Was ist ADS bzw. ADHS?

Informationen zu anderen Sprach- und Kommunikationsstörungen.

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Michael
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Was ist ADS bzw. ADHS?

Beitragvon Michael » 06.11.2002, 12:41

Diagnostische Kriterien der ADHS
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung
nach: DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of the American Psychiatric Association, 1994)

Die Klassifikationssysteme psychischer Störungen definieren das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom als eine Störung mit Beginn im Kleinkindalter, der Kindheit und Adoleszenz.

Für eine ADHS-Diagnose nach DSM IV müssen entweder A1 und/oder A2 sowie B, C, D & E zutreffen.

A1 Unaufmerksamkeit
Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome von Unaufmerksamkeit sind während der letzten sechs Monate in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessen Ausmass vorhanden gewesen:

* beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten, bei der Arbeit oder bei anderen Tätigkeiten

*hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen aufrechtzuerhalten

*scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere ihn/sie ansprechen
führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen (nicht aufgrund oppositionellem Verhaltens oder Verständigungsschwierigkeiten)

*hat häufig Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren
vermeidet häufig, oder hat eine Abneigung gegen oder beschäftigt sich häufig nur widerwillig mit Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengungen erfordern (wie Mitarbeit im Unterricht oder Hausaufgaben)
verliert häufig Gegenstände, die für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt werden (z.B. Spielsachen, Hausaufgabenhefte, Stifte, Bücher oder Werkzeug)

*lässt sich oft durch äussere Reize leicht ablenken

*ist bei Alltagstätigkeiten häufig vergesslich

A2 Hyperaktivität und Impulsivität

Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität sind während der letzten sechs Monate beständig in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmass vorhanden gewesen:

Hyperaktivität

*zappelt häufig mit Händen oder Füssen oder rutscht auf dem Stuhl herum

*steht in der Klasse oder in Situationen, in denen Sitzen bleiben erwartet wird, häufig auf

*läuft herum oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist (bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann dies auf ein subjektives Unruhegefühl beschränkt bleiben)

*hat häufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen

*ist häufig "auf Achse" oder handelt oftmals, als wäre er/sie "getrieben"
redet häufig übermässig viel


Impulsivität

*platzt häufig mit Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist

*kann nur schwer warten, bis er/sie an der Reihe ist

*unterbricht und stört andere häufig (platzt z.B. in Gespräche oder Spiele anderer hinein)


B
Einige Symptome der Hyperaktivität-Impulsivität oder Unaufmerksamkeit, die Beeinträchtigungen verursachen, treten bereits vor dem Alter von sieben Jahren auf

C
Beeinträchtigungen durch diese Symptome zeigen sich in zwei oder mehr Bereichen (z.B. in der Schule bzw. am Arbeitsplatz und zu Hause)

D
Es müssen deutliche Hinweise auf klinisch bedeutsame Beeinträchtigungen in sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsbereichen vorhanden sein

E
Die Symptome treten nicht ausschliesslich im Verlauf einer sog. tiefgreifenden Entwicklungsstörung, einer Schizophrenie oder einer anderen psychotischen Störung auf und können auch nicht durch eine andere psychische Störung besser erklärt werden (z.B. Affektive Störung, Angststörung, Dissoziative Störung oder eine Persönlichkeitsstörung)
Bundesvorsitzender der Mutismus Selbsthilfe Deutschland e.V.
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f.j.neffe
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AD(H)S ist anders.

Beitragvon f.j.neffe » 08.12.2010, 00:56

Zu jedem Kind, dem AD(H)S zugeschrieben wird, gehört mindestens ein Erwachsener, der damit nicht klarkommt. In der Regel sind es aber mehr. Diese Erwachsenen, die nicht klarkommen, sind ein essentieller Bestandteil: ohne sie gäbe es kein AD(H)S.
Als Ich-kann-Schule-Lehrer habe ich solche Symptom-Begriffe, die viel mehr über das Unvermögen der Erwachsenen aussagen als über das der Kinder, logischerweise zunächst immer mit Impotenz & Inkompetenz der Erwachsenen bzw. der "Profis" bezeichnet.
Schon allein der Unterricht ist in den allermeisten Fällen ein hoch vernünftiger Grund, mindestens hyperaktiv zu werden. Wenn die Lehrer Konzentration wollen, möchten sie, dass das Kind alles vergisst und seine ganze Aufmerksamkeit allein auf das richtet, was sie wollen: das ist die totale Unterwerfung. Bei wirklicher Konzentration müsste die Aufmekrsamkeit aber ins ZENTRUM richten, und das liegt nicht dort, wo der Lehrer sie haben will, sondern MITTEN IM KIND, wo er diese Aufmerksamkeit um alles in der Welt nicht hinlässt. Dieser Unterricht ist also selbst nichts weiter als eine einzige rieseige Konzentrationsstörung und Neurotifizierung des Lebensprozesses. Und unsere päd. Profis wissen dabei gar nicht, was sie tun. Nicht das Kind braucht also Förderung und Dazulernen sonder sie.
Wo sind denn die päd. Erfolge bei diesem Konstrukt AD(H)S? Zunächst scheinen keine sichtbar. Bei genauer Untersuchung zeigen sich jedoch geradezu gigantische Erfolge: a) das rasante Wachstum des Arzneimittelkonsums, b) das ebenso rasante Wachstum immer neuer Begriffe und Theorien, mit denen c) von einem ebenso rasanten ProblemWACHSTUM abgelenkt wird. Immer mehr und größere Probleme werden produziert von "Fachleuten", die sie nicht lösen können und die Betroffenen ständig überbeschäftigen, um so von diesem Irrsinn abzulenken.
In meiner Anfangszeit als Lehrer hatte ich gleich einen versierten Zappelpeter als Lehrmeister, mit dem ich Lösungen und den Schlüssel dazu gefunden habe. Peter verstand, dass er der Herr aller seiner Kräfte ist. Er verstand, dass er von dieser, seiner Vorzugsstellung noch nie Gebrauch gemacht hatte. Er lernte, freundlich und bestimmt, seine Kräfte selbst zu bestimmen und erlebte, welche Freude und Dankbarkeit das bei seinen Kräften auslöste. Die Kräfte folgen ihm ja gerne, wenn er ein guter Herr ist, denn nur dadurch bekommt ihr Leben SINN und können sie sich verwirklichen. Die gigantischen, stets noch wachsenden Misserfolge der Pädagoigik unserer Tage haben stets damit zu tun, dass die Pädagogik den Kräften nicht nur keinen Sinn bietet sondern ihn oft auch auch noch durch ihre unsensiblen Maßnahmen zerstört.
Es sind banale Fehler, an denen wir scheitern und die sich leicht korrigieren lassen. AD(H)S ist ganz anders. In der neuen Ich-kann-Schule bedeutet die Abkürzung "Ach, das heilt schon".
Das geht. Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe

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Beitragvon Rosa » 19.03.2011, 23:05

Ich habe einen ADS Sohn.Bin ich nun unfähig ?

Nein,ich denke diese Symptome eines ADS Kind , sind eine Belastung für das Kind selber ....und als Erwachsener und Nicht-ADSler sehr schwierig manchmal auszuhalten. Mein Sohn hat keine Hyperaktivität, was die Sache etwas erleichtert....aber umso schwieriger für Lehrer oder Eltern zu händeln ist.
Liebe Grüße
Rosa

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Selbstreflexion oder Ausweichen

Beitragvon f.j.neffe » 21.03.2011, 23:48

Jeder hat immer wieder im Leben Punkte, an denen er nicht fähig ist, das aktuelle Problem zu lösen. Dann gibt es zwei Wege: a) Selbstreflexion und Suche nach der Lösung oder b) Ausweichen ohne oder mit Vorbeten der üblichen übernommenen Schablonen.
Klar ist "ADS" oder was auch immer a) ein Problem des Kindes aber auch b) eines der Eltern und c) der beteiligten Pädagogen und weiteren "Fachleute".
Es geht nicht um Aushalten, es geht um Lösung Suchen und Finden oder AusWeichen.
Durch Fehlen von Hyperaktivität mag das Problem leicher wirken. Von einem bezahlten Profi wenigstens würde ich mir als Ich-kann-Schule gezielte Lösungsinitiativen mit Erfolgsbilanz erwarten. Nur Misserfolgsverwaltung, das kann ein Straßenarbeiter oder eine Verkäuferin auch. Wenn über die Jahre nur über (steigende) Misserfolge geredet wird, dann stimmt einfach a) die Pädagogik b) die Therapie und c) der menschliche Umgang nicht.
Selbstverständlich leben wir in einem freien Land, wo jeder das Recht hat, sich seine Probleme selbst zu wählen und alles so zu sehen, wie er will. Mich interessiert halt die Lösung.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

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Beitragvon Rosa » 22.03.2011, 09:43

Jo, wir sind ein halbes Leben lang schon mit der ADS -symptomatik unseres Sohnes beschäftigt,suchen nach Lösungen, machen Therapien....haben Rückschläge , aber auch Erfolge erleben dürfen.
Nun kam aber die Diagnose Mutismus und evt Autismus hinzu.....und wirft uns Eltern irgendwie total zurück....bzw nun fallen wir wieder in ein tiefes Loch....

Ich wünschte mir , man könnte,wenn es "brennt" schneller einen Arzt sprechen ....Hilfe bekommen....
Es ist schon schwer...mit aushalten meine ich nicht unbedingt das ADS oder meinen Sohn....das ist einfach eher diese Hilflosigkeit....irgendwie ist man zeitweise überfordert das alles zu bewältigen.Denn man hat ja auch Angst wie es weiter gehen soll.
Zudem habe ich noch zwei weitere Kinder..

Na ja, alles nicht so einfach.
Liebe Grüße

Rosa

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Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott !

Beitragvon f.j.neffe » 14.06.2011, 23:31

Rosa hat geschrieben:Nun kam aber die Diagnose Mutismus und evt Autismus hinzu.....und wirft uns Eltern irgendwie total zurück....bzw nun fallen wir wieder in ein tiefes Loch....

Ich wünschte mir , man könnte,wenn es "brennt" schneller einen Arzt sprechen ....Hilfe bekommen....
Es ist schon schwer...mit aushalten meine ich nicht unbedingt das ADS oder meinen Sohn....das ist einfach eher diese Hilflosigkeit....irgendwie ist man zeitweise überfordert das alles zu bewältigen.Denn man hat ja auch Angst wie es weiter gehen soll.
Zudem habe ich noch zwei weitere Kinder..

Na ja, alles nicht so einfach.


Ist Dir noch nie die Idee gekommen, dass die immer noch hinzukommenden "Diagnosen" schlicht ein Zeichen der Impotenz und Inkompetenz der Zuständigen sein könnten? DIAGNOSE heißt auf Deutsch DURCHBLICK? Wenn sie den Durchblick haben, warum lösen sie das Problem dann nicht? Und wenn sie - ganz offensichtlich -keinen haben, warum glaubst Du ihnen dann alles und wartest und wartest, dass von ihnen eine Lösung kommen könnte?
Lief es in der Praxis nicht bisher darauf hinaus, dass die Profis selber hilflos sind, und aus diesem simplen Grunde einfach dafür sorgen, dass Du unter ihrem Niveau bleibst?
Die Ich-kann-Schule-Frage ist immer: Womit könnten wir die Probleme lösen, wenn nicht mit den Kräften & Talenten, die die Beteiligten dafür haben?
Wie geht es Deinen Kräften?
Wie geht es den Kräften Deines Kindes, Deiner Kinder?
Geht es ihnen gut? Oder fühlen sie sich totel im Stich gelassen, unverstanden, verraten, frustriert, verletzt, gekränkt und mehr desgleichen?
Ist Dir klar, dass wir den Zustand dieser Kräfte ändern müssen, wenn es zu einer echten Lösung kommen soll. Das ist machbar.
Dafür musst Du nur anfangen, alle diese kräfte so gut zu behandeln, wie sie es brauchen, um sich zu erholen, neue Kraft zu schöpfen, sich aufzurichten und wieder Interesse am Leben zu bekommen. Du darfst, sollst, musst Deinen Kräften endlich sagen, dass sie GUT sind. Täglich immer wieder! So wie Du Deinen Körper fütterst brauchen sie auch regelmäößig Bestätigung, Stärkung, Achtung, Anerkennung u.dgl.m.
Und die Deines Kindes auch.
Eure feinsten und entscheidendsten Geistes- und Seelenkräfte sind ja schon halb verhungert. Ist es da verwunderlich, wenn sie auffällig werden???
Für Dein Kind gibt es da noch die Schnellhilfe durch Schlafsuggestion; im Coué Brief 9 auf der Coué Seite findest Du Beispiele dafür. Auch in Coués kleinem Buch über Autosuggestion findest Du was dazu und noch viele weitere praktische Hilfen. Damit es anders wird, muss sich IN EUCH was ändern; die Fachleute dafür seid Ihr selbst. Das kann schnell gehen. Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe

Rosa
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Beitragvon Rosa » 16.06.2011, 12:32

Hallo,
irgendwie verstehe ich nicht,worauf du hinaus willst.
Meinst du all die Fachleute seien überflüssig ?
Mein Sohn leidet unter Angstsymptome, verläßt nicht mehr unser Haus.
Meine Kinder fühlen sich nicht im Stich gelassen,unverstanden oder verraten. ich denke grad mein Sohn fühlt sich hier sehr wohl...jetzt wie es ist. Aber das kann nicht die Lösung für seine Zukunft sein. Ohne Ärzte und Therapeuten geht es einfach nicht.Denn sie geben auch mir Kraft. Was meinst was sonst die Schule sagen würde, wenn wir nicht Ärzte heranziehen würden ?
Wenn du den Einfruck hast, ich sitze hier und verzweifel und bin total hilflos...nein nein...das ist ein falscher Eindruck.
Keiner kennt meinen Sohn besser ,als ich und ich versuche jeden Tag an ihn ran zu kommen.
Aber ohne Ärzte wäre ich nicht so weit , nicht so ruhig und geduldig.
Liebe Grüße

Rosa

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Möglichkeiten entdecken

Beitragvon f.j.neffe » 16.06.2011, 19:07

Wie kommst Du denn auf die Idee, dass mir Fachleute überflüssig seien, bloß weil sich mehr oder (gottseidank oft auch weniger) von dem, was sie tun, als überflüssig oder kontraproduktiv erweist.
Du achtest doch auch selbst auf die Wirkung der einzelnen Maßnahmen und lernst daraus und machst infolgedessen heute manches effizienter als vor Jahren, oder?
Ich mache nichts weiter als Positionen, wo die Ergebnisse unbefriedigend sind, zu hinterfragen. Nicht um Menschen damit zu beurteilen sondern um Möglichkeiten zu entdecken.
Ich möchte Dir fast glauben, dass keiner Deinen Sohn besser kennt als Du. Kennt ihn überhaupt jemand, ihn, der er wirklich ist und werden kann?
Ich zum Beispiel hätte nicht das Bestreben, an ihn ran zu kommen.
Ich weiß, dass die feinsten und genialsten (geistigen & seelischen) Kräfte im Menschen drin sind, und mit denen nehme ich einfach Kontakt auf.
Was wollte ich an denen dran?
Ich will einfach mit ihnen reden / denken, sie voll Achtung begrüßen und ihnen sagen / zudenken, dass sie OK sind und dass ich noch viel Gutes von ihnen erwarte und mich auf ihren Erfolg freue.
Bei meinen Erlebnissen mit Kindern und Erwachsenen habe ich erfahren: Entweder hallt es so (gut) zurück, wie ich in den Wald hineingerufen habe, oder es hallt so (schlecht) zurück wie andere zuvor hineingerufen haben. Die jeweilige Reaktion ist für mich eine wichtige Botschaft und wird ohne Bewertung mit Respekt angenommen. Egal ob es Dein Sohn ist oder Du oder wer auch sonst: Ich akzeptiere jeden für jetzt so, wie er ist, und für die Zukunft so, wie er werden kann.
Wenn Dein Sohn unter Angst leidet, dann haben seine Geistes- und Seelenkräfte Angst. Da würde ich mich als erstes schon einmnal demonstrativ auf ihre Seite stellen und ihnen sagen: "Ich helfe Euch das Problem lösen." Der nächste Schritt wäre, dass ich Deinen Sohn frage: "Hilfst Du mir Deinen Kräften & Talenten zu helfen? Machen wir sie gemeinsam stark?" Er hat die Hauptrolle und ich bin der (kompetente) Diener bei seiner Entwicklung. Nicht ich muss etwas mit ihm machen sondern ich muss es ihm ermöglichen, das Entscheidende für sich selbst zu tun. Um seine Entwicklung geht es, nicht um meine Therapie.
Geduldig wäre ich erst, wenn ich erlebe, dass die Betroffenen aufatmen und die erwartete gute Entwicklung stattfindet. Doch letzten Endes entscheidet jeder selbst, was er erduldet und wofür. Letztlich dient auch das Leiden nur der Entwicklung der Kräfte & Talente, die wir zu unserer Hilfe in uns selbst haben. Ich wünsche Euch guten Erfolg.
Franz Josef Neffe

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Beitragvon Schlusi » 17.06.2012, 10:11

Er hat die Hauptrolle und ich bin der (kompetente) Diener bei seiner Entwicklung. Nicht ich muss etwas mit ihm machen sondern ich muss es ihm ermöglichen, das Entscheidende für sich selbst zu tun.

Genau so ist es richtig, da stimme ich zu.
Zu dumm nur, dass das Wort 'dienen' schon einen schlechten Beigeschmack hat. Ich diene, ich diene dir, ich bin Deine Dienerin. Ich muss Dir sagen, dass es diese Thematik zwischen mir und meiner Tochter gibt. Sie liebt ja alle möglichen japanischen Animes. Und es gibt tatsächlich auch in einem Anime ein Mädchen (mit dem sich meine Tochter auch identifiziert) und eine Dienerin, die diesem Mädchen dient sozusagen. Und meiner Tochter gefällt das nicht nur deshalb so gut, weil sie sich vom Wesen her mit dem Mädchen identifiziert, sondern auch weil ich die Rolle der Dienerin auch anscheinend ziemlich ähnlich wahrnehme.

Nur jeder Therapeut und jeder Erziehungsberater würde sich die Haare raufen, wenn wir beide denen gegenüber unsere Rollen offenbaren würden. Denn ich bin tatsächlich die Dienerin unserer Tochter. Sogar auch mit der Schwäche, dass ich zwischendurch entzückt bin und unser Mädchen einfach nur schön und niedlich finde, was sie dann nun überhaupt nicht abkann und dann bekomme ich auch Ärger von ihr. Aber das scheint in diesem Anime auch so zu sein und da das in dieser Rolle auch so ist, behalte ich das einfach auch so bei, als Spielchen.

Gut, Rosa ist gerade in einer ganz anderen Situation, wo sich alles zugespitzt hat. Da wüsste ich auch nicht. Als sich bei uns alles zugespitzt hatte, ist unsere Tochter freiwillig in die Klinik gegangen und hat sich tatsächlich auch vorher alles zeigen lassen und wurde auch gleich ganz lieb angesprochen. Aber da war die Situation ja auch eine andere. Dort hinzugehen bedeutete ja für unsere Tochter nicht mehr zur Schule zu müssen, für eine Weile. Sie ist also für eine Weile ein großes Problem losgeworden. Der Sohn von Rosa hat ja für sich gesehen gerade kein Problem, wenn er einfach nur in seinem Zimmer ist. Da bedrängt ihn niemand und seine Mutter ist ja auch für ihn da. Was sollte ihn da davon überzeugen, dass er, um wieder in die Welt da draußen zu kommen, da raus muss.

Herr Neffe, was wäre denn jetzt ganz konrekt Dein Vorschlag in dieser Situation. Den Jungen in seinem Zimmer lassen, keine Schule, keine Ausbildung, keine Freunde. Einfach weiter ihm sein Essen machen, Zimmer aussaugen, Staub wischen, etwas zu trinken hochbringen, weil er beim Computer spielen vergessen könnte genug zu trinken. Ihn dran erinnern, dass er auch Körperhygiene betreibt. Und dann einfach abwarten, was so die nächsten Tage, Wochen, Monate und Jahre passiert oder wie? (sorry, Rosa, falls ich da jetzt etwas zu sehr überzogen dargestellt habe...bei unserer Tochter wäre das so, wenn sie wieder in die Depression zurückfallen würde, inzwischen kann ich schon auch Aufgaben/Forderungen an sie stellen, die sie dann auch erfüllt).

Ähm, sorry Michael, wir haben Deinen Thread etwas zerstört.
Bei Bedarf bitte auslagern oder keine Ahnung, was und wie Du das machen kannst oder willst. :oops:
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom

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Beitragvon Sonnenblume » 17.06.2012, 12:42

Ähm, sorry Michael, wir haben Deinen Thread etwas zerstört.


Ach ,nicht nur das ,Schlusi, schon mal aufs Datum geschaut?
Ist aber nicht bös gemeint...! :)
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

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Beitragvon f.j.neffe » 17.06.2012, 16:06

Schlusi hat geschrieben:
Er hat die Hauptrolle und ich bin der (kompetente) Diener bei seiner Entwicklung. Nicht ich muss etwas mit ihm machen sondern ich muss es ihm ermöglichen, das Entscheidende für sich selbst zu tun.

Genau so ist es richtig, da stimme ich zu.
Zu dumm nur, dass das Wort 'dienen' schon einen schlechten Beigeschmack hat. ....................
Herr Neffe, was wäre denn jetzt ganz konrekt Dein Vorschlag in dieser Situation. Den Jungen in seinem Zimmer lassen, keine Schule, keine Ausbildung, keine Freunde. Einfach weiter ihm sein Essen machen, Zimmer aussaugen, Staub wischen, etwas zu trinken hochbringen, weil er beim Computer spielen vergessen könnte genug zu trinken. Ihn dran erinnern, dass er auch Körperhygiene betreibt. Und dann einfach abwarten, was so die nächsten Tage, Wochen, Monate und Jahre passiert oder wie?..............


Es liegt an Dir, dirden Beigeschmack aufdrängen zu lassen oder ihn selbst günstiger für Dich zu bestimmen.

Ist das die Situation?
Oder ist das Deine Vorstellung von der Situation?
Deine Vorstellung von dem Standpunkt aus, den Du bisher einnimmst?
Um zu jedem Deiner einzelnen Punkte konkret etwas sagen zu können, müsste ich mir die Sache von mehreren verschiedenen Standpunkte neu ansehen. Dann wüsste ICH etwas NEUES dazu. Und DU würdest immer noch nur allein Deinen bisherigen Standpunkt aus der Praxis kennen.

Ich kann Dir etwas Hilfe anbieten. Du weißt ja, ich unterscheide Druck und Sogwirkung. In Deiner Schilderung lese ich nur von Druck und Gegendruck. Da würde ich mir überlegen, was ZIEHT.
Ich würde mich des SOGs beDIENEN. Was wir beHERRSCHEN wollen, müssen wir erst beDIENEN lernen.
Ehe ich überhaupt etwas machen würde, würde ich erst einmal schauen, hören, fühlen,.... was bereits alles für Wirkungen am Wirken sind. Ich denke, das fühlst Du bestimmt als Mama noch viel besser als ich.
Welche Kräfte in ihm werden befriedigt, frustriert, gelenkt..... , wenn Du so oder so auf die Signale reagierst, die diese Kräfte durch sein Verhalten hindurch geben?
Es geht nicht darum, für jemand die Dienstmagd zu spielen. Es geht darum dass DU seine Kräfte & Talente besser verstehen und ihnen - und nicht direkt ihm - gezielter für ihre gute Entwicklung Dienste erweisen kannst als er.
Der Sohn möchte mit seinen Kräften, die er nicht verstanden hat, den Herrscher spielen. Das klappt nicht, weil er noch nicht eingesehen hat: Was du beherrschen willst, musst du bedienen lernen.
Wer immer Einfluss auf seine Kräfte bekommen will - er selbst, Du oder wer sonst - muss a) dienen und b) lernen.
Du siehst, ich habe Euer Problem nicht, aber ich nutze meinen Vorteil, daraus zu lernen, damit ich mich ggf. der Möglichkeiten, die mir immer wieder begegnen, schneller und besser beDIENEN kann. Ich denke, Ihr habt auch das Zeug dazu. Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe

Hänschen
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Beitragvon Hänschen » 17.08.2012, 05:50

Danke für die genaue Erklärung...

MfG

oliviaivy337
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Re: Was ist ADS bzw. ADHS?

Beitragvon oliviaivy337 » 08.01.2020, 21:36

Das Fehlen von Hyperaktivität kann das Problem vereinfachen. Von einem bezahlten Experten würde ich auf jeden Fall erwarten, dass er sich auf Arrangement-Aktivitäten konzentriert, die den Ruf einer I-can-Schule haben. Nur die Tafel enttäuschen, ein Straßenarbeiter oder ein Handelsvertreter können das auch. Unter der Annahme, dass im Laufe der Jahre nur (wachsende) Enttäuschungen besprochen werden, sind an diesem Punkt im Wesentlichen a) Lehrmethode b) Behandlung und c) menschlicher Umgang nicht richtig...

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Re: Was ist ADS bzw. ADHS?

Beitragvon Hyazinthe » 09.01.2020, 17:02

Hallo,

ich dachte hier wären 'Bots' mit aktiven Links verbannt? Aber, nevertheless, das Thema ADS bzw. ADHS ist ja auch interessant... :wink: Was ist das eigentlich? Und es darf zusammen mit selektivem Mutismus auftreten, sogar mit einer Autismus-Spektrum-Störung, oder etwa nicht? Viele Grüße!

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Re: Was ist ADS bzw. ADHS?

Beitragvon Stiller Engel » 24.02.2020, 16:06

Den Link als Signatur zum Nerven verwenden ist ziemlich gerissen. Ich hoffe, es ziehen nicht so viele nach. Ist jedenfalls nicht mehr so viel und schlimm, wie zuvor es möglich war.
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Wir sind nicht auf die Welt gekommen um so zu sein wie andere uns haben wollen! :cry:


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