SRMT - Stuttgarter Rahmenempfehlungen zur Mutismus-Therapie

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

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Michael
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SRMT - Stuttgarter Rahmenempfehlungen zur Mutismus-Therapie

Beitragvon Michael » 17.06.2013, 11:15

Die Stuttgarter Rahmenempfehlungen zur Mutismus-Therapie - SRMT

Was ist unsere Intention? Warum gibt es die SRMT?

a.) Die Anamnesen mutistischer Kinder, Jugendlicher und Erwachsener verweisen - immer noch - auf Jahre zahlreicher Therapieversuche und auch langmonatige Klinikaufenthalte, in denen noch nicht einmal im therapeutischen Setting gesprochen wird und/oder eine Transferleistung in den Kontext Kindergarten, Schule, Ausbildung oder Studium nicht stattgefunden hat.

b.) Die SRMT ermöglichen es Eltern, Angehörigen und den Betroffenen selbst, durchgeführte oder bestehende Therapieprozesse zu evaluieren und jahrelang andauernde stagnierende Behandlungen kritisch zu hinterfragen.

c.) Menschen mit Mutismus sind keine Versuchskaninchen für Therapeuten!




Die zehn Stuttgarter Rahmenempfehlungen zur Mutismus-Therapie

1.) Das Ziel einer jeden Mutismus-Therapie ist die verbal-kommunikative und psychosoziale Öffnung des Mutismus und damit das dialogische Sprechen unabhängig von Situation und Person.

2.) Bei der Behandlung der Kommunikationsstörung Mutismus kommen psychiatrische, psychologische, sprachtherapeutisch/logopädische und ergotherapeutische Ansätze in Frage. Der Mutismus erfordert in Abhängigkeit der individuellen Symptomatik eine interdisziplinäre Zusammenarbeit.

3.) Eine Mutismus-Therapie sollte durch eine konsequente Elternberatung das System der Kernfamilie mit einbeziehen, um aufrechterhaltende Faktoren durch die Angehörigen zu beseitigen.

4.) Um einen Transfer des Sprechens aus dem therapeutischen Setting in den Alltag zu gewährleisten, ist eine enge Kooperation mit dem institutionellen Umfeld der Betroffenen (Kindergarten, Schule, Ausbildungsbetrieb, Jugendamt, Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsstelle) notwendig.

5.) In der Behandlung des Mutismus sind direktive, verbale Behandlungsansätze, die von Beginn an am Sprechen ansetzen, zu bevorzugen, um Gewöhnungseffekte des Nicht-Sprechens bei den Betroffenen zu vermeiden. Als ambulante Therapiefrequenz sind zwei Behandlungsstunden pro Woche zu empfehlen.

6.) Nondirektive, nonverbale Therapieverläufe, die innerhalb eines Jahres weder im therapeutischen Setting noch im außerfamiliären Kontext zum Sprechen führen, sind abzulehnen, da sie der Aufrechterhaltung und Chronifizierung der mutistischen Symptomatik dienen und den subjektiven Krankheitsgewinn fördern.

7.) Effiziente Therapieansätze evozieren eine verbal-kommunikative Öffnung und erste lautsprachliche Äußerungen innerhalb von zwanzig Therapieeinheiten.

8.) Im schulischen Kontext sollte eine Notenbefreiung genauso vermieden werden wie eine Unterrichtsassistenz. Beides unterstützt ebenfalls die Aufrechterhaltung und Chronifizierung des Schweigens und kann zu einer Sekundärsymptomatik (kognitive und sprachpragmatische Leistungsinsuffizienzen, sekundäre Verhaltensstörungen) führen.

9.) Vor dem Hintergrund, dass der Mutismus ab dem Jugendalter häufig von weiteren psychischen Erkrankungen begleitet wird, sollte im Jugend- und Erwachsenenalter eine Testdiagnostik Richtung Sozialphobie, Depression und Zwänge vorgenommen und Komorbiditäten in der Behandlung berücksichtigt werden.

10.) In besonders therapieresistenten Fällen ist die Indikation für eine flankierende Medicotherapie zu diskutieren. Die Fachliteratur enpfiehlt bei Mutismus die Wirkstoffgruppe der sogenannten Selektiven Seretonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Eine medikamentöse Unterstützung ist in einen Gesamtbehandlungsplan einzubetten.


Die SRMT stehen im Einklang mit den Ergebnissen der aktuellen Angst- und Depressionsforschung, wonach traumatische Erlebnisse und Erziehungsfehler nicht mehr als primäre Verursachung angenommen werden.

In der Behandlung des Mutismus stehen heute Konzeptionen und Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie im Vordergrund (vgl. Dow et al. 1995, Johnson/Wintgens 2001, Hartmann 2004/2013, McHolm et al. 2005, Lepper/Braun-Scharm 2009, Perednik 2011).

Die SRMT wurden auf der Jahreshauptversammlung der Mutismus Selbsthilfe Deutschland e.V. am 8.Juni 2013 in Stuttgart EINSTIMMIG verabschiedet, sie sind somit offizieller Standpunkt unseres Selbsthilfevereins.

Eine Widerspruchsabstimmung ergab im Mai 2013 innerhalb des Gesamtvereins lediglich 18 Widersprüche gegen die SRMT bei ca. 210 Vereinsmitgliedern. (8,57 %)

Auf der 11.Mutismus-Tagung am 8.Juni 2013 ergab eine Stimmungsbefragung unter den Tagungsteilnehmern zum Thema SRMT 70 Ja-Stimmen, 6 Enthaltungen und 0 Gegenstimmen.



(C) der SRMT: Mutismus Selbsthilfe Deutschland e.V. - Der Vorstand sowie die Redaktion der Fachzeitschrift "Mutismus.de"
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Ich-kann-Schule-Rahmen-Empfehlungen zur Therapie der Talente

Beitragvon f.j.neffe » 23.06.2013, 21:56

Durch Vergleich kommen die verschiedenen Vorzüge verschiedener Vorschläge deutlicher heraus; drum schreibe ich mal eine zweite Möglichkeit auf. Es ist noch kein "fertiges Therapiekonzept", bloß ein anderer Standpunkt.

Mutismus-Therapie heißt ins Deutsche übersetzt wörtlich:
Pflege und Verehrung des Mutismus
griech. "therapeuein = pflegen, verehren".
Darum kann es für eine gute Zukunft der Betroffenen und sonstig Beteiligten m.E. in gar keinem Fall gehen.
Nicht das Konstrukt, das wir als "Mutismus" gelernt haben, braucht Pflege und Verehrung sondern der Mensch und seine empfindsamen Kräfte & Talente.

Ich teile weitgehend die Kritik der SRMT, würde aber einiges mehr einbeziehen, u.a. dass auch die beteiligten Erwachsenen keine Versuchskaninchen sein sollten.

Die Empfehlungen der Ich-kann-Schule beziehen sich nicht auf "Symptome & Syndrome" sondern auf die Kräfte des Menschen:

1. Das erste und oberste und durchgehend verbindliche Ziel ist die Achtung vor der Würde aller beteiligten Menschen.

2. Bei der Behandlung geht es um eine achtsame persönliche Begegnung und einen feinfühligen Umgang mit den Kräften & Talenten der Betroffenen und aller Beteiligten.
Es geht nicht um den Vollzug von Papiervorgaben sondern um einen originalen Umgang mit der Wirklichkeit; hierfür spielt das aktuelle Lernen des Therapeuten eine herausragende Rolle.

3. Die Eltern und weiteren Familienmitglieder werden erst einmal in ihrer Rolle für das, was sie bisher gut gemacht haben -.selbst wenn dies nur wenig sein sollte - anerkannt. Dann bekommen sie noch mehr Anerkennung für alles, was sie künftig gut machen. Ihre ersten neuen Erfolge und ihre Wahrnehmung derselben erarbeiten wir gemeinsam, damit ich ihnen ihre Güte bestätige und wir diese weiterentwickeln können.

4. Auch den beteiligten Personen in Kindergarten, Schule, Ausbildung, den Ämtern usw. gebe ich eine wichtige Rolle und spreche ihre Potentiale (und deren mögliches Wachsen) mit Interesse und Anerkennung an.

5. Wenn Kinder nicht sprechen, haben sie gute Gründe dafür. Wenn ich möchte, dass sie mit mir sprechen, lerne ich erst einmal, mit ihnen schweigen. Das verstehe ich als Zeichen meiner Hochachtung für sie.
In der Regel brauche ich keine Therapiestunde dafür; das geht viel besser in der Gemeinschaft. Da zeigt sich dann, ob ich auch selbst verstanden habe, was ich als Therapie tat, und ob ich es LEBE. Wenn die Atmosphäre verlässlich gut bleibt, kommt jedes Talent einmal heraus ins Leben.

6. Was machen wir heute für einen Affenzirkus dafür, dass jeder Schüler in seinem Tempo lernen dürfen muss! Warum lassen wir das ausgerechnet für das Schweigen nicht gelten???
Wenn Erwachsene durch Schweigen keine gute Botschaft mehr übermitteln können, sind sie geistig-seelisch unterentwickelt und haben dringenden Lernbedarf.

7. Ich würde nie jemand - auch nicht mich - damit unter Druck setzen, dass in einer künstlich vorgegebenen Situation das vorgeführt werden muss, was irgendjemand am grünen Tisch als "Erfolg" postuliert.
Erfolg ist immer das, was erfolgt. Und am Erfolg können wir ablesen, ob wir mit unseren Maßnahmen das problem schon wieder größer gemacht oder ihm eine Chance zur Lösung gelassen haben.

8. Genau: die meisten sog. Therapiemaßnahmen suggerieren nur ständig massiv, dass man immer noch nicht normal ist. Es wäre dringend notwendig, in Pädagogik und Therapie wenigstens Grundkenntnisse über die eigene suggestive Wirkung zu erwerben. Coués kleines Buch zur Autosuggestion ist dafür sehr praktisch geeignet.

9. Wenn das Problem im Jugendalter immer noch fortbesteht und auch noch ständig größer wird, dann sind alle Beteiligten gut beraten, davon auszugehen, dass sie alles verkehrt gemacht haben.
Meist wird ständig versucht, das verkehrte Problem zu lösen.
Man bedrängt für die Lösung immer mehr den bewussten Verstand, der gar nicht zuständig ist.
Man macht DRUCK, wenn man erZIEHT, verwechselt also die Kräfte.
Statt selbst dazuzulernen und SICH zu ändern, sucht man häufig nur immer noch mehr das Kind zu ändern.
Das sind nur drei der gravierendsten päd./therap. Fehler.

10. Dem Kind, den Eltern wie auch interessierten Therapeuten und Ärzten zeige ich - wenn das Kind einverstanden ist - gerne, welche Fortschritte es aufgrund konkreter Maßnahmen gemacht hat. Dafür erwarte ich aber, dass dem Kind auf feinste Weise die - erlebte - GÜTE seiner Kräfte bestätigt wird.
Wenn wir uns alle abgewöhnen, wie plumpe Grobiane mit den sensibelsten Geistes- und Seelenkräften umzugehen, werden LÖSUNGEN sehr einfach möglich.
Unsere Pädagogik und Therapie sollten endlich ihre genialen Talente entwickeln und feinfühlig mit Kräften & Talenten umgehen lernen.
Dazu gehört u.a. auch dass wir in einer Sprache sprechen, die alle Beteiligten verstehen und vor der niemand die Flucht ergreifen muss.

Wer könnte die Probleme lösen, wenn nicht die Kräfte, mit denen der Mensch dafür begabt ist? Wie geht es diuesen Kräften bei unserer Pädagogik und Therapie? Möchten SIE Ihre eigene Pädagogik / Therapie an sich selbst erleben?

Ich grüße freundlich.

Franz Josef Neffe

Hoffnung
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SRMT - Stuttgarter Rahmenempfehlung zur Mutismustherapie

Beitragvon Hoffnung » 24.06.2013, 05:29

Hallo Herr Neffe,

"Mutismustherapie" bedeutet Pflege und Verehrung des Mutismus ist Wortklauberei - und ich glaube nicht, dass hier im Forum irgendjemand an Wortklauberei interessiert ist. Hier geht es um konkreten Austausch, wie Menschen mit Mutismus am besten geholfen werden kann, diesen furchtbaren Zustand des Nicht-Sprechen-Könnens zu überwinden. Und das geht am besten mit einer richtigen mutismusspezifischen Therapie.

Dass man mit einem mutistischen Kind am besten schweigen soll, ist kompletter Unsinn. Ein mutistisches Kind muss durch positive Art davon überzeugt werden, wo toll und wunderbar das REDEN ist - und das geht am besten durch REDEN. Ihr Hinweis auf "Übermittlung positiver Botschaften durch Schweigen" ist hier auch total unpassend. Im Zusammenhang mit Mutismus ist nichts "Positves" am Schweigen - Mutismus ist etwas Furchtbares, unter dem die Betroffenen sehr leiden - aber es gibt durch geeignete Therapiemethoden gute Chancen, einem Menschen aus diesem furchtbaren Zustand herauszuhelfen.

Die SRMT finde ich super!

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Beitragvon Sonnenblume » 25.06.2013, 11:17

Hallo Herr Neffe,

Sie wurden hier schon mehrmals darauf hingewiesen, dass Sie aufpassen sollen WAS und WO Sie antworten.
Wenn Sie weiterhin in diesem Forum Ihre Sichtweise darstellen wollen,
dann tun sie das doch bitte in einem eigenen Tread oder fügen Sie "Autosuggestion" kurz und für alle verständlich in das Thema "Hilfemöglichkeiten" ein.
Ansonsten kann ich "Hoffnung" nur zustimmen.
Ich finde die SRMT auch gut-und wenn Punkt 8 noch überarbeitet/ erweitert wird finde ich sie auch super!

LG, Heike
Unterschätze mich nicht. Nur weil ich still bin.
Ich weiß mehr als ich erzähle,
denke mehr als ich spreche und bekomme mehr mit, als du denkst!

....................................................................................

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Eine Reaktion auf einen interessanten Text

Beitragvon f.j.neffe » 25.06.2013, 12:37

Liebe Heike & Hoffnung,

ich habe in meinem Beitrag deutlich geschrieben, dass ich ihn NICHT GEGEN sondern nur NEBEN und NACH die Stuttgarter Rahmenempfehlungen stelle.
Ich bitte also, nicht künstlich eine Gegnerschaft zu konstruieren und meinen Beitrag wichtiger zu machen als er ist.

Ich halte die Stuttgarter Rahmenempfehlungen für sehr interessant und anregend und ich meine, dass sie ja auch nicht bekanntgegeben wurden, um damit das Denken zu beenden. Ich selbst verstehe sie als wertvollen Anreiz, sich weiter mit den Möglichkeiten zu befassen und noch viele neue zu entdecken.

Ich habe neben die mehr problemorientierten Empfehlungen mehr ressourcenorientierte gestellt - einfach zum Vergleich und zur Anregung - und ich würde mich freuen, wenn noch viele andere ihre - sicherlich ebenso guten und besseren Ideen einbringen und nicht Angst haben müssen, sofort für selbständiges Denken gemaßregelt zu werden.

Auch wenn ich eine aus praktischer Erfahrung gewachsene Sichtweise habe, schreibe ich sie nicht auf, um sie darzustellen sondern um damit auf einen Text, den ich interessant finde, zu reagieren. Wenn der Text uninteressant gewesen wäre, hätte ich mir sicher nicht die Arbeit gemacht.

Ich grüße freundlich.

Franz Josef Neffe

Michael
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Beitragvon Michael » 25.06.2013, 19:57

Zu Punkt 8 kann ich ergänzen dass sich eine Notengewichtung 80:20 durchaus bewährt hat (80 % schriftlich, 20 % mündlich).

Was wir nicht möchten ist eine völlige Nicht-Benotung des Mündlichen, das wäre ein Kankheitsgewinn und würde die Sonderstellung des mutistischen Kindes eher zementieren als sie zu mindern. Das mutistische Kind soll sehr wohl merken, dass die mündliche Mitarbeit der Normalzustand im Unterricht sein sollte.
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Beitragvon Hyazinthe » 25.06.2013, 23:19

Hallo,

ich selbst musste mich mit sog. 'Epochalnoten' rumschlagen, das heißt, 2 Drittel wurden mündliche Leistungen, Hausaufgabenüberprüfungen usw. gewertet und 1 Drittel die schriftlichen Leistungen. War schon übel damals, so ohne Nachteilsausgleich. Was ich aber auch nicht verstehen kann: wieso wird einer aus Betroffenensicht so als übel empfundenen Sache wie dem selektiven Mutismus gleich ein 'subjektiver Krankheitsgewinn' gegenübergestellt? Da passt doch was irgendwie nicht zusammen. Ich selbst kann damit nichts anfangen, aber es stimmt schon, die Betroffenen sollen (und wollen!) sich ja auch so verhalten, dass sie mögilchst wenig auffallen. Ob da Druck allerdings hilft - den machen sie sich schon selbst.

Wenn ich Mutismus ernst nehme, muss ich auch die Ressourcenseite im Blick haben, so wie man das im Pädagogikstudium eigentlich lernt. In der Praxis lernt man anscheinend nur auf die Schwächen der Schüler zu achten. Insofern verstehe ich Herrn Neffe: wer Mutismus ändern kann, der tut es auch (ob mit oder ohne Hilfe). Ein mutmachendes Zusprechen für Wachstum in dieser Hinsicht kann nicht schaden. Eine Verhaltenstherapie kann auch sinnvoll sein, muss aber trotzdem darauf (auf der Einsicht des Therapeuten) aufbauen, dass das Kind keinen 'subjektiven Krankheitsgewinn' betreibt . Viele Grüße

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Beitragvon flohmaus » 26.06.2013, 12:04

Hallo,

grundsätzlich finde ich die SMRT gut, um zu vermeiden, dass jahrelange, sinnlose Therapien durchgeführt werden.

Im Einzelfall kann aber auch eine länger dauernde Therapie effektiv sein, auch wenn das Sprechen noch nicht erreicht wurde. Mein Sohn ist seit über zwei Jahren bei seiner Therapeutin und hat sich in dieser Zeit sehr weiterentwickelt, vor allem im sozialen Bereich. Trotzdem ist das Sprechen bisher nur in der Familie möglich. Und ich halte die Therapie trotzdem für sehr erfolgreich.
Allerdings ist er auch ein "Extremfall" und hatte sich völlig zurückgezogen und isoliert.

Was mir in der letzten Zeit im Forum öfter aufgefallen ist, ist der "scharfe Ton" gegenüber anderen Beiträgen (u. a. gegenüber Herrn Neffe, aber auch bei anderen Mitgliedern). Kann denn der Beitrag eines anderen einfach erst einmal respektiert werden? Wieso darf Herr Neffe nicht seine Sichtweise der Dinge darstellen, ohne gleich angegriffen zu werden?

Konkret zu Herrn Neffes Beitrag:
Ich wünschte, mehr Menschen würden sich daran ein Beispiel nehmen und einem mutistischen Menschen das Gefühl vermitteln "du bist okay, so wie du bist und ich akzeptiere dich". Das heißt ja nicht, dass nicht trotzdem an einer Veränderung gearbeitet werden soll.
Das ist es, was mir so gut gefällt an Herrn Neffes Beitrag: Die "Achtung vor der Würde aller beteiligten Menschen" und der Respekt gegenüber den mutistischen Kindern oder Jugendlichen.

Daran fehlt es nämlich so manchen Therapeuten und anderen Menschen. Wenn ich z. B. von einem Therapeuten höre, der seine mutistischen Patienten damit erpresst, dass sie ins Internat müssen, wenn sie nicht beginnen, in der Schule zu sprechen, da stehen mir echt die Haare zu Berge.

Mein Sohn hat in der Schule nur Ablehnung und Unverständnis erfahren (von seiten der Lehrer, vor allem vom Direktor und wohl auch von Schülern) und konnte dies letztendlich nicht mehr aushalten. Und da konnte auch Druck nichts bewirken, im Gegenteil, das hat nur alles verschlimmert.

Erst seit er von ganz unterschiedlichen Seiten erfahren hat, dass er auch schweigend akzeptiert wird (z. B. in der Flex-Fernschule, aber auch in der Fahrschule), seitdem hat er sich mehr und mehr geöffnet und traut sich wieder in die Öffentlichkeit.

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Schlusi
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Beitragvon Schlusi » 26.06.2013, 12:31

Danke Dir flohmaus für Deine Zeilen.
Ich finde das sind einfach wichtige Erfahrungswerte und eine alles verbindene für mich auch nachvollziehbare Einstellung.

Schlusi :)
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Beitragvon f.j.neffe » 26.06.2013, 14:05

Kein Mensch kann anders sein als er ist, aber jedere muss anders werden; niemand bleibt im Leben so, wie er ist.
WERDEN und damit ANDERSWERDEN bleibt niemand erspart.
Gerade in der Pädagogik habe ich mich immer gefragt, warum wir ständig alles anders MACHEN wollen, ohne dass wir auf das WERDEN achten, es verstehen und uns seiner bedienen lernen. Nicht nur in den Klassenzimmern WIRD immer alles anders als man es MACHEN will.
Das WERDEN geschieht nach beobachtbaren, unumstößlichen Naturgesetzen, gegen die päd. Papiervorschriften keine Chance haben.
Kinder, die Rechtschreib- oder Rechenfehler machen, sich hyperaktiv gebaren oder total zurücknehmen und schweigen, tun dies nicht zufällig sondern gesetzmäßig. Dass ihre Fehler je nach Bedingungen variieren, zeigt, dass Änderung und Lösung möglich sind. Der Fehler hätte dabei die Aufgabe, uns - wenn wir hinschauen - zu zeigen, was fehlt.
Menschen mit Lebensproblemen sind LERNGELEGENHEITEN für uns alle.
Es kann gar nicht darum gehen, immer nur das, was man für diese "Fehlergruppe" beigebracht bekommen hat, abzuwickeln und diese in die für sie vorgesehene Schablone zu drängen.
Es geht darum, original selbst zu beobachten.
Es geht darum, so achtsam zu handeln, dass sich gerade die Kräfte, die sich gekränkt und verletzt zurückgezogen haben könnten, wieder zeigen. Das meine ich z.B. mit Schweigenlernen. Eigentlich geht es sogar noch um mehr: darum, sich einfühlen zu lernen.
Im Grunde ist doch jeder Lebensaugenblick jedes Menschen IMMER ORIGINAL. Das heißt ganz praktisch, dass es dabei immer FÜR ALLE etwas zu LERNEN gibt.
Das kann dann doch nun nicht ernsthaft Pädagogik oder Therapie sein, wenn die Täter nur immer Vorgaben vollziehen und selbst nichts lernen.
Wenn ein Mensch still geworden ist, ist es unser Auftrag, auch still zu werden, um uns in ihn einfühlen zu lernen. Das ist im übrigen auch der pädagogische Auftrag: die Kinder dort abzuholen, wo sie tatsächlich sind. Folglich müssen wir vom hohen Vorgabenross herunter und genau dorthin, wo der Betroffene ist.
"Wenn Ihr nicht - so klein - werdet wie die Kinder, werdet Ihr nicht ins Himmelreich eingehen" = werdet Ihr das Problem nicht lösen. Das gilt übrigens für Kinder jeden Alters; wir alle sind ja ein Leben lang Kind.
Herzlich grüßt
Franz Josef Neffe

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SRMT - Stuttgarter Rahmenempfehlung zur Mutismustherapie

Beitragvon Hoffnung » 26.06.2013, 16:47

Zum Stichwort "Krankheitsgewinn":

ich kann von mir schon sagen, dass ich einen "Krankheitsgewinn" hatte - und das, obwohl ich mich nie "krank" gefühlt habe, sondern "nur nicht sprechen konnte". Das Thema "Noten" war für mich ja nie ein Problem, da ich vom ersten Schultag an lehrstoffbezogen gesprochen habe - allerdings war bis ins Erwachsenenalter jede Alltagssituation, in der man nur 1 Wort sagen muss, unmöglich und ich habe in 12 Schuljahren mit keinem einzigen Kind oder Jugendlichen gesprochen. Da ich also nicht sprechen konnte, musste alles für mich erledigt werden -ich habe zu Hause gefordert, was ich wollte - und ich habe alles bekommen, was ich gefordert habe! Reden war also nicht notwendig! Das lehrstoffbezogene Sprechen habe ich offensichtlich von Schulbeginn an als "wirklich notwendig" empfunden, so dass ich das geschafft habe, weil es mir so extrem wichtig war, eine sehr gute Schülerin zu sein. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich in der Schule nicht gesprochen hätte,wenn es einen Nachteilsausgleich gegeben hätte und ich gewusst hätte, dass ich auch ohne Reden sehr gute Noten bekommen kann! In der Oberstufe des Gymnasiums hatte ich einen Lehrer, durch dessen Unterrichtsmethoden ich so frustriert war, dass ich das Reden bei diesem Lehrer vollkommen eingestellt habe - aber ich hätte nie meinen Schulerfolg gefährdet. Das war ein Austesten, was möglich ist. Es hat zwar keinen Nachteilsausgleich gegeben - aber zu meiner großen Verwunderung hatte das Schweigen keine negativen Konsequenzen- der Lehrer hat das toleriert und ich habe die Zeugnisnote auf Grund der schriftlichen Arbeiten bekommen. Also war für mich alles klar: Bei diesem Lehrer war Reden nicht notwendig - warum hätte ich da also reden sollen?

Es gab also eine Zeit, in der ich es mir "im Mutismus gemütlich eingerichtet habe" - in der Schule war ich sehr gut - und sonst habe ich auch alles bekommen, was ich wollte. Die große Verzweiflung hat erst im Alter von ca 14 Jahren begonnen, wo mir voll bewusst geworden ist, dass es so nicht immer weiter gehen kann und ich nicht imstande war, etwas zu ändern, weil es nicht wirklich unmittelbar notwendig war! Ich konnte mir absolut keine Zukunft nach der Schule vorstellen - aber so lange ich in die Schule gehen konnte, war Reden ja nicht wirklich notwendig und so konnte ich mit keinem Wort damit anfangen. Außerdem hat ab dem Alter das Ausmaß an Graumsamkeiten in der Klasse enorm zugenommen, so dass auch aus diesem Grund keine Änderung möglich war.

Maßnahmen wie: wenn du nicht redest, musst du ins Internat, darfst du am Wochenende nicht nach Hause, bekommst du keinen Ausgang ....... sind komplett daneben! Ich bin überzeugt davon, dass bei mir sich dadurch der Widerstand nur verstärkt hätte. Ein Mutist muss die Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit, Vorteilhaftigkeit DES REDENS SELBST einsehen, damit sich ein Änderungswillen bilden kann. Bei einer richtigen Mutismustherapie ist das Herbeiführen dieser Einsicht der Knackpunkt. Sobald diese Einsicht vorhanden ist, sollten alle Personen, die mit dem Kind Kontakt haben, konsequent sein, die wirkliche Notwendigkeit des Redens in bestimmten Situationen herbeiführen, Schlupflöcher vermeiden, durch die das Kind auch ohne Reden durchkommt.

Stichwort "Würde des Menschen" - ich betrachte es nicht als Verletzung der Würde eines Menschen, wenn ihm durch Maßnahmen, die im Moment vielleicht hart erscheinen und schmerzhaft, die Möglichkeit eines "normalen" und vor allem glücklichen Lebens gegeben wird - und vor allem wenn er durch RASCHE Bewältigung des Mutismus eine unbeschwerte Kindheit und Jugend genießen kann.

Es ist mir vollkommen klar, dass es schwierig ist, wenn der Mutismus im Jugendlichenalter noch voll aufrecht ist - da braucht es schon ein besonderes Geschick des Therapeuten und besondere Erfahrung mit Mutisten dieses Alters, um da rasch etwas bewirken zu können. Ich möchte hier vor allem an die Eltern von Kindergarten- oder Schulanfängerkindern appellieren: verschafft eurem Kind rasch die geeignete Therapie (z.B. Symut) - und seid konsequent. Auch wenn durch die Therapie schon grundsätzlich eine Einsicht in die Notwendigkeit des Redens entstanden ist - wenn das Reden in der konkreten Situation nicht WIRKLICH notwendig ist, wird ein Mutist versuchen es zu vermeiden. Natürlich muss man das Kind dort abholen, wo es steht - natürlich braucht es eine gewisse Zeit, bis der Mutismus vollkommen überwunden ist - Wichtig ist aber, dass FRÜH begonnen wird. Ich kann da der Aussage des Mutismusexperten Hartmann nur 100 %ig zustimmen: MUTISMUS VERTRÄGT KEINE ZEIT!

Mutismus ist Qual und Horror! - ihr könnt eurem Kind das ersparen - vor allem die furchtbaren Begleiterscheinungen ab dem Jugendlichenalter: Isolation, Sozialphobie, Depressionen - wenn ihr im Kindergartenalter schon mit voller Konsequenz und den richtigen Maßnahmen eurem Kind helft, den Mutismus RASCH zu überwinden.

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Beitragvon julia28 » 26.06.2013, 21:40

liebe grüße julia :) :oops: :oops:
Zuletzt geändert von julia28 am 12.01.2014, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Exauster » 27.06.2013, 05:14

Ein Mutist muss die Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit, Vorteilhaftigkeit DES REDENS SELBST einsehen, damit sich ein Änderungswillen bilden kann


Ja, genau das ist es.
Ich glaube ja, dass das altersabhängig ist - also bei mir wars so.
Als Kind bin ich, wie Julia, in komplette Verweigerung verfallen, wenn jemand Druck gemacht hat à la "Frag doch selber". Aber ich habe mich dabei immer entsetzlich gefühlt - als Totalversager, vor Angst und Scham gebeutelt. "Krankheitsgewinn" hatte ich dabei immer nur ganz kurzfristig (Wieder eine Situation hinter mich gebracht, aber OHNE sie gemeistert zu haben! Und "Hilfe, die nächste Grauslichkeit lauert schon irgendwo")

Erst so ab 14, 15 Jahren sah ich selbst ein, dass ICH etwas ändern musste um dieses Gefühl des Versagens loszuwerden und von da an habe ich mir den Druck selber gemacht. Und dann ging es.

Darum bin ich bei Kindern ein Verfechter des Abwartens - ich glaube, bei vielen kommt der Moment automatisch irgendwann von selbst, wo sie sich entschließen, etwas zu ändern, und dann wird es auch klappen.

Wenn jemand aber davor in der Komplettverweigerung drin waren und dazu Druck von Aussen bekam - und dieser Druck kann auch in einer gutgemeinten Hilfestellung bestehen, denn da ist überall die Botschaft drin: "Du bist ein Versager, schaffst es nicht alleine, und wir wissen das alle", dann kann das wirklich zum Verfestigen des Mutismus führen. Also ich bin sicher, bei mir wärs so gewesen. Darum stimme ich auch den Stuttgarter Rahmenbedingungen zu, wenn es gegen "Unterstützung" im schulischen Bereich geht.

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Sich selbst und seine Kräfte nicht mehr im Stich lassen

Beitragvon f.j.neffe » 27.06.2013, 09:09

Zweimal im Jahr, wenn es Zeugnis gab, mussten wir vor die Klasse und vorsingen. Schon das vor die Klasse Treten war ein Spießrutenlauf. Und dann sing endlich! Da kriegt so mancher keinen Ton mehr raus - und bekommt dann "gnädigerweise" noch eine Drei oder Vier in Musik.
Ich habe das Problem damals auch verkehrt gelöst.
Ich hab mich auch selber unter Druck gesetzt.

Hab mit 14 Jahren das Orgelspielen angefangen und dann fast 15 Jahre auch den Chor geleitet. Nervös war ich dabei immer, und nicht nur dabei. Auch das Sprechen vor anderen machte mir große Probleme.
Inzwischen habe ich gelernt, dass man seine Talente - auch die zum Singen - weder von anderen als Feind behandeln lassen noch das selber tun muss. Ich habe mich bei meinen Talenten entschuldigt und ihnen gedankt, dass sie mich nie wirklich im Stich gelassen haben - wiewohl ich sie allzu lange immer im Stich gelassen hatte. Die Aussöhnung mit uns selbst und den kräften in uns, für die wir uns immer geschämt haben, ist eine der wichtigsten Lebensaufgaben dieser Zeit.

Heute genieße ich es, mit meiner Stimme andere zu erfreuen. Morgen zum Beispiel werde ich in Frankfurt einen Vortrag nicht halten sondern loslassen und dabei auch ein, zwei meiner Lebens-Lieder singen, und einer der bekanntesten deutschen Managementtrainer, den ich sehr schätze, hat mich angerufen, um mir zu sagen, dass er dazu kommt. Ich mache lang schon keinen Druck mehr auf mich; ich stärke meine Kräfte und halte zu ihnen, damit wir zusammen dahin kommen, wohin es uns ZIEHT.

Ich denke, dass in jedem Menschen alle Talente verdienen, von allen - auch von ihm selbst - gut behandelt zu werden. Guten Erfolg!

Franz Josef Neffe

flohmaus
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Beitragvon flohmaus » 27.06.2013, 10:26

@Hoffnung:
du hast sehr genau unterscheiden können, wann du reden musstest (für den Schulerfolg) und wann nicht (alle anderen Situationen).
Bei meinem Sohn hat das nicht funktioniert. In der achten Klasse konnte er immer weniger Lehrern antworten, bis er dann schließlich nicht mehr hinging. Und er war ein guter Schüler. In Englisch war er Klassenbester, bis er bei der mündlichen Schulaufgabe nichts gesagt hat und eine Sechs bekam. Der Direktor hat dann noch Vorwürfe gemacht, dass er seinen Freund, mit dem er gemeinsam die Schulaufgabe gemacht hat, dadurch mit runtergezogen hätte.
Hätte er damals Unterstützung in Form eines Nachteilsausgleich bekommen, hätte er vielleicht weiter in die Schule gehen können.

Und dazu muss ich sagen, dass er während der Grundschulzeit bereits über drei Jahre in Therapie war und danach zwar ruhig war, aber nicht mehr als andere "schüchterne" Kinder. Es ist also keineswegs so, dass man eine Therapie macht und dann auf alle Zeit alles gut ist. Als Eltern sollte man in der Pubertät auf jeden Fall nochmal aufpassen.

Einen Krankheitsgewinn hattest du aber auch nur zuhause, sehe ich das richtig? Denn in der Schule mit keinem Kind zu sprechen, isoliert ja völlig und du schreibst ja auch, dass irgendwann die Grausamkeiten in der Klasse zugenommen haben.

Julia, ich kann dir hundertprozentig zustimmen. So wie du es beschreibst, denke ich, ist es auch bei meinem Sohn. Manche schaffen es, das Nötigste zu sprechen (so wie Hoffnung es beschrieben hat) und bei anderen ist die Blockade so stark, dass es nicht geht.

Exauster:
du hast wirklich meinen vollen Respekt! Dass du es (gerade auch im Jugendalter) geschafft hast, den Mutismus aus eigener Kraft zu überwinden, ist eine echte Leistung. Ich bin selber auch eher schüchtern und schaffe es heute mit über 40 manchmal noch nicht, mich zu überwinden und in einer größeren Runde mit den anderen zu diskutieren (z. B. auf der Mutismus-Tagung :oops: ).

Herr Neffe:
solche Lehrer hätte ich meinem Sohn damals gewünscht!
Wobei einige seiner Lehrer auch Verständnis zeigten und gerade mit denen konnte er auch sprechen.


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