Klasse zu halten :cry: )...DAS alles macht sie, und das schaffte sie alles in der Zeit OHNE Therapie.
Sie ist nun kanpp 1 Jahr in der "neuen" Therapie, die nun auch speziell für SM-Kinder ist, aber ich kann nicht behaupten das DURCH die Therapie sie Fortschritte gemacht hat.
Ich würde es eher ihrer persönliche Entwicklung zuschreiben.
Allerdings vertritt sie weiterhin sehr sehr sture Ansichten in denen sie klipp und klar für sich unterscheidet mit wem sie redet, mit wem sie reden würde und mit wem auf gar keinem Fall, nie und nimmer.

Schlusi...so wie du es mit der Eigenverantwortung erläutert hast....ich denke genau mit dieser Eigenverantwortung hat sie die Bereiche, die ich oben aufgeführt habe, alleine und von sich aus, ohne jegliches zutun und drängen, oder Therapie, für sich erarbeitet.

Dann kommen nun auch noch gesundheitliche Probleme hinzu. Da sie ja nun in der Pubertät ist, hat sie durch die Hormonumstellung viele unangenehme Begleitprobleme, wie Migräne, öfter ziehen im Bauch, Haarausfall, Stimmungsschwankungen...Aber das ist nichts mit dem was sich bei ihr und ihrer mittleren Schwester entwickelt hat. Und zwar hat sie seit paar Monaten eine Laktoseintoleranz und vermutlich noch eine Fruktoseintoleranz. Dies macht den Alltag rund ums Essen nun extrem schwirig und lässt uns Eltern und erst Recht die Kinder oft verzweifeln, wenn sehr viele Sachen nicht mehr essen kann. Und bei der Großen sind es viele Lebensmittel, die sie gerade so gegessen hat. Und dabei ist sie eh so dünn. Wiegt mit 12 Jahren und ca. 1,40m gerade mal um die 26kg.

Nun ja, gestern war sie bei der Therapie, hat sich aber wohl geweigert irgendetwas zu machen. Als ich sie nämlich gefragt hab was sie denn heute gemacht hat, kam als Antwort nur: "Nichts"!
Nächste Woche bittet die Therapeutin nun erst mal zum Gespräch und das Rezept wäre dann eh mal wieder voll....gute Frage wie es nach dem Sommerferien dann weiter gehen wird....

Ich danke euch für eure aufmunternden Worte :)

LG

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Schlusi » 22.07.2015, 06:36

Dann kommen nun auch noch gesundheitliche Probleme hinzu. Da sie ja nun in der Pubertät ist, hat sie durch die Hormonumstellung viele unangenehme Begleitprobleme, wie Migräne, öfter ziehen im Bauch, Haarausfall, Stimmungsschwankungen...Aber das ist nichts mit dem was sich bei ihr und ihrer mittleren Schwester entwickelt hat. Und zwar hat sie seit paar Monaten eine Laktoseintoleranz und vermutlich noch eine Fruktoseintoleranz. Dies macht den Alltag rund ums Essen nun extrem schwirig und lässt uns Eltern und erst Recht die Kinder oft verzweifeln, wenn sehr viele Sachen nicht mehr essen kann.

Samtpfote, diese ganze Palette haben wir eins zu eins auch!
Gestern ging gar nichts mehr. Den vorletzten Tag vor den Ferien hat sie nun noch fehlen müssen.
Morgens gleich schon Migräne, Übelkeit, halt das ganze Programm. Und gestern wollten die Pizza essen gehen, wahrscheinlich auch noch einen Film schauen (auch das ist sehr belastend für unsere Tochter, weil sie nicht gerne Fernsehen sieht und ins Kino auch nur geht, wenn sie den Film aussuchen kann, sich vorher informieren kann, ob es etwas ist, was sie sich zumuten kann). Einen normalen Schultag hätte unsere Tochter sehr wahrscheinlich sich noch zugetraut und hingekriegt, aber das ging jetzt gar nicht. Wegen so einem Mist, was den Kindern eigentlich Freude machen soll, hat sie nun gleich wieder für das erst nach den Sommerferien beginnende Schuljahr einen Fehltag auf der Liste. Das ärgert sie zu allem Überfluss auch wieder sehr doll. Aber es ging gestern wirklich nichts mehr. Sie hat dann auch nur noch geschlafen, ist gestern abend auch ganz früh zu Bett gegangen.

Bei unserer Tochter verschlimmert sich die Laktose- und Fruktoseintoleranz bei allgemeinen Stress. Und je stressiger es wird, umso mehr Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen fast täglich dazu. Unsere Tochter ist kein dünnes Püppchen, von daher fällt das gar nicht großartig auf, dass da einiges im argen ist. Aber vor einiger Zeit hatte sie dennoch mal so stark abgenommen, dass sie plötzlich wieder in alte Hosen reinpasste. Es ist so, dass sie schon auch ein Eis essen kann. Aber wenn sie gerade noch so gut drauf ist, dass es ihr kaum Bauchweh bereitet, dann wirkt es sich aber zumindest auf ihr Verhalten aus. Das haben sogar die Kinder in ihrer Klasse schon bemerkt. Man könnte sagen, dass sie dann wie unter Drogen ist, von apathisch bis überdreht, von taumelig bis übermütig, alles hin und her und durcheinander. Sehr wahrscheinlich wären sie gestern auch noch Eis essen gegangen. Alles so Dinge, die gestern in ihrem runtergelevelten Zustand nicht mehr möglich waren.

Bei unserer Tochter ist es so, dass das alles neben den anderen Problemen so schwer auszuhalten ist, dass sie regelrecht aggressiv wird, wenn wir immer mehr noch reinpacken und ihr abverlangen wollen. Man muss einfach auch sehen und anerkennen, dass der ganz normale Alltag ohne weitere "Zutaten" schon im wahrsten Sinne des Wortes "Schnauze voll" bewirkt.

Schlusi :)
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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Samtpfote » 22.07.2015, 08:02

Ach..hat deine Tochter auch eine Laktose- und Fruktoseintoleranz? Krass :shock: .
Meine hat der Fruktoseintoleranz gemerkt da war sie noch in der 6. Klasse, als sie im Kochunterricht Traubensaft tinken durften. Dieser hat ihr allerdings auch sehr gut geschmeckt, so dass sie 2 Gläschen getrunken hat und mit Bauchweh regaiert hat. Dies hat uns dann zu Hause mitgeteilt. Zuerst dachten wir, ok...kann mal vorkommen und Traubensaft macht ja oft gerne Beschwerden. Als wir dann wegen Verdacht auf Scharlach mit ihr ihr und er Mittleren beim Kinderarzt waren, hab ich das mal erwähnt und dieer meinte dann, sie würde wohl fruktose nicht so gut vertragen, was aber wohl nicht so schlimm wäre, sie solle nur Traubensaft, naturtrüben Apfelsaft und Birnensaft meiden.
Sie kam dann in die 5.te Klasse und langsan wurde es schlimmer. Dann bemerkte sie in der Schule beim Mittagessen das sie von dem Milchreis, den es zum Nachtisch gab Bauchweh bekam. Zu Hause meinte sie dann sie vermutet das sie das geiche wie die Mittlere Schwester hat und erzählte mit dem Milchreis. Das mit der Laktose lässt sich ja auch zu Hause schnell selber herrausfinden und dem war auch so. DAs war für sie schon ne kleine Kathastrophe, aber machbar, denn dagegen gibt es ja Tabletten.
Nach und nach kamen nun immer mehr Lebendsmittel und Getränke dazu die ihr Bauchweh bereiten :cry: . Und bei der mittleren Schwester steht noch eine Histaminintoleranz im Raum, die noch schlimmer ist das mit der Fruktose bei der Großen. So langsam geht es aber, sie führt ein Lebensmitteltagebuch, wo sie reinschreibt was sie gegessen hat und ob sie das vertragen hat. Dadurch sieht sie udn auch wir, das sie ja doch ziemlich viel ohne Beschwerden essen kann. Leider kann sie sie einzigen Süßigkeiten die sie ißt, nämlich Gummibärchen kaum noch essen, oder nur spezielle, wo 50g 1,25.- kosten :shock: . Oder Eis ist auch sehr schwierig. DAS belastet sie dann doch.

Ob sich das nun alles durch den Wechsel in die 5te Klasse so verschärft hat???????
Notentechnisch hat sie kaum noch Stress, denn die sind nicht mehr soo schlecht. Mathe bekommt sie im Zeugnis eine 4. Zwar auf Förderschulnevau, was für sie aber dennoch gut ist.

