Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

Moderator: Elfa

einszwei345
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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon einszwei345 » 21.04.2018, 17:25

Hallo,
ich kann deine Tochter ziemlich verstehen, denn ich hatte auch lange Mutismus, Probleme mit den Lehrern und habe so gut wie alles verweigert. Irgendwann (leider erst in der 10. Klasse) habe ich jedoch selber gemerkt, dass ich so nicht weiterkomme und dass es im Leben ganz schwer ist ohne Schulabschluss etwas zu erreichen. Da ich es alleine mit "sprechen im Unterricht" bzw. Mutismus überwinden nicht hingekriegt hätte, habe ich mich dann gemeinsam mit meinen Eltern für eine Therapie in einer KJP (Tagesklinik) entschieden. Nachher habe ich auch die Schule gewechselt und die Klasse wiederholt, weil die Situation in meiner alten Schule einfach festgefahren war und ich in einem neuem Umfeld neu anfangen wollte und sollte (von den Therapeuten). Die Therapeuten haben immer gesagt, ich brauch immer neuen Menschen, um die Angst vor etwas Neuen abzubauen. Als ich nach 3 Monaten entlassen wurde, hatte ich den Mutismus überwunden. Ich bin zwar immer noch ein ruhiger Mensch, aber es ist für mich kein Problem mehr in der Schule irgendwas zu sagen oder generell fremde (neue) Menschen irgendwas zu fragen.
Ich wurde zwar auch manchmal mit den Kommentaren beleidigt, du warst ja in der "Klapse", aber ich habe mir da nicht so viel draus gemacht, da es jedem seine Meinung ist und das meistens nur die Menschen sagen, die andere ärgern möchten. Ich bin der Meinung, dass es mir richtig viel geholfen hat und das ich so eine Entwicklung in der Zeit hätte nirgends anders machen können.

Ich kann deiner Tochter nur raten,
-eine Therapie zu machen
-und wenn möglich nachher die Schule zu wechseln
-UND nicht mehr solange zu warten, denn Mutismus lässt sich besser früher überwinden. (ich frage mich manchmal echt, warum ich die Therapie und den Schulwechsel nicht schon 5-6 Jahre eher gemacht habe).

Mit freundlichen Grüßen
einszwei345

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Samtpfote » 23.04.2018, 06:33

Morgen...
@einszwei345: Das witzige ist bei ihr das wenn sie neue Leute kennen lernt, z.B. Eltern von Freunden, im Urlaub, im Restaurant, etc...da redet sie normal. Einfach deswegen weil diese Leute sie nicht kennen und somit auch nicht von ihrer Problematik und dann mit ihrer unbewußten (!) Körpersprache ganz anderst mit ihr umgehen, als Personen die davon wissen, oder wie Ärzten und Therapeuten.
Sie hat auch schon 2 Therapien hinter sich und leider hat die letzte Therapeutin, welche auf Mutsimus spezialisiert war, es total versaut, so dass meine Tochter deswegen nun nicht wirklich freiwillig mehr eine Therapie anfangen würde.
Aber wir haben Anfang Mai einen Termin bei einer neuen Psychologin die wir uns anschauen, ob meine Tochter mit ihr klar kommen würde und sie uns dann betreuen könnte und Hilfestellung geben könnte.

Sie möchte nun jedenfalls auf keinen Fall die Schule wechseln und versucht nächstes Jahr ihren Werkrealschulabschluss zu schaffen.
Der letze Praktikumstag verlief nun auch positiver und sie kam etwas mehr aus sich heraus. Sie braucht wahrscheinlich einfach mehr Zeit, da ist 1 Woche Schulpraktikum schon sehr kurz um sich was zuzutrauen.
Nach dem letzen Tag meinte die Chefin das sie die Möglichkeit das sie bei ihr Ausbildung machen könnte nicht ganz ausschließt,aber sie kann nichts versprechen. Da sie am lezten dann auch gemerkt hat das sie jetzt anfängt etwas aus sich raus zu kommen.
Naja, schauen wir mal...
Heute hat sie ihre Literaturprüfung, ohne die zu bestehen wird man nicht zu den Abschlussprüfungen zugelassen.

