Buchrecherche zum Thema Mutismus

Wie denken (ehemalige?) jetzt erwachsene Mutisten über ihr Leben? Bestehen Restängste? Welche Lebenserfahrungen wurden gemacht?

Moderator: Elfa

SandraT
Neues Mitglied
Neues Mitglied
Beiträge: 2
Registriert: 02.03.2019, 13:39

Buchrecherche zum Thema Mutismus

Beitragvon SandraT » 27.03.2019, 08:54

Hallo Zusammen,

ich habe mich bereits online einige Zeit zum Thema Mutismus informiert, würde aber gerne noch mehr Informationen sammeln, weshalb ich hoffe, dass ihr mich unterstützen könnt.
Vorweg erstmal: Ich selbst bin bisher nicht in Kontakt zu jemanden mit Mutismus gekommen und bin eher durch Zufall auf dieses Thema gestoßen. Das Thema ist bei mir hängen geblieben, da es mir so gänzlich unbekannt war.
Ich bin eine junge Autorin, die bereites ein paar Bücher veröffentlicht hat und in den Büchern gerne Themen ansprechen möchte, die nicht so bekannt sind, um Menschen auch ein wenig aufzuklären. Grundsätzlich gebe ich in meinen Büchern gerne den Gedanken mit, dass Menschen nie so sind, wie sie von außen oder auf den ersten Blick scheinen. Daher würde ich gerne das Thema Mutismus in meinem nächsten Roman einfließen lassen.

Ich hoffe, dass jemand von euch Interesse hat mich bei meiner Recherche zu unterstützen und hoffe, dass ich niemanden damit auf die Füße trete. Ich interessiere mich wirklich für dieses Thema und mir geht es nicht darum Geld aus dem Thema zu schlagen oder ähnliches. Sollte dieser Beitrag hier doch ungewünscht sein, werde ich ihn natürlich löschen.

Lieb Grüße
Sandra :D

Benutzeravatar
Stille Stärken
Inventar
Inventar
Beiträge: 181
Registriert: 03.07.2014, 15:53
Kontaktdaten:

Re: Buchrecherche zum Thema Mutismus

Beitragvon Stille Stärken » 27.03.2019, 10:08

Mutismus bei Erwachsenen ist ein sehr vielschichtiges Thema. Das fängt schon damit an, dass "Mutismus" ein Wort mit mehreren Bedeutungen ist.
Wenn du deinen Roman als Information über das Störungsbild "Selektiver Mutismus" einsetzen möchtest, wird die Internet-Recherche allein nicht ausreichen.

Ich hatte Selektiven Mutismus bis ins Erwachsenenalter und unterstütze mittlerweile Leute, denen es ebenso geht.
Wenn du magst, kannst du mich gerne anschreiben: christine@stille-staerken.de

Viele Grüße
Christine

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1748
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Buchrecherche zum Thema Mutismus

Beitragvon Hyazinthe » 27.03.2019, 19:28

Hallo,

naja, soooo viele Bedeutungen zu 'Mutismus' sind es nun auch wieder nicht :wink: Es gibt zunächst mal 'Mutismus' als Ableitung von dem lateinischen Wort 'mutus' als 'stumm' oder 'schweigend'. Das sagt noch nichts über die Ursache aus. In manchen Fällen scheint es eine klar umrissene Störung zu geben, die auf einem (erworbenen) Hirndefekt beruht. Bei schweren psychiatrischen Krankheiten kann es wohl auch infolge einer 'Katatonie' auftreten. Autismus ist keine schwere psychiatrische Krankheit, Autisten sind zunächst mal nur anders. Natürlich gibt es Autisten, die begleitende Erkrankungen haben können, wie etwa Epilepsie. Sie können aber ebenso unter einer psychischen Störung leiden, also, genau wie andere Personen, den sogenannten 'selektiven Mutismus' haben, der dadurch gekennzeichnet ist, dass in bestimmten Situationen (von den Betroffenen unabsichtlich) nicht gesprochen wird bzw. werden kann. Diejenigen verfallen dann situationsbedingt in eine Art Starre, die sie unfähig macht, zu reden. Davon getrennt kommt wohl auch der 'totale Mutismus' zum Beispiel infolge eines Traumas, etwa eines Unfalles, vor. Das ist dann aber als psychisches Trauma zu begreifen und nicht infolge von Demenz oder anderem geistigem Abbau, in dem Fall siehe 'erworbener Hirndefekt', etwa nach einem Schlaganfall. Menschen mit (totalem oder selektivem) Mutismus sind meist normal intelligent (was immer 'normal' bedeutet) und haben eine Sprachentwicklung vollzogen. Man kann also ganz grob psychogene (selektive oder totale) und organisch bedingte Stummheit unterscheiden. So, ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen :) Viele Grüße!

P.S.: In dem Film 'Einer flog über das Kuckucksnest' ist übrigens der 'Indianer' (bzw. der amerikanische Ureinwohner) als typisch katatonisch dargestellt.

Hyazinthe
Urgestein
Beiträge: 1748
Registriert: 29.03.2004, 20:24
Wohnort: Hamburg

Re: Buchrecherche zum Thema Mutismus

Beitragvon Hyazinthe » 27.03.2019, 19:37

P.S.: Ich bin gerade geschockt, weil bei Katatonie in einem Wikipedia-Eintrag immer noch Elektroschocks (etwas vornehmer: Elektrokonvulsionstherapie) als Mittel der Wahl angepriesen werden. Ich dachte das wäre auch nach diesem aufklärerischen Spielfilm über Praktiken in der Psychiatrie längst (hoffentlich) Geschichte! :shock: Schlimm genug, dass nach wie vor schädigende Medikamente an Patienten auch gegen den Willen verabreicht werden. Genau diese können nämlich Katatonie infolge von Nervenschädigungen auslösen, ein Teufelskreis....

SandraT
Neues Mitglied
Neues Mitglied
Beiträge: 2
Registriert: 02.03.2019, 13:39

Re: Buchrecherche zum Thema Mutismus

Beitragvon SandraT » 28.03.2019, 14:11

Danke für die schnelle Rückmeldung. Gedanklich bin ich schon in die Richtung selektiven Mutismus gegangen, da dies hier gut passen könnte.
Ich werde Christines Angebot gerne annehmen und dir heute mal eine E-Mail schreiben :D

Liebe Grüße
Sandra


Zurück zu „Mutismus bei Erwachsenen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste