MUTARI- Methode

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

Moderator: Elfa

Sonnenschein3037
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MUTARI- Methode

Beitragvon Sonnenschein3037 » 01.01.2018, 02:01

Hallo,
ich bin Mama von einem mit selektiven Mutismus betroffenen kleinen Jungen. Nach fehlgeschlagenen Behandlungen sind wir nun wieder auf der Suche nach einem sinnvollen Behandlungsansatz und sind dabei auf die MUTARI- Methode gestoßen. Im Forum haben wir bereits gelesen, dass öffentlich nichts über die Therapie geschrieben werden darf, daher wären wir wahnsinnig dankbar über PN`s mit Erfahrungsberichten. Im Netz finden wir bislang nur Gutes- klingt fast zu gut um wahr zu sein...

Ich danke euch von ganzem Herzen! :)

Hyazinthe
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Hyazinthe » 01.01.2018, 12:31

Hallo Sonnenschein3037,

herzlich willkommen hier im Forum und alles Gute zum neuen Jahr,

welchen Behandlungsformen wurde Dein Junge denn bisher unterzogen und wie genau ist sein Alter? Dann wäre noch interessant, von dem die Diagnose gestellt wurde. MUTARI wird meines Wissens in Süddeutschland durchgeführt. Keine Ahnung, wo Ihr wohnt, aber der Aufwand wäre doch recht hoch, oder?
Einige TherapeutInnen sind auch einfach gute Selbstvermarkter. Guck doch hier mal in der TherapeutInnen-Liste, ob Du auch eine Mutismus-erfahrene Logopädin oder Sprachtherapeutin in der Nähe findest, die nach einem vergleichbaren Ansatz (wie SyMut) arbeitet. Schließlich sollten doch dann mehrere Termine stattfinden, oder? Wichtig ist doch, dass die 'Chemie' zu dem Therapeuten stimmt, und die Therapie einem seriösen Ansatz bei Mutismus folgt.
Viele Grüße!

Sonnenschein3037
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Sonnenschein3037 » 01.01.2018, 14:08

Hallo Hyazinthe,
mein Sohn ist etwas über 4,5Jahre. Ma hat immer schon gemerkt, dass er anders ist. Er ist früher schon immer versteinert, wenn er von einer nicht Bezugsperson angesprochen wurde und hat nicht gesprochen, meist isst er auch nicht in Gegenwart Anderer. Schon vor dem Kindergarteneintritt habe ich die Kinderärtzin auf diese Krankheitsbild angesprochen, sie sagte immer "Er braucht nur Zeit, das verwächst sich. Er ist einfach schüchtern". Durch meine Hausärztin habe ich Ergo für ihn bekommen. Mit ihr hat er leichte Fortschritte gemacht. Sie war aber recht schnell an ihrer Grenze angelangt. Ich habe weiter gedrängt, dass wir ihn im SPZ vorstellen dürfen. Dem hat die Kinderärztin schließlich nachgegeben. Er wurde von einer Kinderärztin angeschaut, die uns sagte, dass es schon sehr stark nach sel.Mut. aussieht und hat uns an eine Logo im selben Haus verwiesen, die darauf spezialisiert ist. Die Logo hat praktisch die Diagnos gestellt (keine Ahnung wie das geht, da sie ja eig. Weisungsgebunden ist). Sie hat bislang jedoch sehr wenige Kinder mit Mutismus behandelt Aktuell ist er bei ihr in Behandlung. Er macht mini Fortschritte, aber meinem Gefühl nach geht es zu langsam. Bisherige Therapien: Ergo, Homöopathie, Osteo, therapeutisches Reiten (macht er noch), Logo. Wir kommen aus Süddeutschland, daher wäre der Standort ok. Ich habe gelesen, dass immer ein Psychologe mit behandeln soll, dass Logo nie allein stehen kann? Unsere Logo erzählte was von einem Konzept das "Mutiges Sprechen" heißt (aus Amerika?), nach dem sie behandelt. Ist das Konzept gut? Bei der MUTARI- Methode macht mich skeptisch, dass man im Internet tend. wenig nachlesen kann bezgl. Erfahrungen und das hier gar nichts geschrieben werden darf. Wir fragen uns aus welchen Grund. Auch konnten wir lesen, dass das Ehepaar seit 10 Jahren knapp 300 Kindern helfen konnte. Es wäre aber interessant, wieviele sie gesamt behandelt haben- bei wievielen es also nicht erfolgreich war. Und selbst diese Zahl wäre dann schwierig zu deuten... Was für Therapien könnt ihr denn weiter empfehlen?

Hyazinthe
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Hyazinthe » 01.01.2018, 19:03

Hallo Sonnenschein3037,

ich selber bin nicht so ein Fan von allzu frühem Therapieren und meine, man sollte die Kinder auch erst mal lassen, wie sie sind. Ihr habt ja schon einen ziemlichen Therapiemarathon bewältigt und Therapien können auch selbst Schaden anrichten (in einem anderen Thread habe ich von den Risiken der Festhaltetherapien erzählt, die in manchen ergotherapeutischen Praxen unter Schlagwörtern wie KIT oder Interact Plus angeboten werden. Es gibt erschreckenderweise Fortbildungen dazu. Ich finde, wenn Euer Sohn Spaß an einer Reittherapie (am besten finde ich Esel :wink: ) hat, so soll er das ruhig weitermachen. Ansonsten wäre ein erfahrener Mutismus-Therapeut zu empfehlen. Aber dafür braucht man schon eine Überweisung von einem Arzt. Ansonsten, wenn Ihr auch noch eine Psychologin oder Psychologen hinzuziehen wollt, würde ich einen wählen, der nach der nicht-direktiven Spieltherapie nach Axline, Rogers usw. arbeitet. Wenn Therapie schon sein muss. Ich habe früher auch nicht woanders als Zuhause gegessen und im Kiga kaum was gesagt. Damals kannte man nicht mal einen Begriff dafür. Und trotzdem habe ich meinen selektiven Mutismus irgendwann in der Grundschule abgelegt.

Viele Grüße!

Sonnenschein3037
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Sonnenschein3037 » 02.01.2018, 20:04

Hallo Manup,
vielen Dank für deine Antwort. Wir möchten auf jeden Fall in der Praxis anrufen und die beiden Therapeuten kennen lernen. Bin aber immer etwas misstrauisch,- leider. Aber erzählen können die mir ja viel. Persönlichen Erfahrungen vertraue ich da schon viel mehr. Könntest du mir eine paar Einzelheiten per PN zur Therapie zu schicken? Auf der Internetseite der Therapeutin sind einige Erfahrungsberichte zum nachlesen. Sie hören sich wirklich toll an, aber bin einfach trotzdem noch misstrauisch.
Liebe Grüße

Sonnenschein3037
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Sonnenschein3037 » 02.01.2018, 20:19

Hallo Hyazinthe,
ich denke, man kann es nicht pauschalisieren, zu welchem Zeitpunkt der Therapiebeginn sinnvoll ist. Man sollte schon den Einzelfall betrachten. Beim Einen ist evtl.der Leidensdruck nicht besonders hoch, da kann man vielleicht überlegen abzuwarten. Beim Anderen besteht vielleicht ein hoher Leidensdruck, dann macht ein schneller Therapiebeginn auf jeden Fall Sinn. Man sieht nie rein...
Danke für die Tipps. Die Überweisung zum Logo bekommen wir inzwischen. Es gestaltet sich nur als nicht ganz einfach einen geeigneten zu finden.

