Flex-Fernschule

Hier kann über alles geredet werden, außer über Mutismus :)

Moderator: Elfa

Rosa
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Flex-Fernschule

Beitragvon Rosa » 15.01.2013, 20:56

Wer kennt es ? Wer hat dort evt seinen Schulabschluss schon gemacht ?

Es sieht so aus,dass wir nicht drumrum kommen, dieses Angebot für unseren Sohn in Anspruch zu nehmen.
Er geht jetzt auf eine Schule in die 10.Klasse mit 5 Kindern .Aber verweigert nun schon wieder die Schule.Was sollen wir nur machen? Eigentlich soll er ja unter die Menschen.Soll Sozialkontakte knüpfen.Aber ihm ist es dort zu laut, zu blöd uvm. Die Fernschule würde er gerne machen. In der jetzigen Schule wird der MSA angestrebt.Er hatte die Schule aber mitte 8.Klasse vor 1 1/2 Jahren verlassen. Warscheinlich ist auch alles viel zu schwer für ihn.

Also ersteinmal wäre der Hauptschulabschluss angesagt
Liebe Grüße
Rosa

flohmaus
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Beitragvon flohmaus » 17.01.2013, 14:47

Mein Sohn hat dort letztes Jahr seinen Realschulabschluss gemacht. Das hat sehr gut geklappt und war ein wichtiger Schritt für ihn.

Rosa
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Beitragvon Rosa » 25.01.2013, 22:51

Super !
Hatte das das Jugendamt übernommen ?
Liebe Grüße

Rosa

Koalabär
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Beitragvon Koalabär » 26.01.2013, 09:21

also wenn diese fernschule für euch in frage kommt, auch finanziell, und vor allem der sohn diese absolvieren möchte, dann los! soziale kontakt kann man auch anders pflegen als in einer schule, in der einem nicht wohl ist!! da fällt euch bestimmt etwas ein.
das mit "alle kinder müssen in die öffentliche schule gehen sonst bleiben sie dumm und werden krank" ist einfach in unserer kultur verankert, aber zum beispiel in usa haben die eltern viel mehr rechte, für ihre kinder entsprechend den bedürfnissen alternative lernformen zu wählen. ich habe dazu schon einiges im internet gelesen (auch von mutismus-betroffenen).
drum nochmals, wenn es euch gut scheint und es möglich ist und vielleicht kriegt ihr ja von einem amt noch unterstützung, dann macht es!

Reni
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Beitragvon Reni » 27.01.2013, 22:01

unsere eine Tochter macht auch Flex-Fernschule.
Während eines Psychiatrieaufenthalts nach wiederholter "Schulverweigerung" trotz vorheriger Therapie, konnte sie den behandelnden Arzt vom Konzept der Fernschule überzeugen. Aufgrund der medizinischen Befürwortung stimmte auch das Jugendamt zu. Allerdings soll sie auch 2 Gruppenaktivitäten pflegen, was sie noch nicht ganz zufriedenstellend klappt.

Hallo Flohmaus,

schön, auch mal wieder etwas von dir zu lesen.
Mich interessiert schon lange wie euer Test beim Arbeitsamt verlief und ob euer Sohn inzwischen eine Perspektive hat.
Unsere Tochter hat inzwischen auch diesen Test gemacht, war aber enttäuscht. Am Dienstag haben wir Besprechung. Alle alternativen Möglichkeiten, die wir bis jetzt herausgefunden haben, stehen ihr entweder nicht zu oder sind für sie nicht passend.
Wegen ihrer anhaltenden Bauchschmerzen ist sie jetzt in einer Klinik für innere Medizin in Behandlung, die auch eine psychosomatische Abteilung hat. Es stehen noch Untersuchungen zu Darmerkrankungen an und eventuell eine stationäre Behandlung. Vorher fangen wir eh nichts Neues an.

Liebe Grüße
Reni

Rosa
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Beitragvon Rosa » 28.01.2013, 09:27

Danke Reni.

Ja, ich brauche eine medizinische Befürwortung fürs Jugendamt. Die machen nichts, wenn es nicht mediz. empfohlen ist.Das finde ich schade, es würde einiges beschleunigen, wenn sie selber mal Entscheidungen treffen würden.Wir merkten es zB an anderer Stelle...wir wollten eine Einzelfallhilfe und Autismusspezifische Therapie. Eigentlich sind diese zwei Sachen logisch in unserem Fall,das die laufen müssen...aber sie warten auf eine mediz. Befürwortung.Und das dauert.Wir warten jetzt schon 4 Wochen auf einen Arztbericht...es ist zum k..... :evil:
Und diese Flexschule wird schwer sein, überhaupt einen Arzt von zu überzeugen.
Da mein Sohn eh wenig motiviert ist, ist diese Therapiepause eine Katastrophe.
Liebe Grüße

Rosa

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Beitragvon flohmaus » 29.01.2013, 08:23

Ja, bei uns hat das Jugendamt die Kosten übernommen. Wir mussten dafür aber ziemlich viel Überzeugungsarbeit leisten.

Auf den Test beim Arbeitsamt haben wir jetzt vier Monate gewartet (trotz wiederholter Nachfrage). Ab Januar mussten wir in einen anderen Bezirk beim Arbeitsamt wechseln und siehe da, innerhalb von einer Woche bekamen wir einen Termin :x . Der ist nächste Woche. Wir sollen außerdem einen Behindertenausweis beantragen. Der Berater hat als Möglichkeit das Berufsbildungswerk genannt, wo die Jugendlichen eine Ausbildung mit besonderer Förderung machen können. Da müsste er dann allerdings unter der Woche auch dort wohnen, weil das nächste mit dem passenden Beruf über 100 km weg ist. Mal sehen, was sich ergibt.

Rosa
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Beitragvon Rosa » 29.01.2013, 18:34

Flohmaus,sowas schwebt mir für meinen Sohn vor.
Behindertenausweis, daran habe ich auch schon gedacht.
Man kann auch eine Pflegestufe beantragen.
Soweit bin ich aber noch nicht.
Scheitert eh alles am fehlenden Arztbericht.
Unsere Ärztin fordert ihn nun schriftl. an....dann soll es ihrer Meinung nach schneller gehen.
Liebe Grüße

Rosa

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Beitragvon Reni » 30.01.2013, 20:48

Einen medizinischen Befürworter für Fernschule bei Angststörungen zu finden, dürfte wirklich schwer sein.
Die nachbetreuende Psychiaterin hält es auch für einen Kunstfehler und der Arzt der Psychiatrie sagt, es war eine spezielle Entscheidung in unserem Fall.
Als wir für die ältere Tochter schon früher Fernschule beantragen wollten, machte man uns noch Druck mit Verdacht auf Kindeswohlgefährdung.

Ja Flohmaus, da hatten wir ja wirklich Glück mit unseren Terminen bei der Agentur für Arbeit. L. hatte bereits ihren Test und gestern war der Besprechungstermin.
In Einzelbereichen liegt sie am unteren Durchschnitt für Realschulniveau und bräuchte dringend eine kleine Klasse mit Förderung, das könnte vielleicht an der Wirtschaftsschule einer Sprachheilschule sein.
Ansonsten bräuchte sie auch im Berufsleben einen verständnisvollen Arbeitgeber und eventuell Begleitung. Ihr steht berufsvorbereitende Bildungsförderung und eine entsprechende Ausbildung zu. Für die Berufsvorbereitung gibt es in unserer Gegend sogar 2 Einrichtungen, wovon eine speziell für psychisch Erkrankte ist.
Ich finde es gut, dass ihr solche Möglichkeiten zustehen, aber sie selbst ist enttäuscht, dass ihr aus psychologischer Sicht der Realschulabschluss zugetraut wird. Sie kann sich auch keine Ausbildung in einem Beruf mit Hauptschulabschluss vorstellen. Wir werden uns die verschiedenen Einrichtungen ansehen und dann entscheiden.
Nebenbei sind wir noch medizinisch und psychosomatisch in einer Klinik am Abklären ihrer Bauchschmerzen. Obwohl sie seit November zu Hause ist, klingen die Beschwerden nur vorübergehend ab. Wir waren schon zweimal wegen Blinddarmverdacht in Kliniken - umsonst. Nächste Woche haben wir einen Termin in der psychosomatischen Abteilung (und hoffen, dass sie sie dort nicht auf Magersucht behandeln wollen), aber erst Anfang März einen für ein Sono und Messung der Knochendichte.
Bei all den Terminen können wir eigentlich froh sein, dass mein Mann im Einzelhandel arbeitet und Termine auch mal mit seinem freien Tag abdecken kann, so müssen wir nicht immer Urlaub opfern. Obwohl sie inzwischen 19 ist, möchten wir sie zu solchen Terminen gerne begleiten und sie selbst ist auch froh, Begleitung zu haben.

Dann ist da ja auch noch die andere Tochter, die 5 Lernbriefe in der Woche schaffen soll, womit sie sich schwer tut und auch 2-3-mal die Woche Unterstützung braucht.

Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen.

Ich finde es so frustrierend, dass es bei seltenen Störungen für die Eltern meist die reinste Odyssee ist, bis sie eine geeignete Lösung finden. Manchmal wird einem auch der Eindruck vermittelt, das Kind solle sich nicht so anstellen oder man solle es als Eltern nicht so verhätscheln.
Bei dem Extraaufwand, den man allein für Termine aufwenden muss, wünsche ich mir manchmal auch eine Pflegestufe.

Liebe Grüße
Reni

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Beitragvon Rosa » 30.01.2013, 22:20

ja Reni,da stimme ich dir zu.
Entweder wird einem vermittelt, man übt zu wenig Druck aufs Kind aus....und macht es ihm zu leicht...und anderseits hat man selber aber den Eindruck bzw ist man überzeugt, schon jetzt überfordert man das Kind.

Ein schlechtes Gewissen hat man sowieso immer...jedenfalls geht es mir so.

Bei uns ist es halt immer ein Auf und ab....es gibt viele Rückschläge...dann müssen mein Mann und ich wieder zurück blicken und die Fortschritte erkennen,damit wir wieder Mut schöpfen.

Ich mag garnicht an die Zukunft denken...ich denke mit Schulabschluss und Ausbildung bzw Berufsleben das wird noch mal extrem stressig.
Liebe Grüße

Rosa

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Beitragvon Reni » 10.03.2013, 22:07

Hallo Rosa,

hat sich bei euch inzwischen etwas entschieden?

Ich kann eure Gefühle verstehen, ich fühle mich nervlich auch gerade am Ende.

Wenn ich Zeit und Laune habe, schreib ich dir mal in einer pn, wie es bei uns läuft.

Liebe Grüße
und weiterhin die nötige Kraft
Reni

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Beitragvon Livia » 17.09.2013, 19:32

Mich interessiert auch sehr, wie es weiter gegangen ist. Wir haben e ähnliches Problem, nur dass meine Töchter den Schulabschluss unbedingt schaffen will. Zunächst bei Flex, das wäre ihr Wunsch.... LG, Livia

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Beitragvon Reni » 18.09.2013, 14:59

Hallo,

allgemein finde ich es schade, dass der Austausch im Forum zur Zeit recht schleppend läuft.

Bei unserer jüngeren Tochter läuft es mit Flex recht gut. Sie schafft zwar nicht so viele Lernbriefe pro Woche wie andere, das Jugendamt trägt es aber noch mit. Allerdings reicht meine Unterstützung beim Lernen nicht aus. Gegen den Rat des Jugendamts haben wir die Familienhilfe beendet, da sich unsere Tochter vermehrt verweigert hat. Nun wurde Flex nur bis Okt. genehmigt und wir müssen ein neues ärztl. Attest vorlegen. Unsere Ärztin hält die Fernschule aber für kontraindiziert. wegen der Lernbegleitung müssen wir zig unsinnige Anträge stellen. Das nervt echt!

Unsere ältere Tochter wurde von Ergo u. Psychotherapie bestärkt, wieder ihre Schule zu besuchen. Dies klappte seit den Pfingstferien recht gut, allerdings ohne Notendruck. Dann wurde sie auch noch bestärkt, vor der Schulprüfung den Führerschein zu machen, um die Prüfungssituation zu üben. Wir wollten erst mal sehen, wie der reguläre Schulbesuch klappt und ihr keine weitere Aufgabe zumuten. Sie hat uns aber überredet, wurde aber vor Schulbeginn nicht mit dem Führerschein fertig.
Seit Schulbeginn steht sie nun nur noch unter Spannung, spricht all ihre Gedanken laut vor sich hin, schreit schnell rum und ist sich ihres vorwurfsvollen Tons uns gegenüber nicht bewusst. Unsere ganze Familie leidet unter ihrer Stimmung und man hat keinen Kopf mehr, seine regulären Dinge zu erledigen.
Da sie schon volljährig ist, ist es auch schwierig, sich mit den Therapeuten auszutauschen - diesen erzählt sie nicht, wie sie sich in Stresssituationen verhält.

Momentan nervt es uns, dass Therapeuten, Ärzte und Jugendamt einem ständig erklären, man müsse das schaffen. Sie erleben die Kinder aber nicht im Alltag.
Die Betroffenen selbst fühlen sich trotz verschiedenster Therapien immer noch "wie von einem anderen Stern". Kann man sie dann nicht endlich in Ruhe lassen und mit ihnen Lebensbedingungen suchen, die sie nicht ständig stressen?

LG
Reni

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Beitragvon Schlusi » 18.09.2013, 15:22

Seit Schulbeginn steht sie nun nur noch unter Spannung, spricht all ihre Gedanken laut vor sich hin, schreit schnell rum und ist sich ihres vorwurfsvollen Tons uns gegenüber nicht bewusst. Unsere ganze Familie leidet unter ihrer Stimmung und man hat keinen Kopf mehr, seine regulären Dinge zu erledigen.
Da sie schon volljährig ist, ist es auch schwierig, sich mit den Therapeuten auszutauschen - diesen erzählt sie nicht, wie sie sich in Stresssituationen verhält.

Könntet ihr denn evtl. die Betreuung für eure Tochter beantragen (sie muss natürlich damit einverstanden sein)? Denn dann könntet ihr schon auch mit den Therapeuten sprechen. Ich weiß nicht. Sollte sich das weiter zuspitzen, würde ich das überlegen. Ich meine, dass es kein gutes Zeichen ist, dass sie all ihre Gedanken laut ausspricht und damit natürlich unwillentlich die ganze Familie wuschig macht. Ich finde, dass dieses Verhalten sehr dafür spricht, dass sie gerade extrem überfordert ist. Oder war das immer schon so? Kann sie denn noch schlafen? Ist in der Nacht auch Trubel?

Gegen den Rat des Jugendamts haben wir die Familienhilfe beendet, da sich unsere Tochter vermehrt verweigert hat. Nun wurde Flex nur bis Okt. genehmigt und wir müssen ein neues ärztl. Attest vorlegen. Unsere Ärztin hält die Fernschule aber für kontraindiziert. wegen der Lernbegleitung müssen wir zig unsinnige Anträge stellen. Das nervt echt!

Das ist natürlich schlecht, wenn man sich gegen das Jugendamt stellt. Wobei ich mir das schon vorstellen kann, dass es für eure Tochter schwierig ist, ihre Aufgaben zu machen, wenn da jemand sozusagen an ihrer Backe klebt. Aber sie muss sich doch auch bewusst sein, dass das Ganze nur mit dem Jugendamt steht und fällt. Und warum ist die Ärztin nicht für die Fernschule? Auch das verstehe ich nicht. Irgendwann müssten doch alle mal einsehen, was geht und was nicht geht und wenigstens das bewilligen und zulassen, was gerade noch geht. Besser das, als gar nichts, oder wieder Schulverweigerung, usw. Dass unsere Kinder selbst dann noch ausgebremst werden, wenn eh schon kaum noch etwas geht. Und das, was geht, wird kaputt gemacht. Oder wie verstehe ich das?

allgemein finde ich es schade, dass der Austausch im Forum zur Zeit recht schleppend läuft.

Nun, das Forum sind wir alle hier. Und wenn sich kaum jemand mitteilt, wie es ihm so geht und was gerade aktuell ist, dann passiert eben auch nicht viel.

Ich möchte Dir Mut zusprechen und drücke euch die Daumen, dass ihr da durch kommt.

Liebe Grüße :)
Schlusi
Tochter *99, mutistisch+Asperger Syndrom


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