Ich bin bis eben gar nicht auf die Idee gekommen, das mit den Intoleranzen und der Krankheitshäufigkeit mit dem Klassenwechsel in Verbindung zu bringen :shock: :shock: .
Aber wenn ich nachdenken.....in der 6.ten war sie kaum krank, erst seit sie in der 5ten ist :? .

Nächsten Montag haben wir Eltern das Gespräch mit der Therapeutin und ich hab keinen Plan welche Stellung wir dazu einnehmen sollen :? :? :? :? .

LG Samtpfote

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Schlusi » 22.07.2015, 13:02

Hallo Samtpfote,

also Histaminintoleranz kenne ich auch. Das hatte/habe ich auch.
Allerdings war das bei mir am schlimmsten, als unsere Tochter in Therapie war und die Kindergartenzeit dem Ende zuging. Da war es extrem stressig für mich.
Auf dem Höhepunkt dieser Phase konnte ich fast gar nichts mehr essen, am normalen Mittagessen habe ich mich nicht mehr beteiligen können, schon Nudeln mit Tomatensoße ging gar nicht. Ich habe dann sozusagen Diät gehalten und mich nur von dem ernährt, was ich vertragen konnte.

Ob sich das nun alles durch den Wechsel in die 5te Klasse so verschärft hat???????
Notentechnisch hat sie kaum noch Stress, denn die sind nicht mehr soo schlecht. Mathe bekommt sie im Zeugnis eine 4. Zwar auf Förderschulnevau, was für sie aber dennoch gut ist.

Ja, das kann schon so sein, dass das mit dem Wechsel zusammenhängt. Aber ich würde das trotzdem nicht so hoch hängen. Meistens spielen viele verschiedene Dinge da mit rein und dann kann man das eh nicht ändern. Einfach in der Spur bleiben und abwarten. Denn im Grunde genommen muss es jetzt gar nicht mal einen ganz bestimmten Auslöser geben. Allein der jahrelange Stress kann irgendwann dazu führen, dass der Körper dann eben irgendwann mal nicht mehr alles kompensieren kann und dann auffällig reagiert.

War ja bei mir auch so. Zu dem Zeitpunkt wo es mir immer schlechter ging, ging es eigentlich ja mit unserer Tochter langsam bergauf, wenn auch die Therapie anstrengend war. Ansatzweise konnte ich da sogar etwas zur Ruhe kommen, weil ich gesehen habe, dass es weiter geht, dass es klappen kann, dass alles jetzt bald gut oder besser werden wird. Aber der Körper hat eben dann auf das reagiert, was davor schon jahrelang so heftig anstrengend war. Von daher können so Reaktionen auch zeitversetzt sein. Es kann also auch sein, dass der Körper jetzt reagiert, gerade weil sie jetzt mal etwas zur Ruhe gekommen ist? Deswegen wäre es unter Umständen fatal da jetzt die aktuelle Situation durchleuchten zu wollen, um eine Ursache zu finden.

Unsere Tochter verträgt auch keinen Milchreis mehr. Und naturtrüben Apfelsaft meidet sie auch. Also sie weiß schon auch von selbst, was sie verträgt und was nicht und ich vertraue ihr da. Gummibärchen hat sie aber schon im Kindergartenalter nicht vertragen. Sie mochte das aber so gerne, weil sie halt so dicke fette Schokolade auch nicht verträgt. Da hat es dann die Menge an Weingummi gemacht. Wir haben dann immer nur so große Beutel mit Mini-Portionsbeutel gehabt. Das ging dann, wenn sie nur so eine kleine Portion genommen hat. Inzwischen meidet sie aber auch das. Da gibt es eher nur Kekse und die dürfen auch nur ganz wenig Schokoanteil haben.

Ach ja, und Pfannenkuchen mache ich jetzt immer mit einem hohen Vollkornmehlanteil. Es ist also auch so, dass sie Weißmehl nicht so gut verträgt, kein Weißbrot verträgt. Brötchen hingegen gehen, wobei sie da am liebsten Dinkelbrötchen isst, weil sie die auch besser verträgt. Sehr zum Ärger unseres Sohnes habe ich auch schon mal eine Vollkornpizza gemacht. Aber gut, unser Sohn zieht bald aus, dann kann ich mich noch mehr nach unserer Tochter richten. Unsere Tochter isst auch nur Vollkornbrot. Und auf ihr Vollkorntoast morgens streut sie noch Leinsamen. Das verträgt sie auch gut. Momentan verträgt sie daneben auch Wraps aus Maismehl. Maismehl an sich soll ja auch nicht so gut sein, kann sein, dass sie das irgendwann auch nicht mehr verträgt. Und Mais aus der Dose mag sie auch gar nicht.

