ist mein Sohn mutistisch????

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

Moderator: Elfa

Benutzeravatar
Der Stille Drache
Forums-Profi
Forums-Profi
Beiträge: 85
Registriert: 31.10.2006, 10:01
Wohnort: Wolfsburg

Beitragvon Der Stille Drache » 03.11.2006, 17:39

ich verstehe es
alles kann mit der kraft deines herzens bewältigt werden

Benutzeravatar
Schlusi
Urgestein
Beiträge: 2284
Registriert: 17.03.2005, 16:56
Wohnort: Niedersachsen

Was verstehst Du?

Beitragvon Schlusi » 03.11.2006, 19:10

Hallo Stiller Drache,

Was verstehst Du bzw. hast Du verstanden?

Nutze doch die Austauschmöglichkeit hier und schreibe ganz spontan, was Dir zu diesen Beiträgen durch den Kopf geht. Mich würde es jedenfalls interessieren (bin zwar schon 40 J. alt und Mutter einer mutistischen 7jährigen Tochter). Du dagegen noch sehr jung, aber das ist doch kein Hinderungsgrund; vielleicht kommst Du Dir albern vor, hier mit Müttern zu diskutieren, aber beide Seiten können doch davon profitieren ... oder nicht?

Also, was ist nu'?

Viele Grüsse :)
Schlusi
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1787
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Hyazinthe » 04.11.2006, 03:10

Hallo Aynes und schöne Grüße an Schlusi!

Die Geschichte von Deinem kleinen Sohn hat mich betroffen gemacht. Wahrscheinlich ist er sehr intelligent und hochsensibel bzw. feinfühlig. Du machst Dir zurecht große Sorgen. Weil Du siehst, wie er selbst leidet, sich scheinbar mit seinen Tics 'zerfleischt'. Das alles, um eintreffende Reize (dies können soziale Anforderungen sein) zu verarbeiten und selbst einen Weg für sich zu finden, sich einigermaßen gut (d.h. auch mal innerlich ruhig) zu fühlen. Das Schweigen ist da eine Kompensation. Die Reize von außen kann man nicht abschalten, aber das was von einem selber kommt kann man versuchen zu reduzieren. Aber die Angst kann mit der Zeit die Möglichkeit einschränken, von seinem Intellekt Gebrauch zu machen. Sie kann auf Dauer die sozialen Fertigkeiten einschränken. Nicht umsonst werden frühere mutistische Kinder später als 'Aspies' eingeschätzt. Wenn ich mir meine eigenen sozialen Fähigkeiten vor Augen führe, komme ich selber zu einer ähnlichen Diagnose. Aber ist das nun Folge von Mutismus, oder war ich schon immer Mensch mit Asperger?

Kann jedenfalls von mir sagen, dass das soziale Leben nach wie vor eine große Herausforderung für mich darstellt, sozusagen ein täglicher, manchmal auch positiv spannender - ich verliebe mich schnell und bin auch sonst sehr empfänglich für auch angenehme emotionale Reize - Lebenskampf. Aber auch der kann letztlich erfolgreich sein. Der Weg ist nur um einiges beschwerlicher und man muss darauf achten, dass man nicht auch körperliche Folgen entwickelt, die mitunter als psychische Belastungssymptome zwischendurch fehlgedeutet werden. Aber ich will keine Angst machen, der Mutist ansich lernt irgendwann mit seiner Angst umzugehen, ein wichtiger Bestandteil neben vertrauensvollen Beziehungen ist für mich nach wie vor die Musik. Also versuche Deinem Sohn zumindest hier Austausch und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen!

Lieben Gruß!

Anyes
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 13
Registriert: 23.09.2006, 11:04

Beitragvon Anyes » 05.11.2006, 17:58

Hallo Hyazinthe, danke für deine Antwort, es ist genauso wie du schreibst, mein Sohn ist sehr inteligent, kann aber seine Fähigkeiten wegen seinen Hemmungen gar nicht einsetzen.
Verstehe ich das richtig, dass du Aperger Syndrom hast?
- ich verliebe mich schnell und bin auch sonst sehr empfänglich für auch angenehme emotionale Reize -


Ich dachte eigentlich (habe ich gelesen), dass Leute mit Asperger eher unempfindlich sind, dass das Einfühlungsvermögen fehlt. Ist es nicht so???
Deshalb habe ich auch nicht verstanden warum der KA einen AS Test bei meinem Sohn machte, obwohl mein Sohn hochsensibel ist. :shock:
Habe ich da was falsch verstanden???

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1787
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Hyazinthe » 08.11.2006, 21:48

Hallo Aynes,

ich weiß nicht, ob ich Asperger Syndrom habe. Nur, dass ich mich sozial häufig sehr ungeschickt verhalte. Warum, kann ich nicht sagen, vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken darum, wie ich mich richtig verhalte und verhalte mich dann erst recht falsch. Dabei passiert es mir dauernd, dass ich die die negativen Erwartungen der anderen mit meinem Verhalten quasi vorweg nehme. Anders formuliert: Selbst wenn ich wüsste, wie ich mich richtig verhalte, kostet es mich unheimlich Energie und dann verhalte ich mich wieder erst recht falsch und merke es im selben Augenblick. Ich kann es nicht besser beschreiben. Aber ich kann mich eben auch in für mich unsicheren Situationen (das sind bei mir fast 99 Prozent aller sozialen insbesondere Gruppensituationen) eben nicht spontan (ohne größeres Nachdenken richtig verhalten. Aber was ist schon 'richtig'? Ich verhalte mich angepasst, weil ich denke, dass andere mich aufgrund einer von mir wahrgenommenen Andersartigkeit vielleicht nicht akzeptieren können, oder aber doch, wenn sie mir die Chance geben, mich so kennenzulernen wie ich bin. Aber manche bestätigen lieber ihre Vorurteile oder benutzen mich zur Befriedigung ihrer Eitelkeiten. Versteht das irgendeiner - oder ist das schon autistisch (übrigens denke ich nicht, dass autistische Menschen gefühlskalt sind, nur weil ihnen quasi der soziale Zugang fehlt.)

Viele Grüße!

Benutzeravatar
Schlusi
Urgestein
Beiträge: 2284
Registriert: 17.03.2005, 16:56
Wohnort: Niedersachsen

Beitragvon Schlusi » 09.11.2006, 19:21

Hallo Anyes,
hallo Hyazinthe,

erst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass von Asperger Betroffene durchaus sensibel bzw. sogar sehr sensibel sind (sich selbst auch als sensibel empfinden) und sie ebenso über Einfühlungsvermögen verfügen. In diesem Zusammenhang habe ich sogar schon einmal gelesen, dass bei einem Diagnoseverfahren u. a. der EQ (Emphatie-Quotient) festgestellt wird, da dieser sehr variiert (finde ich allerdings ne' komische Sache, wie man so etwas feststellen kann/soll).

Es ist halt so, dass Asperger und auch Autisten oftmals wenig Mimik und Gestik verwenden und/oder selbst verstehen können und außerdem oftmals nicht richtig aus sich herausgehen und somit wiederum nicht richtig eingeschätzt bzw. wahrgenommen werden können. Deshalb werden sie von außen betrachtet als gefühlskalt und wenig emphatisch abgestempelt, was so aber gar nicht stimmt. Außerdem empfinden sie in einigen Bereichen einfach anders, was aber nicht bedeutet, dass sie gefühlskalt sind; vielmehr haben sie eine andere Wahrnehmung und man spricht da dann von Wahrnehmungsstörung, obwohl wiederum von Asperger Betroffene die Wahrnehmung der "normalen Menschen" eher als gestört empfinden.

Deshalb habe ich auch nicht verstanden warum der KA einen AS Test bei meinem Sohn machte, obwohl mein Sohn hochsensibel ist. Shocked

Außerdem habe ich schon oft davon gelesen, dass es einen fließenden Übergang von "hochsensibel" zum Autismusspektrum gibt. Deshalb ist es begründet, wenn der Arzt auch in diese Richtigung schaut.

Hyazinthe hat geschrieben:
Aber manche bestätigen lieber ihre Vorurteile oder benutzen mich zur Befriedigung ihrer Eitelkeiten. Versteht das irgendeiner - oder ist das schon autistisch (übrigens denke ich nicht, dass autistische Menschen gefühlskalt sind, nur weil ihnen quasi der soziale Zugang fehlt.)

Ich kann das sehr gut verstehen, da es mir ähnlich ergeht. Ob man in dem Fall schon selbst autistisch oder autistische Züge haben muss, um das zu verstehen, weiß ich leider auch nicht. Fest steht aber, das eben auch Mutismus eine Form der "Wahrnehmungsstörung" ist (wie z. B. auch AD(H)S, Legasthenie etc.) und alle Wahrnehmungsstörungen haben Sympthome die sich überlappen (können), obwohl am Ende oftmals eine eigene Diagnose steht, die aber unter Umständen beispielsweise auch Asperger mit ADS lauten kann und somit zwei Syndrome umfasst (es gibt da aber auch noch mehr Möglichkeiten mit noch mehr parallelen Syndromen; ganz zu schweigen von den möglichen Folgeerscheinungen wie z. B. Depressionen, Tics, Zwangserkrankungen usw.).

Selbst wenn ich wüsste, wie ich mich richtig verhalte, kostet es mich unheimlich Energie und dann verhalte ich mich wieder erst recht falsch und merke es im selben Augenblick.

Das das viel Energie kostet wird z. B. auch von den Aspergern so beschrieben. Auch da gibt es jene, die darüber grübeln und analysieren und sich besser anzupassen versuchen, es dennoch nicht schaffen und solche, die soweit nicht reflektieren können oder wollen oder sie das auch schon wieder zu viel Kraft kostet und es zwecklos erscheint (aber das ist auch nur ganz grob von mir umrissen - ich möchte keinem Asperger Unrecht tun).

Ich verhalte mich angepasst, weil ich denke, dass andere mich aufgrund einer von mir wahrgenommenen Andersartigkeit vielleicht nicht akzeptieren können, oder aber doch, wenn sie mir die Chance geben, mich so kennenzulernen wie ich bin.

Apropos "angepasst". Meine Lehrer fanden mich auch immer zu "angepasst". Das habe ich überhaupt nicht kapiert. Es hat mich wütend gemacht, dass ich mich erst dermaßen anstrenge, um so zu sein, wie mich alle haben wollen und dann bin ich plötzlich auch nicht richtig. Das ist auch wieder so eine Logik, die ich nie verstanden habe.:?

Viele Grüsse :)
Schlusi
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

Benutzeravatar
Elfa
Inventar
Inventar
Beiträge: 766
Registriert: 18.11.2004, 12:31

Beitragvon Elfa » 09.11.2006, 20:42

du darfst auch nicht so sein wei es aklle haben wollen du musst einfach du sein, auch wenn man dann "eigenarten" oder etwas ansich hat was anderen nicht gefällt. du musst mit dir zufrieden sein
MUT-IS-MUS !!!!

Kommt Zeit, kommt Rat (tat)!

"Wer Tippfehler findet, darf sie behalten und auch mal verwenden"


*Ja, es gibt AD(H)S!* und HSP nicht vergessen ;-)

Anyes
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 13
Registriert: 23.09.2006, 11:04

Re: ist mein Sohn mutistisch????

Beitragvon Anyes » 03.06.2016, 16:58

Hallo - ich habe diesen Beitrag vor 10 Jahren verfasst :-) wenn ich schon da bin, kann ich ihn aufgreifen und nach 10 Jahren berichten :-)

also mein Sohn wird nächsten Monat 17 Jahre alt. Er hat eine 10 Jährige Tortur an Therapien hinter sich. Mutismus hat bis heute kein Arzt diagnostiziert - irgendwie scheinen die Ärzte die Möglichkeit zu ignorieren. Allerdings wurde bei ihm eine Soziale Phobie diagnostiziert und Tourette Syndrom, so wie eine Zwangsstörung und daraus resultierte Depression, außerdem ist er Hochsensibel und mit einem IQ von 130 also eigentlich auch Hochbegabt, was er allerdings gerne für sich behält :wink: . Er ist mittlerweiler in der 10 Klasse eines Gymnasiums.
Er hat insgesamt über 7 Monate Klinik Aufenthalte hinter sich und ist durchgehend in Therapeutischer Behandlung. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Mutistisch ist er bis heute, aber nicht immer - es gibt Zeiten wo es ihm richtig gut geht und Zeiten wo er nicht mal mit seiner Freundin sprechen kann :?
Aber er wird das meistern - davon bin ich felsenfest überzeugt :) Er arbeitet an sich sehr hart - bei seinem letztem Klinik Aufenthalt hat seine Therapeutin gesagt, dass sie noch nie einen Patienten in seinem Alter hatte, der dermaßen Therapiemotiviert war :-D

Vielleicht findet sich hier noch jemand, der nach 10 Jahren berichten möchte......mich würde es interessieren was aus den Kindern geworden ist :-)

LG Anyes

Nina-Mayer
Inventar
Inventar
Beiträge: 247
Registriert: 17.06.2015, 10:40

Re: ist mein Sohn mutistisch????

Beitragvon Nina-Mayer » 03.06.2016, 18:33

Auch nach 32 Jahren bin ich noch mutistisch, aber so langsam komme ich damit eigentlich auch ganz gut zurecht.
Frühere Therapien haben mir überhaupt nichts gebracht, weshalb ich es dann auch eine Zeit lang aufgegeben habe. Klinikaufenthalte oder Sondereinrichtungen habe ich nie besucht, und mich auch immer dagegen gesperrt.
Mit 28 Jahren wurde der "Leidensdruck" aber doch noch mal sehr unerträglich, weil ich zu dem Zeitpunkt keinen Job hatte, schon mehrere Jahre "arbeitssuchend" war, womit ich meine Berufschancen natürlich noch weiter verschlechtert habe, nach wie vor, noch nie eine Beziehung hatte, seit meinen 20 Lebenjahr auch keine Freunde mehr habe, zuvor "einen besten Freund" der mich von der Grundschule bis zum Zivildienst begleitet hatte.
Dadurch bin ich nun auch "Therapie-motiviert". :wink:
Habe auch festgestellt das meinen Mutismus eine Hochsensibilität zu Grunde liegt, was mir geholfen hat. Seit ich 30 Jahre bin, habe ich nun auch meine eigene Wohnung. Der bisher wohl größte "Fortschritt", weil ich mir das vorher auch überhaupt nicht vorstellen konnte. Andere Menschen wohl auch nicht. :wink:
Weil Mutismus oft auch mit "Unselbstständig" gleichgesetzt wird. Hatte und habe natürlich immer noch die Unterstützung meiner Familie, aber nichtsdestotrotz komme ich trotz Mutismus ganz gut alleine zurecht. Die letzten Therapien habe ich auch von mir aus gestartet, ich kann inzwischen auch Termine vereinbaren, einkaufen, usw. ohne das ich wie früher meine Eltern vorschicke, damit sie es für mich machen. :wink:
Vom Jobcenter aus, habe ich dann auch eine Stelle bei einer Zeitarbeitsfirma gefunden. Kein Job der mich erfüllt, kein Job mit dem ich Geld verdienen könnte, aber immerhin komme ich so "unter Menschen". Der Leistungsdruck ist auch nicht so hoch, wenn ich in Hartz IV rutschen sollte, macht das finanziell fast keinen Unterschied.
Vielleicht hilft mir meine momentane Therapie noch, meinen Mutismus noch weiter zu überwinden, damit ich vielleicht einen Job ausüben kann, der mich "erfüllt" und womit ich auch Geld verdienen kann.
"Persönliche Gespräche" und Smalltalk fällt mir nach wie vor sehr schwer bis unmöglich.
Ich habe zwar keine Freunde, keine Partnerin, dafür aber eine starke "Familienbande". :wink:
So das ich mit meinen Schwestern und/oder Eltern Ausflüge, DVD-Abende, Kino, Freizeitparks und andere Unternehmungen mache.

Nach wie vor "Höhen und Tiefen". :wink:
Solange ich nicht komplett in ein "Tief" falle, kann ich mit meinen Mutismus ganz gut leben.
Gibt immer wieder Phasen wo ich in Depressionen verfalle, weil ich keine Freunde habe, keine Partnerin, keine eigenen Kinder, mein Mutismus mich hindert einen Job zu finden, der mich erfüllt, finanzielle Probleme, Familienprobleme, usw.
Aber es gibt auch immer wieder Phasen, wo ich sehr glücklich und motiviert bin. Therapie und meine Familie fangen mich meistens auch auf. :wink:

Mal sehen was die nächsten 10 Jahre bringen. :wink:

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1787
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: ist mein Sohn mutistisch????

Beitragvon Hyazinthe » 04.06.2016, 04:55

Hallo Aynes,

für mich war es schockierend, dass ich mich noch (wieder) so fühle wie vor 10 Jahren. Ich habe vieles erlebt, vieles erreicht, doch nichts scheint von Dauer zu sein. Weder beziehungs- noch berufsmäßig. Darum stecke ich mal wieder in einem tiefen Loch. Dieses Loch wurde dadurch verschlimmert, dass ich mit viel Energie versucht habe, eine Selbsthilfegruppe aufzubauen, um mir selbst auch einen Halt zu schaffen, und mit dem Vorhaben anscheinend gescheitert bin. Ich habe zu viele Dinge kombiniert, wollte auch über die Selbsthilfegruppe Freunde finden, hatte aber wohl zu viele (verschiedene) Rollen zu erfüllen. Das hat nicht geklappt. :(

Aurida
Inventar
Inventar
Beiträge: 104
Registriert: 08.08.2015, 17:35

Re: ist mein Sohn mutistisch????

Beitragvon Aurida » 04.06.2016, 13:51

@Anyes: Was haben die Ärzte und Therapeuten denn gesagt, warum sie Mutismus ausschließen?

@Hyazinthe: Tut mir leid, dass es dir gerade nicht so gut geht und so viele verschiedene Bereiche gerade so schwierig sind.
Darf ich fragen, warum genau die Selbsthilfegruppe gescheitert ist?

Benutzeravatar
Schlusi
Urgestein
Beiträge: 2284
Registriert: 17.03.2005, 16:56
Wohnort: Niedersachsen

Re: ist mein Sohn mutistisch????

Beitragvon Schlusi » 04.06.2016, 15:37

Hallo Aynes,

ich schreibe, weil ich es toll finde, dass Du Dich jetzt gemeldet hast, was so los war und wie es jetzt bei euch steht.
Denn ich bin ja hier auch schon zehn Jahre und unsere Tochter wird demnächst auch siebzehn.
Habe auch großen Respekt vor eurem bisherigen Weg, auch großen Respekt vor der Leistung und der Therapiebereitschaft eures Sohnes.
Ich kann grad nicht viel schreiben, habe meine ruhige, zurückgezogene und schweigende Phase. :wink: :roll:
Nur soviel, unsere Tochter hat halt zwei Diagnosen bisher...Mutismus und Asperger Syndrom (kurz auch Tourette-Verdacht, dann aber doch eher als Tics deklariert).
Und unsere Tochter war vor fünf Jahren ein Dreivierteljahr in einer Tagesklinik. Dort bekam sie auch Asperger diagnostiziert.
Unsere Tochter wird jetzt mit einem erweiterten Realschulabschluss die Förderschule abschließen.
Eigentlich alles gut, sogar super gut. Es gibt aber so ein paar Äußerungen unserer Tochter über ihr inneres Befinden, weswegen ich gerade selbst wieder sehr in mich gekehrt bin und auch sonst nichts weiter hier schreibe. Normalerweise könnten wir, was das äußere Bild angeht, hier in Jubelschreie ausbrechen. Aber ich weiß eben, dass es unserer Tochter nicht gut geht. Sie versteht es aber außerhalb alles zu verbergen, ist super angepasst und bündelt alle ihre Energie und strengt sich super an, denn sie ist eben "die eine, die immer lacht" (falls das jemand kennt, dürfte ja inzwischen überall angekommen zu sein). Aber in ihr drinnen sieht es eben ganz anders aus.

Schlusi :)
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1787
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: ist mein Sohn mutistisch????

Beitragvon Hyazinthe » 04.06.2016, 16:51

Hallo Aurida,

danke für die Antwort. Ja, das mit der Selbsthilfegruppe lief erst mal ganz toll an und lief ein Jahr lang - bei niedriger Besetzung - gut. Wir haben auch in der Freizeit was unternommen. Allerdings habe ich die Rollen in den Augen der TeilnehmerInnen wohl nicht unter 'einen Hut' bekommen. Einerseits kam mir eine gewisse 'Steuerungsfunktion' zu, damit einzelne TeilnehmerInnen nicht überlastet sind durch die Redeanteile der anderen zum Beispiel. Dann wiederum dachte ich, ich könnte mich auch mal als selbst Betroffene so richtig 'ausheulen'. Andererseits wurde mir aber eine moralische Position zugeschustert, die ich so nicht erfüllen konnte. LG!


Zurück zu „Mutismus-Forum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste