sel. Mutismus und schwere Angststörung

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

Moderator: Elfa

blue1979
Neues Mitglied
Neues Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 19.03.2018, 12:42

sel. Mutismus und schwere Angststörung

Beitragvon blue1979 » 08.06.2018, 21:18

Hallo zusammen,

ich möchte mich gerne mal austauschen, ob eure Kinder eine schwere Angststörung zusätzlich haben und sel. Mutismus nur ein Symptom von vielen ist und wie ihr mit der Dauerbelastung zurecht kommt? Ich bin seit 3 J in Dauertherapie, Coaching und bin nur noch mit Therapien, Ämterstreit, PKV Streitereien beschäftigt.

Bei uns ist eine familiäre Belastung da (ich habe eine generalisierte Angststörung ) und mein Mann hat soziale Phobie.

Mein Sohn hat sich bis 2016 normal entwickelt und nach dem 2ten Status epileptikus mit 4 J einen Entwicklungsstillstand erlitten und jetzt mit 6,5 J wächst er wieder und macht einen Entwicklungsschub. Tochter ist ok.

Gibt es Betroffene, die Probleme mit der PKV und den Heilmitteln haben ? Unsere Kinder mussten in die PKV gehen, da ich stud. gesetzl. versichert bin und haben nur den Basistarif. Wir überlegen seit längerem eine klage (keine RV) vorzubereiten,da die PKV trotz medizi. Notwendigkeit (schreiben sie selber) nach 60 STd keine Logopädie mehr bezahlt (wofür als Mutist und er soll schnell in die Sprachheilkita..) und wir das finanziell nicht stemmen können. SPZ wollen sie auch nicht bezahlen also waren wir nur 2 Quartale dort.

Mein Sohn hat auch im Änderungsbescheid beim Versorgungsamt H ohne B bekommen ohne Begründung. Er braucht eine ständige Begleitung und wir sind nun im Widerspruchsverfahren. Das zieht sich nun seit 04/2017 hin. Haben eure Kinder ein H und B bekommen? Ich bin der Meinung, mein Kind braucht während der Fahrt Begleitung, da er weder um Hilfe bitten kann, auf Ansprache vom Kontrolleur etc. einnässt usw. Für ihn ist das purer Stress, wenn ihn jemand anspricht. Er kann weder telefonieren noch die Sprechanlage bedienen (aus Angst). Ich kann ihn auch nicht alleine zu Hause lassen. I

Freunde hat er auch nicht ausser seine Schwester ;)
Er ist noch nie psychiatrisch begutachtet worden und das ist der nächste Schritt. Im SPZ nur neurologisch und PKV drängt auf ein psychiatrisches Gutachten wegen sel. Mutismus.

Ansonsten macht er seit Monaten grosse Fortschritte in der Sprachentwicklung und redet mit uns wieder viel. Nur nicht mit anderen, weil er sich vielleicht wegen seinen Sprachfehlern schämt?

Euch ein schönes WE

Benutzeravatar
Schlusi
Urgestein
Beiträge: 2285
Registriert: 17.03.2005, 16:56
Wohnort: Niedersachsen

Re: sel. Mutismus und schwere Angststörung

Beitragvon Schlusi » 10.06.2018, 16:49

Hallo blue1979,

Mein Sohn hat auch im Änderungsbescheid beim Versorgungsamt H ohne B bekommen ohne Begründung. Er braucht eine ständige Begleitung und wir sind nun im Widerspruchsverfahren. Das zieht sich nun seit 04/2017 hin. Haben eure Kinder ein H und B bekommen? Ich bin der Meinung, mein Kind braucht während der Fahrt Begleitung, da er weder um Hilfe bitten kann, auf Ansprache vom Kontrolleur etc. einnässt usw. Für ihn ist das purer Stress, wenn ihn jemand anspricht. Er kann weder telefonieren noch die Sprechanlage bedienen (aus Angst). Ich kann ihn auch nicht alleine zu Hause lassen. I

Wenn man den Schwerbehindertenausweis beantragt bzw. dann im Widerspruch ist, dann muss man das neben den Diagnosen außerdem selbst auch noch begründen, warum er Begleitung braucht. Also schildern, wie es so im Alltag läuft, die diversen Situationen, wo Du ihn unterstützen musst, schildern.

Außerdem geht man bis zum achtzehnten Lebensjahr im solchen Fällen von einer regelhaften Hilflosigkeit aus und es heißt da in den Grundsätzen, dass das Merkzeichen H dann immer auch in Verbindung mit dem Merkzeichen B anerkannt werden sollte. So war es auch bei uns. Meiner Meinung nach müsste das dann auch anerkannt werden. Manchmal ist es hilfreich parallel eine Pflegestufe zu beantragen. Bekommt man diese bewilligt, kann man das auch dem Versorgungsamt mit angeben und das wird auch bei der Bewilligung von Behinderungsgrad und Merkzeichen mit berücksichtigt.

Rund herum um Angelegenheiten mit der PKV kenne ich mich nicht aus.

Er ist noch nie psychiatrisch begutachtet worden und das ist der nächste Schritt. Im SPZ nur neurologisch und PKV drängt auf ein psychiatrisches Gutachten wegen sel. Mutismus.

Ja, das wäre sinnvoll ihn noch einmal psychiatrisch begutachten zu lassen und/oder auch mal abzuchecken, ob unter Umständen eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegt.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein...

LG
Schlusi :)
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

blue1979
Neues Mitglied
Neues Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 19.03.2018, 12:42

Re: sel. Mutismus und schwere Angststörung

Beitragvon blue1979 » 12.06.2018, 10:39

Danke für die guten Tipps und Anregungen!

Beim Versorgungsamt habe ich vorgestern Widerspruch eingelegt und die Begründung werde ich in Ruhe nachreichen. Ein Verein für chronisch kranke Kinder hat uns ausführlich beraten und wird mir bei der Begründung helfen. Hier in Bonn ist es mit dem Merkmal B wohl sehr schwierig (vielleicht wegen dem dichten Verkehr?) als in anderen Gebieten und kenne auch ein autistisches Kind nur mit H trotz Pflegegrad 3. Die Eltern haben auch keine Energie weiter zu machen. Daher hilft uns der Verein, damit wir ohne REchtschutzversicherung keine Anwaltskosten haben und danach weiter schauen. Daniel hat auch nur 5 Jahre bewilligt bekommen.

Ab August geht es auch in Richtung VT wegen Gefahrentraining. In Notfallsituationen sollte er wenigstens andere auf sich aufmerksam machen können.

Ein psychiatrisches Gutachten will nur die PKV haben, da diese nicht begreifen,dass Sprachentwicklungsstörungen zusätzlich/nebenbei dazu kommen können und logopädisch behandelt werden. Ich scheu mich ein wenig vor den ganzen Test neben den laufenden Therapien. Er bekommt das gut mit, dass er anders ist und oft bei Ärzten ist.

Pflegeantrag ist gestellt und die Pflegeberaterin vom Verein hat III herausgerechnet, aber direkt gesagt, dass die Privaten KV sich nicht an die Empfehlungen des Gutachters halten müssen und da wenige Kinder in der PKV begutachtet werden, soll ich mir keine grossen Hoffnungen machen, dass ein Gutachter mit Fachwissen in diesem Bereich kommt (hoffentlich kommt kein pensionierter Augenarzt oder so ;). Ich soll ganz relaxed bleiben und mit Widerspruchsverfahren rechnen und dann mir Hilfe holen. Bloss nicht rum diskutieren ;) Für mich wären die Rentenpunkte sinnvoll. Ein psychiatrisches Gutachten würde mir natürlich helfen aber daran hab ich vorher nie gedacht . Ach hinterher ist man viel klüger..

Das SPZ meinte vorsichtig, dass mein SOhn mit sel. Mutismus auch zum Autismusspektrum eingeordnet werden könnte aber getestet ist er nicht darauf (SPZ mit Schwerpunkt Autismus). Vielleicht kann ein Psychiater das auch überprüfen?

Ich hab schon eine HEmmschwelle mit ihm zum PSychiater zu gehen. Weiss auch nicht, warum.
Euch eine schöne Woche,

Benutzeravatar
Schlusi
Urgestein
Beiträge: 2285
Registriert: 17.03.2005, 16:56
Wohnort: Niedersachsen

Re: sel. Mutismus und schwere Angststörung

Beitragvon Schlusi » 12.06.2018, 13:47

Ich hab schon eine HEmmschwelle mit ihm zum PSychiater zu gehen. Weiss auch nicht, warum.

Das ist doch verständlich.
Mir hat das alles auch mehr als Magengrummeln bereitet, wenn unsere Tochter hier hin musste und dort hin musste. :cry:

Ich soll ganz relaxed bleiben und mit Widerspruchsverfahren rechnen und dann mir Hilfe holen. Bloss nicht rum diskutieren ;) Für mich wären die Rentenpunkte sinnvoll. Ein psychiatrisches Gutachten würde mir natürlich helfen aber daran hab ich vorher nie gedacht . Ach hinterher ist man viel klüger..

Ja, das mit den Rentenpunkten stimmt.
Ich habe das mit der Pflegestufe damals nicht gemacht, weil ich das nicht auch noch unserer Tochter zumuten wollte. Aber rententechnisch wäre es sinnvoll gewesen und ich weiß auch von einigen Müttern mit ähnlicher Situation, die das gemacht haben. Was das unterm Strich dann wirklich bringt, weiß ich aber auch nicht.

Ich scheu mich ein wenig vor den ganzen Test neben den laufenden Therapien. Er bekommt das gut mit, dass er anders ist und oft bei Ärzten ist.

Ja, natürlich bekommt er das mit. Es ist nicht einfach dann dabei trotzdem dem eigenen Kind zu vermitteln, dass es gut und richtig so ist, wie es ist. Da muss jeder seinen Weg finden.

Schlusi :)
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

Benutzeravatar
Stille Stärken
Inventar
Inventar
Beiträge: 181
Registriert: 03.07.2014, 15:53
Kontaktdaten:

Re: sel. Mutismus und schwere Angststörung

Beitragvon Stille Stärken » 13.06.2018, 09:07

Es gibt im Hinblick auf einen Besuch bei einem Psychiater überhaupt keinen Grund für eine Hemmschwelle.

Der "Facharzt für Psychiatrie" ist der Spezialist für seelische Probleme - so wie sich der "Facharzt für Dermatologie" auf Hautprobleme und der "Facharzt für Augenheilkunde" auf Sehschwächen spezialisiert hat.

Ein Kinder- und Jugendpsychiater (KJP) ist als Arzt für Kinder in seelischen Schwierigkeiten da. So, wie man ganz selbstverständlich zum Kinderarzt geht, wenn ein Kind körperliche Beschwerden hat.

Gerade bei der Vorgeschichte deines Sohnes kann so ein Expertenblick sehr wichtig sein. (Ideal wäre ein Psychiater, der zugleich Neurologe ist. Bei den Erwachsenen gibt es das öfter mal - ob es auch Kinderärzte mit dieser doppelten Qualifikation gibt, weiß ich leider nicht.)

blue1979
Neues Mitglied
Neues Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: 19.03.2018, 12:42

Re: sel. Mutismus und schwere Angststörung

Beitragvon blue1979 » 03.07.2018, 17:37

Vielen Dank für Eure Anregungen =)

Ich habe vor 1 Monat einen Pflegeantrag gestellt und Mitte Juli kommt jemand vorbei.
Das Versorgungsamt meldet sich gar nicht und ich werde die Begründung im nächsten Monat einfach nachreichen.
Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob ich das Widerspruchsschreiben über einen Sozialanwalt einreichen sollte. So im Alleingang könnte wieder eine lapidare Absage kommen.

Wir fangen morgen bei einer tiefenpsychol. Kindertherapeutin mit 5 probatorischen Sitzungen an. Eine Verhaltenstherapeutin wäre mir lieber für schnellere ERfolge, aber wir haben nur Absagen bekommen. Schwerpunkt ist dann seine Angststörung und nicht mehr sprachl. Mängel.

Ich denke auch, dass wir im Herbst einen Kinderpsychiater besuchen werden. Er ist bisher nur in bestimmten Bereichen (non verbal) getestet worden und es fehlt eine gründliche Testung . Nächstes Jahr mache ich mir dann Gedanken über Schulassistenz ..

Er selbst fühlt sich erleichtert, nicht in die Schule gehen zu müssen. Er hat jetzt schon Versagensängste mit 6 J (in Bezug auf Sitzen bleiben, zukünftige Noten etc.) Nun ja, er macht sich zu viele Sorgen im GEgensatz zu anderen Kindern.

Ich wünsch Euch einen schönen Sommer !


Zurück zu „Mutismus-Forum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast