Mutismus/ Kinderdiagnose

Wie denken (ehemalige?) jetzt erwachsene Mutisten über ihr Leben? Bestehen Restängste? Welche Lebenserfahrungen wurden gemacht?

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Stiller Engel
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Mutismus/ Kinderdiagnose

Beitragvon Stiller Engel » 05.04.2020, 16:56

Es beginnt häufig in der frühen Kindheit, was aber nicht heißt dass es bei Erwachsenen plötzlich weg ist. Zumal es auch in seltenen Fällen erst im Erwachsenenalter auftreten kann. Diese Annahme bringt Betroffene in Bedrängnis und noch mehr Hilflosigkeit.
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Wir sind nicht auf die Welt gekommen um so zu sein wie andere uns haben wollen! :cry:

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Re: Mutismus/ Kinderdiagnose

Beitragvon Sonnenblume » 07.08.2020, 09:57

Ja, diese Definition aus ICD10:

"F94.0
Elektiver Mutismus
Info:
Dieser ist durch eine deutliche, emotional bedingte Selektivität des Sprechens charakterisiert, so dass das Kind in einigen Situationen spricht, in anderen definierbaren Situationen jedoch nicht. Diese Störung ist üblicherweise mit besonderen Persönlichkeitsmerkmalen wie Sozialangst, Rückzug, Empfindsamkeit oder Widerstand verbunden.

Inkl.:
Selektiver Mutismus"

irritiert ein wenig, da von Vornherein von einer Kinderkrankheit ausgegengen wird.
Besser wäre eine Formulierung wie "...meist in der Kindheit beginnend..."
Das auch ein (s)elektiver Mutismus sich erst im Erwachsenalter zeigen kann,
belegen auch Beispiele meiner eigenen Vorfahren.
Wenigstens wird in F94.0 schon der Zusammenhang mit den anderen "Persönlichkeitsmerkmalen"
klar definiert.
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

_._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._._
Facebook-Gruppe: "selektiver Mutismus- soziale Ängste"

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Re: Mutismus/ Kinderdiagnose

Beitragvon NinaO » 10.08.2020, 07:41

Die Diagnose Selektiver Mutismus darf nur gestellt werden, wenn es auch in der Kindheit erstmals andauernd aufgetreten ist. Beim Auftreten im Erwachsenenalter muss ja auch ein traumatisches Ereignis oder eine Belastungsreaktion in Form einer Anpassungsstörung (z.B. ICD F43.2) gesichert ausgeschlossen werden und dann gibt es die Möglichkeiten unter Phobie eine Logophobie/Sprechangststörung zu diagnostizieren; evtl. ICD F40.2 als Spezifische (isolierte) Phobie. Der Erwachsene, der vorher keine hindeutende Symptomatik hatte, könnte ja auch mehr erzählen, was in ihm vor sich geht und was vorher war ...


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