Und unsere Tochter verträgt auch nicht viel Flüssigkeit im Magen. Also so Suppen essen geht auch nicht so gut. Hat sie früher gerne gegessen. Heute war sie z. B. ganz stolz auf sich, weil sie ihre Flasche Wasser heute in der Schule ganz ausgetrunken hat und noch keine Bauchweh hat. Also, Du siehst, bei uns ist es die ganze Bandbreite an Unverträglichkeiten, die man so haben kann und das ist phasenweise oft auch unterschiedlich stark ausgeprägt.

Schlusi :)
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Samtpfote » 22.07.2015, 15:18

Ach herje Schlusi..das liest sich alles schwer :? .
So schlimm ist es bei uns Gott sei dank und hoffentlich wird es das auch nicht.
Psychosomatisch bedingt muss meine Große fast alle 2 std. auf die Toilette und bei Aufregung noch häufiger :( . Das nervt, aber es nicht nicht wirklich in den Griff zu bekommen.
Bei meiner Großen ist das mit dem Zucker nur etwas kritisch, da sie bei viel Stress oder wenn sie mal total ausrasten sollte oder sich komplett aufregen würde, in ein azetonaemischisches Erberechen reinschutschten könnte, welches nur mit viel viel Zucker und Kohlenhydraten verbessert werden kann. Sie hatte das schon 2-3 mal und einmal hätte man sie fast in Klinik an einen Glucosetropf hängen müssen.
Seit dem sollte sie darauf achten nicht zu wenig Zucker aufzunehmen, deswegen tirnkt sie in der Schule auch entweder Apfelschorle, Eistee, jedenfalls etwas mit Zucker drin.
DAS ist nun nicht mehr so einfach, da sie nun vieles nicht mehr verträgt und ihr geliebtes Sprite, gibts nicht in 0,5l PET-Flaschen :( .

Nun ja, nächste Woche fangen bei uns nun erst mal die Sommerferien an, wie immer fahren wir ans Mittelmeer und dieses Jahr (hoffe es kommt nicht doch noch was dazwischen) auch mit meiner Freundin, die auch Patentante 2 meiner Mädels ist und ihre Tochter ist ne sehr gute Freundin von meiner Großen...Darauf freut sie sich auch total. Ihr Zeugnis wird ja auch nicht so schlimm.
Nächste Woche hat auch die Mittlere ihre Abschlussfeier in der Grundschule, dann hoffe ich das sich das alles bei ihr auch wieder beruhigt.

Nur müssen wir weiterhin noch eine Lösung mit der Therapie finden...ich hab da echt keine Ahnung....

LG Samtpfote

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Re: Hilfemöglichkeiten

Beitragvon Samtpfote » 28.07.2015, 05:43

So, gestern hatten wir das Gespräch mit der Therapeutin....

....und es ist total anders Verlaufen als gedacht...und das im neegativen Sinne :cry: :cry: :cry: .

Nicht nur das sie das Verweigern so zu sagen als Trotz und diese Verweigerungshaltung hält und ihr DAS rein gar nix ausmacht und sie darauf nicht wirklich eingehen möchte, nein, sie kam nun mit einer DVD von Meisenheim an und meinte das die Große dort hin solle...aus ihrer Sicht würde sie nur positiv davon profitieren. :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:

Ich bin nun davon sowas von geplättet.
Ich hab zwar nur positives von Meisenheim gelesen...aber SO EINE MASSNAHAME bei meiner Tochter?????? :shock: Ich finde das die Therapeutin damit mit Kanonen auf Spatzen schießt! :evil:

Ich war sowas von geschockt, das ich gar nicht mal richtig nachgefragt hab WARUM sie sie eigentlich dahin schicken will?

Würde ihr dort in evtl. (!) kürzerer Zeit eher geholfen werden?