LG Samtpfote

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon einszwei345 » 23.04.2018, 22:08

Guten Abend,
naja wenn sie mit neuen Leuten normal redet, wäre es ja optimal die Schule zu wechseln.
Ich kann verstehen dass deine Tochter das nicht möchte, weil sie wahrscheinlich auch Angst hat wie die anderen sie aufnehmen und so. Aber wenn sie total offen und auch wenn nur “wenig“ gesprächig in eine neue Klasse kommt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen das irgendjemand was negatives über sie sagen wird. Jedoch muss an aller erster Stelle das Kind/der Jugendliche es selbst wollen, nur dann hat eine Veränderung auch wirklich Sinn. Bei mir hat es auch sehr lange gedauert, bis ich es selbst wollte.
Mit der Therapie finde ich da reicht eine ambulante Therapie nicht aus, weil gerade wenn man stationär oder auch nur teilstationär in einer Klinik ist, werden viele Therapien an einem Ort gemacht und der Jugendliche lernt gleich mit mehreren (noch fremden) Personen zu sprechen. So lassen sich auch z.b. lange Anfahrtswege vermeiden.

MfG
einszwei345

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon einszwei345 » 24.04.2018, 14:05

Hallo,
also ich möchte niemanden die Entscheidung abnehmen . Natürlich muss es jeder selbst entscheiden.
Doch ich finde wenn man eh schon ruhig ist und in seinem Umfeld nicht spricht, könnte ein Schulwechsel mit vorheriger Therapie (Klinik) eine Möglichkeit sein Neu anzufangen. Ich bin nicht der Meinung das Eltern ihren Kindern helfen können, zwar auch in einem geringen Maß aber die Hauptarbeit leisten die Psychologen und Therapeuten.
Wenn man nicht mit anderen redet, ist man ja auch irgendwie vom sozialen Leben ausgeschlossen. Und genau das kann man in einer Klinik wieder lernen, keine Angst zu haben.
In einer Klinik wird man es auch nie erleben das es dort Mobbing gibt, was bei Schulen nicht der Fall ist, weil jeder weiß warum er dort ist.

MfG

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon einszwei345 » 25.04.2018, 15:05

Hallo,
eine Klinik wird schon meistens notwendig sein, da bei den meisten eine ambulante Therapie nicht ausreicht, um den Mutismus vollständig zu überwinden. Wenn das gesamte Umfeld weiß dass man nicht redet, kann man gerade in einem anderen Umfeld, was die Klinik ja auch wäre, beweisen das man auch "anders" kann.
Warum sollte es in Kliniken Mobbing geben? Und dann von wem? Die Therapeuten werden sicherlich nicht mobben. Und die Mitpatienten wahrscheinlich auch nicht, weil jeder seine Probleme hat und weiß warum er in der Klinik ist, wohingegend man in den normalen Schulen ja schon mit Mobbing rechnen kann, weil man als Mutist immer ein "Ausenseiter" ist der irgendwelche "Sonderrollen" bekommt.

Eine Therapie ist fast immer notwendig. Es sind die allerallerwenigsten die den Mutismus ganz von alleine von heute auf morgen überwinden können. Um das zu erreichen, braucht man ein so großes Selbstbewusstsein, wie man es als Mutist eigentlich nicht hat. Deswegen braucht man professionelle Unterstützung durch eine Therapie.

Grüße

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Samtpfote » 27.04.2018, 06:56

Morgen ihr Lieben!

Interessante Diskusion :-).
Meine Tochter redet nur in der Schule mit Lehrern nicht und bei Leuten und Einrichtungen die sie schon von klein auf kennen wie Kindergarten, Kinderarzt, Grundschule, etc. Und eben in so Situationen wie Praktikum, wo es ganz speziell nur um sie geht und man auf sie fokusiert ist.

Ansonsten würde man ganz und gar nicht auf Idee kommen das sie SM hat. Mit Gleichaltrigen, anderen Kindern od. Jugendlichen, Restaurant, Shopping, Urlaub, da ist wie jeder andere "normale" Jugendliche plappert und scherzt.
Auch hat sie keine Probleme Sachen wie Präsentationen auf Video aufzunehmen und sie hat einen eigenen Youtube-Kanal indem sie auch über ihren Mutismus redet. Alles kein Problem bei ihr....

Im Übrigen ist ihre Literaturprüfung ist bestens gelaufen. Die Präsentation hat sie ja auf Video daheim mit ihrer kleinen Schwester gemacht und dieses wurde dann in der Prüfung vorgespielt und das Reflexiosngespräch bei dem sie noch aufkommmende Fragen beantworten sollte, da schrieb sie die Antworten auf. Die 2 Lehrer (einer davon ihr Klassenlehrer) hatten aber kaum Fragen, da ihre Präsentation sowas von super war und sie darin alles bis aufs kleinste Detail drin hatte. Ergebnsi sie hatte mit einer 1,1 die beste Literaturprüfung der beiden Klassen :lol: :lol: :lol: .

Und sie war auch sowas von aufgeregt, obwohl sie nix sagen musste.....Sie war total überwältigt das sie die beste Note bekommen hat....

Nun schauen wir mal wie es weiter läuft.....Hoffe das es wieder besser geht.....

LG

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Hyazinthe » 28.04.2018, 06:37

Hallo Samtpfote,

freut mich zu hören, dass sich Deine Tochter außerhalb dieser Schule offenbar immer 'normaler' gebärdet. Offenbar ist ihre Literaturprüfung von den beiden Lehrern (einer davon ihr Klassenlehrer, mit dem es ja Probleme gibt) auch sehr gut beurteilt worden! Toll! Im Hinblick auf ihren Mutismus ist das aber ein eher geringer Erfolg. Schließlich durfte sie die Präsentation auf Video aufnehmen. Und ein anderer, 'neutraler' Lehrer hat mitgeurteilt. Ich frage mich, ob die Situation an dieser speziellen Schule nicht viel zu verfahren ist und würde mir an Deiner Stelle folgende Frage stellen: Welchen (regulären) Schulabschluss könnte Deine Tochter dort schaffen und wird sie dabei (und nicht nur für eine singuläre Literaturprüfung, die aber für die Zulassung wichtig ist) von ihren Lehrern unterstützt?

Liebe Grüße,
'Hya'

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Samtpfote » 03.05.2018, 06:44

Morgen ihr Lieben,

gestern hatte ich mit meiner Tochter den Termin bei der Psychologin die wir uns anschauen wollten.
Im großen und ganzen ist sie ganz nett. Meine Tochter hat "logischer" Weise keinen Ton von sich gegeben, hat aber paar Fragen mit Nicken oder Kopfschütteln beantwortet.
Sie so zu sehen ist für mich mittlerweile schon komisch, da wir sie hier, unter Freunden oder Außerhalb eigentlich nicht mehr so sehen. Nur noch in der Schule.
Aber sie war nun im Gespräch danach nicht total abgeneigt von ihr.
Die Psychologin sagte auch das man halt schauen muss ob es passt und ggf. schaut man sich noch andere Psychologen noch an. Abends fragte ich meine Tochter ob wir uns noch woanderst umschauen sollen, doch sie meinte nein muss nicht sein.

Wir kamen nun zu dem Ergebnis das sie nun wirklich speiziell in Mathematik getestet wird und es wird noch ein Aufmerksamstest (Verdacht auf ADHS) gemacht. Diese haben wir nun mitte Juli, wenn in der Schule nicht mehr soviel ansteht.

Mal sehen...

LG Samtpfote

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Schlusi » 03.05.2018, 13:11

Na, das ist doch schon mal was...
halt uns auf dem Laufenden...
drücke euch die Daumen.

Schlusi :)
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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Samtpfote » 26.06.2018, 06:52

Hey ihr Lieben,

lange nix mehr geschrieben, es war ja auch nix aufregendes bis gestern....

Gestern hatten meine Große in der Schule Berufsberatungsgespräch. Darüber hatten wir letzten Herbst einen Elternabend und da dachte ich mir schon: "Ojeeee, diese Beratung kann man mit der Großen ja eh vergessen"... Wäre auch freiwillig gewesen (glaube ich) und ich habe schon überelgt ob ich überhaupt mein Einverständnis dazu geben...

Gestern fand es dann statt und jeder Jugendlicher durfte/musste sich dann alleine mit dieser Frau vom Arbeitsamt/ Berufsberatung zusammensetzen. Und es wurden viele viele Fragen gestellt. Warum man auf dieser Schule ist, ob man noch Geschwister hat, wo man denn die Praktikas gemacht hat und was für Berufswünsche man denn hat (wenn überhaupt)....
Das erzählte dann gestern abend meine Tochter so beim Abendessen. Ich fragte sie dann nur was sie dieser Frau denn so alles als Antworten aufgeschrieben hat und sie meinte nur: "Ich habe der gar nix aufgeschrieben"!....Ich hä? wieso hast du nix aufgeschrieben gab es denn dann kein Gespräch???? Sie nur: "Doch doch, ich habe mich mit der unterhalten"! :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock: :shock:
Ich falle fast aus allen Wolken....."wie du hast dich mit der unterhalten"????
Meinte sie, ja es war komisch, aber mit ihr war es so, wie als ob sie sich mit uns unterhalten hätte. Warum kann sie nicht sagen. Aber sie hat sich munter mit der unterhalten und die Fragen beantwortet wie als ob nichts wäre :shock: :shock: . Auch die Frage warum sie auf dieser Schule ist und das sie selektiven Mutsimus hat. Das hat sie der alles erläutert.
Ich war baff und konnte dazu nicht wirklich mehr was sagen....
Einfach nur unbegreiflich.....
Das ist nun das aller erste mal das sie sich mit Jemanden unterhält wo es um sie geht und was mit Schule/Beruf und so zu tun hat...
Echt krass....

LG

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Schlusi » 26.06.2018, 13:45

Hallo Samtpfote,

ja, das ist echt krass.
Dann war sie wohl mit dieser Dame auf einer Wellenlänge. :D
Hat Deine Tochter denn auch berichten können, ob und was die Dame für Tipps hatte, was so als Beruf passen könnte?

Bei unserer Tochter lief das total daneben.
Ihr wurde Physiotherapeutin vorgeschlagen.
Keine Ahnung wieso und warum, es ist jedenfalls so gar nicht passend.
Nun ja, vielleicht studiert sie ja.
Zur Berufsberatung will sie jedenfalls nicht mehr hin.

Schlusi :)
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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Samtpfote » 27.06.2018, 06:47

Morgen Schlusi,

meine Tochter hat gar nix davon gesagt das sie einen Beruf vorgeschlagen bekommen hat. Aber ich glaube das war auch das Erstgespräch. Soweit ich verstanden habe haben die noch nochmal Beratung wo sie dann auch mit so einem Auswertungscomputer arbeiten. Da bin ich ja mal gespannt. Sie hatte das mal mit der Lehrerin der Parallelklasse gemacht, und da kamen echt lustige aber nicht ernstzunehmende Vorschläge raus. Bei ihr kam Spielzeugherstellerin, Fachkraft-Holz-und Bautenschutzarbeiten und was mit Abwasser raus :lol: .

Sie wurde auch gefragt was sie denn gerne machen würde und sie würde gerne in den Bereich Mode gehen. Am liebsten "Modeberaterin". Das kann sie tatsächlich sehr gut. Wenn ich Kleidung shoppen gehen, dann selten ohne sie, denn sie kann sagen ob es einem wirklich steht. Sie hat auch schon mal im Takko eine fremde Frau beraten, die sich unsicher war welche der Oberteile sie nehmen solle.
Im Grunde kann man diesen Beruf nicht wirklich erlernen, entweder man hat das Gespür und den Blick dafür oder nicht.
Sie liebäugelt auch mit einem Job bei ihrer Lieblingsmodemarke und denen ist es lieber wenn sie nicht schon vorher eine Ausbildung woanderst gemacht haben. Dazu würde sie aber 2 Jahre in der Luft hängen bevor sie dort für einen Job anfragen könnte. Nehmen erst ab 18 Jahren (frühstens 17 1/2).
Schneiderin wollte sie auch eine zeitlang machen, hat ja auch ihre eigene Nähmaschine und ist sehr talentiert. Dazu bräuchte sie aber den Realschulabschluss :roll: . In dem Beruf hätte sie auch gleich ihr eigenes Geschäft (meine Eltern haben eine Änderungsschneiderei, können aber nicht ausbilden).
Aber so richtig in den Modebereich macht ihr doch am meisten Spaß....viel mehr als Friseurin, oder so.
Wir haben hier im erreichbaren Raum auch eine Modedesingschule, allerdings liegt dort der Fokus eher beim Entwerfen und zeichnen, und das kann sie wiederum nicht, zumindest das zeichnen nicht, entwerfen schon :lol: .

Aber das sie locker flockig da mit dieser Frau sich unterhalten hat, hat mich ja am allermeisten geflasht.....kann es immer noch nicht glauben und würde auch gerne dahintersteigen warum es bei DER plötzlich funktionierte und was für Voraussetungen sein müssten das es geht :shock: :shock:

LG

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Schlusi » 27.06.2018, 15:45

Hallo Samtpfote,

hihi :lol: ...das ist ja lustig...also im Grunde genommen einen beratenden Beruf... :wink:
...wie bei meiner Tochter. Sie möchte etwas mit Ernährung machen, Ernährungsberatung.
Dank ihrer Beratung habe ich auch schon an Gewicht verloren und fühle mich ganz gut.

Schneiderin wollte sie auch eine zeitlang machen, hat ja auch ihre eigene Nähmaschine und ist sehr talentiert. Dazu bräuchte sie aber den Realschulabschluss :roll: . In dem Beruf hätte sie auch gleich ihr eigenes Geschäft (meine Eltern haben eine Änderungsschneiderei, können aber nicht ausbilden).


Komisch, habt ihr denn nicht eine Berufsfachschule für Textiltechnik und Bekleidung in eurer Nähe?
Bei uns gibt es so etwas. Das wäre dann die einjährige Berufsfachschule für Textiltechnik und Bekleidung und die kann man mit Hauptschulabschluss besuchen und dann kann man in das zweite Jahr übergehen und dort dann den Realschulabschluss erwerben.

Wenn es so etwas gäbe, dann wären schon mal zwei Jahre gesichert und was dann letztendlich danach für eine Berufsausbildung folgt ist erst einmal nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass sie dort ihren Interessen entsprechend etwas lernen kann, von der Persönlichkeit her weiter daran reift und wächst, damit sie dann zum Einstieg in eine Berufsausbildung noch etwas gereifter ist und selbstbewusster. So hat das bei unserer Tochter auch geklappt, nur eben in dem Bereich Hauswirtschaft und Ernährung, weil da so ihr Interesse liegt.

Wir haben hier im erreichbaren Raum auch eine Modedesingschule, allerdings liegt dort der Fokus eher beim Entwerfen und zeichnen, und das kann sie wiederum nicht, zumindest das zeichnen nicht, entwerfen schon :lol: .

Gut, es lohnt sich doch trotzdem da sich mal zu informieren. Muss man wirklich zwingend gut zeichnen können?...es gibt doch schon alles am Computer, Zeichenprogramme und so, denke ich.

Es ist wirklich sehr wichtig und entscheidend, dass unsere Kinder etwas machen, was sie mögen. Dann gelingt das mit dem Sprechen so ganz nebenbei.

Ich finde es richtig gut, dass Deine Tochter diese Interessen hat und kann mir das gut vorstellen, wie sie Dich berät und so.
Meiner Tochter ist es auch mal passiert, dass sie in einem Drogeriemarkt von einer Kundin angesprochen wurde, einfach weil sie wohl der Dame sympathisch war, obwohl unsere Tochter da ja auch nur Kundin war. Und da konnte sie der Dame auch beratend weiter helfen. Kein Problem mit dem Sprechen. Also was so in Richtung Beratung geht, das funktioniert eben.

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Samtpfote » 28.06.2018, 06:29

Morgen Schlusi,

wir haben hier weit und breit keine Berufsschule im Textilen Bereich, nur Hauswirtschaft, Technik und Kaufmännisch :( .
Selbst bei eine Ausbildung als Schneiderin könnte sie nicht mehr zu Hause wohnen und müsste in eine eigene Wohnung umziehen.
Da wir halt auch noch auf dem Land wohnen, wo es schon problematisch ist zu üblichen Arbeitszeiten morgends selbst nur in einen Nachbarort zu gelangen, ist dann alles weitere noch erschwerender. Im Grunde kommt sie ohne ein eigenes Auto Berufmäßig kaum wohin.
Man muss sie ja auch nachmittags immer im Hauptort abholen wenn sie von der Schule kommt, denn zu uns in den Ortsteil farhren noch weniger Busse :roll: :roll: .

Dabei wird es jetzt auch anfangen am Wochenende abends in die Stadt weggehen und so. Da sie das letzten Samstag machen wollte konnten wir uns damit schon mal auseinandersetzten und haben feststellen müssen, das es rechtlich erst ab nächstem Jahr erlaubt wäre. Denn jetzt müsste sie spätestens um 19 Uhr wieder heim fahren. DAS wäre dann auch der letzte reguläre Bus....Ansonsten kommt dann nur noch 23:30 Uhr weg und wäre dann 0:15 fast bei uns. Man kommt nur noch bis zum Hauptort und man muss sie IMMER dann abholen :cry: :cry: ...
Na das wird ja noch spaßig werden..... :evil:

LG

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Re: Schule ergreift Unmögliche Kosequenz bei einer besprochenen Vereinbarung

Beitragvon Samtpfote » 06.09.2019, 09:36

Hallo Liebe Foris,

nun habe ich mich schon eine lange lange Ewigkeit hier nicht mehr gemeldet, bzw. Neuigkeiten berichtet.... :shock: :shock: :shock: .

Das letzte Schuljahr meiner Großen war sehr aufregend.
Und Allzusammenfassend ist zu sagen, dass es gar nicht mal schlecht gelaufen ist.
Sie hat alle Abschlussprüfungen gemeistert, selbst die müdlichen Prüfungen, die für sie anderst gestaltet wurden hat sie geschafft und ist freiweillig in die müdliche Prüfung in Deutsch und Mathe gegangen. Leider hat es nicht mit der besseren Note geklappt :( :( :( . Aber naja.
Das im Frühjahr stattgefunden Gespäch in der großen Runde mit dem Arbeitsamt war eigentlich auch interessant, wobei eigentlich keiner dort eine Ausbildungmöglichkeit in ihrem gewünschten Bereich Mode anbieten konnte. Interssant war allerdings das sie mit der Psychologien und Mitarbeiterin des Arbeitsamtes normal gesprochen hat :lol: :lol: .

Ja, Ende Juli bekam sie dann ihr Abschlusszeugnis überreicht.....JAAAA sie hat den Hauptschulabschluss geschafft :) :) :) :) !!!
Und eine Ausbildung fängt sie nun auch an, am 25.09.2019 ist ihr erster Tag. Wir haben eine Möglickeit gefunden wo sie genau in ihrem Wunschbereich was lernen kann.
Und zwar macht sie nun eine Ausbildung zur staatl. anerkannten Modedesignerin :lol: :lol: :lol: :lol: !!!
Es ist eine Privatschule, die einiges kostet, aber sie kann die Schule mit den öffentl. Verkehrsmitteln erreichen.
Nun hoffen wir das sie dort erst keine Sprechblockade aufbaut und das es ihr Spaß macht und sie die Ausbildung erfolgreich absolviert....

Seit 2 Monaten hat sie nun auch einen "Freund"....diese "Beziehung" gestaltet sich allerdings für den Jungen leider sehr schwierig, denn er ist der einzige Jugendliche weit und breit mit dem sie nun NICHT reden kann. Zumindest nicht wenn er da ist. Über Telefon funktioniert es wunderbar, aber sobald er vor ihr steht, bleibt ihr komplett die Spache weg und sie wird knall rot (sie nämlich schon zeimlich in ihn verschossen... :lol: ).

Ich hoffe das die 2 das aber bald in den Griff bekommen und sie sich endlich überwinden kann....

Das wars mit den guten Neuigkeiten....

Liebe Grüße
Samtpfote


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