Vorträge halten in der Schule

Bitte hier über Mutismus,insbesondere über Mutismus bei Kindern und Jugendlichen, diskutieren.

Moderator: Elfa

einszwei345
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Vorträge halten in der Schule

Beitragvon einszwei345 » 12.01.2020, 21:31

Hallo alle zusammen,

für alle die meine früheren Beiträge nicht gelesen haben, nochmal kurz zur Erklärung: Ich hatte fast meine ganze Schulzeit Mutismus, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich eine Therapie in einer psychosomatischen Tagesklinik gemacht habe (da war ich 10. Klasse). Ich habe dann nachher auch die Klasse wiederholt sowie die Schule gewechselt. Dort in der Schule lief alles richtig gut, ich konnte mich melden, Vorträge halten VOR der Klasse,... (von seiten der Klinik war ich auch geheilt)
Nach dem es in der 10. Klasse so gut lief, wollte ich nach dem Realschulabschluss auf die Fachoberschule Wirtschaft gehen. Ich war dann auch mega happy als ich an der FOS genommen wurde. Jetzt bin ich in der 12. Klasse.
In der 11. Klasse lief es noch ganz gut. Jetzt komme ich halt mit meinen Mitschülern so gut wie gar nicht, melden tue ich mich auch nicht mehr,...
Jetzt zu dem eigentlichen "Problem" : Wir können in der Klasse jetzt demnächst in Deutsch freiwillige Vorträge zu der Pflichtlektüre halten. Mein Klassenlehrer möchte unbedingt das ICH das mache. Ich würde es eigentlich auch wollen, aber ich habe halt vor meiner jetzigen Klasse noch keinen Vortrag gehalten. Ich weiß es nicht ob ich es machen soll oder nicht.

War vielleicht jemand schonmal in der selben Situation und kann mir Tipps geben? Oder wie macht ihr das mit Vorträgen? Macht ihr sowas vor eurer Klasse?

Ich glaube ich habe jetzt erstmal genug geschrieben. Ich freue mich über jede Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Marie

NinaO
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Re: Vorträge halten in der Schule

Beitragvon NinaO » 14.01.2020, 07:18

Hallo einszweidrei,

Ich würde es eigentlich auch wollen, aber ich habe halt vor meiner jetzigen Klasse noch keinen Vortrag gehalten.


Diese Worte, die von dir selbst kamen, könntest du doch ernst nehmen? Es gibt übrigens ja immer ein erstes Mal. Die zweite Aussage kannst du nur erfahren, indem du es tust.
Welche Gedanken und Gefühle stehen dir denn konkreter im Weg? Denn diese kamen bei mir nicht rüber?
Aber bei mir kam rüber, dass es dir gelingen würde, da es dir nun schon mehrmals gelungen war. Und dass du davor keine "Sorgen" hast.

LG
NinaO

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Re: Vorträge halten in der Schule

Beitragvon einszwei345 » 25.01.2020, 20:42

Also es ist halt einfach so das ich vor dieser Klasse in der ich jetzt bin noch nie einen Vortrag gehalten habe und es auch irgendwie nicht schaffe mich zu melden. Es ist nicht die optimale Klasse: meine Mitschüler sind alle gegen mich, manche beleidigen mich, Gruppenarbeiten will nie jemand mit mir machen (auch in Sport wo man nicht reden muss), in Sport werde ich auch nicht gewählt bei Mannschaft-Sportarten, die Lehrer interessiert das nicht,....
Jetzt kam halt mein Klassenlehrer auf die Idee das ich mich mit dem Schulsozialarbeiter unterhalten soll. Er weiß nichts von Mutismus und meiner früheren Schulkarriere.
Zu meiner Frage: Sollte ich meinem Klassenlehrer erzählen das ich Mutismus hatte oder denkt ihr das ist für mich eher hinderlich in Bezug auf Abitur schaffen? Und würdet ihr dem Schulsozialarbeiter davon erzählen?

Zu dem Vortrag: Ich hätte auch die Chance es vor 5 od. 6 Klassenkameraden und dem Lehrer zu halten. Würdet ihr mir dazu raten oder lieber doch gleich vor der ganzen Klasse?

Mit freundlichen Grüßen

NinaO
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Re: Vorträge halten in der Schule

Beitragvon NinaO » 26.01.2020, 08:53

Hallo Marie,
also ich würde eigentlich das Gespräch mit dem Schulsozialarbeiter wahrnehmen, denn dein Lehrer wird sich ja mit ihm ausgetauscht haben. Vlt stellt er an dich Fragen, die dich ansprechen und du dann bessere Entscheidungen treffen kannst, wie weit du dich öffnest. Ansonsten finde ich deine Überlegung wertvoll, indem du selbst einen Versuch in den Blick nehmen kannst, dich anzunähern. Also vor wenigen Schülern einen Vortrag zu halten. Dies könnte sicherlich vom Lehrer und Schulsozialarbeiter besser begleitet werden, wenn sie von deiner Problematik wüssten. So könnten sie dich bei der Auswahl der Schüler unterstützen oder sie oder du könnt mit ihnen soweit sprechen, dass sie konstruktiv auf dich wirken. Also solche Schüler wählen, die sich da hineinversetzen würden bzw. dir gegenüber respektvoll bleiben. Es gibt auch andere Schüler, denen so etwas unangenehm ist.
Es könnte eine Gruppe sein, denen es allen schwer fällt und sie alle probieren sich aus. Diese könnte auch erst mal für sich oder dem Schulsozial-arbeiter üben und dann vor dem Lehrer. Es gäbe bestimmte viele andere Möglichkeiten.
Denn es ist ja auch nicht nur der Vortrag, sondern die mündliche Beteiligung. Vlt sollte darin erstmal weiter gestärkt werden, bevor ein Vortrag gehalten wird. Ich kenne es leider so, dass Vorträge oft recht langweilig sind, sich viele versuchen zu drücken oder es schieben und schieben und wenn er gehalten wird, viele nicht so richtig zuhören und dabei sind. Dann schauen dich viele uninteressierte Schüler an oder sogar weg und das kratzt dann am persönlichen Ego, obwohl es womöglich gar nichts mit dir als Person zu tun hat. Dann wird der Vortrag aber womöglich wirklich langweiliger, weil die angespannte Stimmung auf den Redner übergeht und das Gefühl, man wird abgelehnt ... bestätigt sich.

LG
Nina Onawa

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Re: Vorträge halten in der Schule

Beitragvon Hyazinthe » 26.01.2020, 18:21

Hallo einzweidrei456,

ich finde es schlimm, dass Deine Lehrer an der Schule so gar nicht gemerkt haben, dass Du gemobbt wirst und sich auch gar nicht dafür zu interessieren scheinen. Ich war auch an so einer Schule, das ist traumatisch, unabhängig davon, ob Du noch mutistisch bist oder nicht. Auch für alle anderen Schüler, denn es hat einfach mit der Atmosphäre zu tun, die gut oder schlecht ist. Wenn Du jetzt mit Diagnosen sozusagen 'aus der Deckung' kommst, ist die Frage, ob man in einem so unsensiblen Umfeld entsprechend auf Dich eingeht. Ich finde die Idee zwar gut, den Schulsozialarbeiter anzusprechen, aber was hat er für eine Macht, daran etwas zu ändern? Eine Diagnose würde ich erst mal nicht erwähnen, weil es keine Rolle spielt für Dein Problem. Du solltest das Problem, das Du hast, beschreiben, und dass Du Dir entsprechende Unterstützung erhoffst. Wenn alle Stricke reißen, besser die Schule wechseln. Ich kann verstehen, dass Du das Abi machen möchtest, aber es gibt auch andere Wege, um es zu schaffen, wie etwa eine Fernschule. VG! 8)


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