Oder ist die Therapeutin mit IHREM Latein am Ende und weiß nicht wie SIE mit IHRER Therapie bei meiner Tochter weiter kommen soll?

Sie ist nun knapp 1 Jahr bei ihr in Therapie und ich kann nun nicht sagen das sich durch die Therapie nun wirklich was bei ihr gebessert oder getan hat.

Die Fortschritte die sie mittlerweile geschafft, sind nämlich in dem einen Jahr passiert in dem sie NICHT in Therapie war!!! :|

Und das sie nach dem Schulwechsel in der 6. Klasse aufgetaut ist und vermehrt mit Lehrern und langsam auch in der Klasse und vor der Klasse gesprochen hat, hängt eher damit zusammen das diese Klasse für sie ideal war und sich dort total wohlgefühlt hat und bei nur 9 anstatt 25 Kindern in Klasse ist auch nicht verwunderlich das sie da das Sprechen eher schafft.

Aber nein, die Therapeutin hält daran fest, das sie auch wenn sie sich total sträupt sie weiterin zur Therapie kommen muss und das sie auch in für sie nicht idealen Situationen "funktioniern" muss!
Klar das letzere ist wichtig und sie muss lernen auch in unangenehmen Situationen zu Sprechen und auch mit Menschen die sie nicht leiden kann...

Aber dazu ist sie einfach noch nicht bereit!

Und durch die vielen Wechsel und druch die vielen schrecklichen Schuljahre finde ich es aber sehr wichtig das sie mal zur Ruhe kommen kann und sich nun komplett auf die Schule und die Klasse in der sie nun ist einstellen und gewöhnen kann, ohne das sie da nun, wenn es auch vielleich erst in 6 Monaten und 1 Jahr ist, da nun wieder herrausgerissen wird.

Sie hat mich schon selber verunsichert und etwas verängstigt gefragt ob sie denn nun auf dieser Schule bis zum Schluss bleiben kann. Und hat auch selber gesagt, ohne das je so eine Maßnahme überhaupt im Raume gestanden wäre, das nicht mehr wo anders hin möchte. Sie hat bis jetzt immer die A***karte gezogen und an ihr wurde rumversucht. Und egal wo sie auch landet, jedesmal mit dann da angefangen mit irgendwas herrumzuprobieren und rumversucht. Dies hat nicht immer direkt mit ihr zu tun, sondern betrifft die ganze Klasse, aber es trifft jedesmal DIE Klasse in der SIE drin ist.

Und diese Schaumrutschensituation die diese komplette Verweigerung ausgelöst hat ist weiterhin ungeklärt. Meine Tochter hat gesagt, sie wurde mehr oder weniger gezwungen das zu machen und die Therapeutin hat gesagt sie MUSS es machen, obwohl sie es überhaupt nicht wollte und die Therapeutin behauptet, sie hätte gesagt sie soll es 1 mal versuchen und wenn sie es dann immer noch nicht möchte muss es nicht mehr. Allerdings bestätigt die kleine Schwester, die auch da dabei war die Version der Großen, das die Therapeutin gesagt sie MUSS es machen, auch wenn sie nicht möchte.

Sagt mal gehört sowas zu der Mutismustherapie, sich über den Willen zu stellen, weil die Therapeutin das Verweigern mit dem Mutismus begründet und damit argumentiert und das sie sich sich Dingen stellen MUSS, die sie aber gar nicht möchte?

Also tut mir leid, wenn ich als Erwsachser etwas nicht machen möchte, EGAL warum, dann kann und soll mich verdammt noch mal auch keiner dazu zwingen, der wäre bei mir Gestorben :evil: !!!

Überhaupt, egal was mit meiner Tochter ist, schreibt sie ihr ne pampige SMS in der steht "Ich habe keinen Bock zur Therapie zu gehen". ist sie daheim pampig, mag sie dies oder das nicht, belastet sie etwas, dann begründet es die Therapeutin IMMER mit dem Mutismus.

Hallo??? :shock: Das Kind ist auch einfach mal NUR IN DER PUPÄRTÄT, verhält und antwortet manchmal wie eine Pupärtierende!!!!! :evil: :evil: :evil:



Ich weiß gar nicht mehr was ich nun davon halten soll, was ich von der Therapeutin halten soll, von einer Therapie überhaupt und was das beste für sie wäre :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry: :cry:

HELP!

LG Samtpfote


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