Sonnenblume
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Sonnenblume » 02.01.2018, 21:53

Hallo Sonnenschen,

auch ich teile deine Skepsis und verstehe auch die bestmögliche Hilfe bekommen zu wollen.
Ihr seid doch aber schon gut aufgehoben bei der Logo, wenn auch die Fortschritte noch klein sind,
aber mit 4,5 ist es doch schon gut, wenn es überhaupt vorwärts geht. Wie lange solch eine Therapie dauert kann man
im Vorfeld doch auch nicht sagen, das ist bei psychisch basierten Störungen auch gar nicht möglich,
sondern immer Fallabhängig. Ich sage das, weil ich selbst im Kindes-und Jugendalter erfolgreich therapiert wurde
und weiß, was alles dazu gehört um diese Störung als völlig überwunden bezeichnen zu können.

Zu der angesprochenen Methode aus der USA hier mal ein Link:

http://boris-hartmann.de/_Resources/Per ... 202014.pdf

Das klingt nicht schlecht. Die Autorin dieses Beitrags ist glaube auch hier im Forum, aber auch in der Facebook-Gruppe
"Selektiver Mutismus".

Aber auch hier könntest du Hilfe finden:

http://www.selektiver-mutismus.de/therapeutensuche/

oder:
http://spa.tu-dortmund.de/cms/spa/de/do ... index.html

Von der Dortmunder Methode ist bekannt, dass sie wohl auch sehr gut mit heimischen Therapeuten kooperieren und diese auch von
Ferne coachen.
Beide Methoden (KoMut und DortMut) sind besonders für jüngere Kinder konzipiert.

Zuguterletzt noch diese Seite hier: http://www.mutismus.de/home --> Netzwerke--> Therapeutennetzwerk
Auf dieser Seite (hier) werden auch einige Telefonhotlines angeboten, alle auf normaler Festnetznummer.

Was vielleicht noch wichtig ist zu erwähnen, alle Links zu KoMut, DortMut, SyMut sind Kassenleistungen.

Viel Erfolg noch bei eurer weiteren Therapie , lies und höre verschiedene Seiten,
bei Zweifel, hör aufs Bauchgefühl ;-)
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

_._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._
Facebook-Gruppe: "selektiver Mutismus- soziale Ängste"

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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Hyazinthe » 02.01.2018, 22:38

Hallo,

das stimmt schon, man sieht nie 'rein', auch beim eigenen Kind nicht. Wie hoch ein Leidensdruck ist, bestimmt (gerade bei sehr kleinen Kindern) das Umfeld mit. Als ich noch klein war, war 'Mutismus' noch kein Thema. Das 'gab' es einfach noch nicht, genauso wie Autismus unbekannt war, zum Beispiel. Man wusste nicht, dass es autistische Kinder gibt, die ganz normal aussehen und sprechen können, nur so als Beispiel. Kinder, die woanders nicht sprachen, galten einfach als 'sehr schüchtern'. Es hat sich schon viel getan, hinsichtlich Information, das hat ja auch sein Gutes.

Viele Grüße!

NinaO
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon NinaO » 03.01.2018, 11:55

Hallo,

wieso darf über Mutari nicht geschrieben werden? Gerade die kritischen Mitteilungen haben doch auch einen Wert, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Wenn sie rechtlich nicht verwerflich ist, ist sie zulässig?! Ich verstehe so nicht, worauf ich aufpassen soll. Sondern habe nur ein komisches Gefühl von "sozialer Ächtung und Selbstjustiz" oder wie man es sonst noch betiteln möchte.

Nina Onawa

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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Schlusi » 03.01.2018, 13:54

Hallo NinaO,

wieso darf über Mutari nicht geschrieben werden?


Die MUTARI-Methode wurde durch die Praxis Emmerling entwickelt.
Und hier wurde irgendwo im Forum durch den Moderator schon einmal darauf hingewiesen, dass uns eine öffentliche Diskussion darüber untersagt ist, weil sonst gerichtliche Schritte drohen....oder so ähnlich (ich habe auch die Such-Funktion bemüht, konnte aber diesen Hinweis nicht finden). Das müssen wir eben einfach akzeptieren. Die machen dort ihre Arbeit und es ist ja auch wichtig, dass Hilfesuchende sich unvoreingenommen darauf einlassen können. Das ist ja auch irgendwo verständlich, denke ich.

Schlusi :)
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

Hoffnung
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon Hoffnung » 03.01.2018, 18:20

Der Hintergrund, warum über Frau Emmerling nicht im offenen Forum geschrieben werden darf, ist dass Frau Emmerling vor vielen Jahren ein Mitglied des Forums geklagt hat - ich nehme also an, dass dieses Mitglied etwas Schlechtes über Frau Emmerling verbreitet hat - allerdings kenne ich den Hintergrund dieses Verfahrens nicht und die Tatsache der Klage sagt an sich nichts darüber aus, ob die Mutari-Methode gut oder schlecht ist. Es kann ja auch sein, dass das damalige Mitglied etwas Unwahres behauptet hat.
Um zu verhindern, dass es nochmals zu so einem Problem kommt, hat der Moderator entschieden, dass über Frau Emmerling nur in PN diskutiert werden soll. Da es äußerst wichtig ist, dass mutistische Kinder rasch eine wirksame Therapie bekommen, ist es natürlich gut, wenn Betroffene bzw. die Eltern, die gute Erfahrungen mit Frau Emmerling gemacht haben, dies per PN Rat Suchenden mitteilen - oder auch schlechte Erfahrungen.

Ich kenne die Art der Therapie von Frau Emmerling nicht.

Die von mir persönlich favorisierte Therapiemethode ist Symut nach Dr. Boris Hartmann. Diese Therapiemethode ist allgemein bekannt - also wird an auch an andere Therapeuten weitergegeben und es gibt auch Literatur darüber. Ich selbst bin überzeugt, dass mir mit dieser Therapiemethode (die es zu meiner Zeit noch nicht gegeben hat) hätte geholfen werden können.

krimut
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Re: MUTARI- Methode

Beitragvon krimut » 12.01.2018, 23:12

hallo sonnenschein
wir waren mit unserem sohn (7) in starnberg bei frau emmerling. ich war auch skeptisch vorher, wie du. das ist ganz verständlich und normal. wir hatten vorher eine lange leidensgeschichte mit unserem sohn mit zahlreichen erfolglosen therapieversuchen. bei uns war der leidensdruck am schluss so gross dass wir uns an frau emmerling gewandt haben. nach dem ersten telefongespräch haben wir ein treffen abgemacht mit der ganzen famile. und wir fühlten uns zum ersten mal ernstgenommen. ich wollte meinem sohn wirklich nicht noch einen rückschlag zumuten. darum waren wir besonders kritisch und unsere grössten ängste wurden schon da genommen. uns hat das ganze konzept zum erstenmal sehr angesprochen. die therapie war sehr intensiv. und die erfolge waren unglaublich! ich kann es heute manchmal noch nicht glauben. bis zum schluss war ich (im hinterkopf) immer noch kritisch. ich dachte; fällt er nicht wieder in alte muster zurück? wenn er wieder in eine grosse, laute klasse kommt. kriegt er wieder eine krise???
aber es hat wirklich geklappt!
er geht jetzt seit einem halben jahr in die erste klasse, mit 23 schülern. wir hatten diese woche das erste elterngespräch mit der lehrerin. sie ist begeistert von unserem sohn. wie er mitmacht und mit allen spricht. er freut sich auf die schülerpause und das turnen. er ist voll dabei und mitten im „gewusel“. er fragt die lehrerin, wenn er etwas nicht versteht. er beteiligt sich am unterricht und gibt antwort. er isst mit den anderen kindern am tisch. er geht alleine auf die toilette. alles sachen, die vor einem jahr noch unvorstellbar waren. sie sagte, wir müssen uns keine sorgen machen.

ich könnte noch lange weitererzählen...

ich kann diese therapie von herzem wirklich jedem empfehlen, der ein kind mit sel. mutismus hat.

krimut


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